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Technik

30.03.2020

Wasserstoff ist die Zukunft des Holzkraftwerks

Vor dem Holzkraftwerk in Senden: Jochen Sautter, Georg Nüßlein und Herbert Heinz.
Bild: Blue

Innovativen Pläne bekommen Rückenwind aus Forschung und Politik

Mit einer ökologisch sinnvollen Verwertung von Reststoffen könnte das Holzgas-Heizkraftwerk in Senden zum Leuchtturmprojekt für die Energiewende werden. So planen die Besitzer und Betreiber der Blue Energy Group mit ihrer bestehenden Anlage nun ganz konkret, grünen Wasserstoff zu erzeugen. Bereits kommunizierte Absichten erleben nun Rückenwind.

Das einzigartige Entwicklungsprojekt in Senden wird laut einer Mitteilung der Firma aktiv von Hochschulen und Forschungseinrichtungen unterstützt, vor allem aber zeige nun die Politik großes Interesse: Der Energiepolitiker und für Senden zuständige CSU-Wahlkreisabgeordnete Georg Nüßlein lasse aktuell prüfen, ob die Umfunktionierung des Kraftwerks teilweise mit Fördermitteln realisiert werden kann. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sieht „immenses Potenzial“ darin, die bislang bei der Holzgasverarbeitung entstehenden Restbestandteile einer ökologisch-nachhaltigen Weiterverwertung zuzuführen. „Upcycling“ nennt man das auf Neudeutsch – und Upcycling-Projekte wie das in Senden könnten ein wichtiger Baustein der Antwort auf die drängendsten Energiefragen von morgen werden.

Das Holzgas-Heizkraftwerk in Senden wurde 2012 als extrem fortschrittliches und innovatives Energieprojekt von den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm erbaut, konnte dann aber in den ersten Jahren, wie mehrfach berichtet, nicht wirtschaftlich betrieben werden. Die Blue Energy Group sprang ein, übernahm das Kraftwerk im Jahr 2018 und betrieb es für einige Zeit mit sehr vielversprechenden Perspektiven.

2020 ist die Unternehmensgruppe nun bereit, mit der Anlage einen nächsten Schritt in Sachen Innovation und Ökologie zu wagen: In einem bundesweit einzigartigen Projekt soll das Holzvergasungskraftwerk in Senden umgerüstet werden, um aus dem produzierten Gas zusätzliche Ressourcen zu extrahieren – darunter vor allem wertvolle Bio-Öle und Wasserstoff. Das Gas kann anschließend wie bisher für die Erzeugung von Strom und Fernwärme genutzt werden. „Wenn die sogenannten Umweltkosten herangezogen werden, wäre unsere ökologische Produktion von Wasserstoff vermutlich unschlagbar günstig“, sagt dazu Jochen Sautter, der geschäftsführende Gesellschafter der Blue Energy Europe, einem Tochterunternehmen der Blue Energy Group. (az)

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