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Pfaffenhofen

21.10.2016

Wenn Händler Kultur machen

Auch der Herbstmarkt rund um die St. Martinskirche ist eine Veranstaltung des Gewerbeverbandes Pfaffenhofen.
Bild: Andreas Brücken

Der Gewerbeverband Pfaffenhofen wird 20 Jahre alt. Wie er die Marktgemeinde mitgeprägt hat und wie es weitergehen soll.

Vor 20 Jahren gründeten 26 Mitglieder den Gewerbeverband in Pfaffenhofen. Der Grund sei der gleiche gewesen, warum der Verband auch heute noch existiere, sagt der Vorsitzende Alfons Endres: „Wir wollen eine Plattform für Gewerbetreibende sein.“ Bis dahin seien die Händler und Handwerker wie in einem „luftleeren Raum“ geschwebt, was die Kommunikation angegangen sei. Seitdem haben die Mitglieder des Verbandes ein Netzwerk zwischen der Gemeindeverwaltung, den Vereinen und Organisationen in Pfaffenhofen gesponnen. Ein „Lobbyverein für Gewerbetreibende“ wollten sie dabei niemals sein, erklärt Endres und weiter: „Ein Ort braucht neben Straßen, Schulen und der Kirche auch ein attraktives Programm, mit dem die Menschen an ihre Heimat gebunden werden.“

Deshalb finden seit den vergangenen zwei Jahrzehnten Veranstaltungen wie die Gewerbeschau, der Krippenweg oder die Markt- und Kunstaktion in regelmäßigen Abständen im Namen des Gewerbeverbandes. Bei allem Aufwand hätten alle Beteiligten immer „einen riesen Spaß gehabt“, sagt Endres. Im Lauf der Jahre hat sich ein eingespieltes Team aus etwa 80 Mitgliedern zusammengefunden, das an der Organisation der Events mitarbeitet: „Die sind alle mit Herzblut dabei.“ Das Erfolgsrezept sieht Endres im Zusammenhalt der Akteure, die zuerst die gesamte Marktgemeinde und nicht ihre Einzelinteressen sehen würden. Besonders froh sei er über die Unterstützung durch die VR-Bank, die schon für viele Ausstellungen immer wieder ihre Räume zur Verfügung gestellt habe.

Eine „unheimlich positive Entwicklung“ habe die Marktgemeinde in den vergangenen Jahren durchgemacht, sagt Endres und nennt als Beispiel die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt zur „Neuen Mitte“ mit Ärztehaus und Einkaufsmöglichkeiten. Die habe es in den 1980er-Jahren noch nicht gegeben. Eine „360-Grad-Versorgung“ hätten die Einwohner jetzt in der Marktgemeinde, die auch von vielen Menschen auf der Durchfahrt genutzt werde. „Da muss man nur einmal die Ortskennzeichen auf den Parkplätzen der Supermärkte anschauen“, sagt Endres.

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Gastronomisch sieht der Verbandsvorsitzende und Immobilienexperte in Pfaffenhofen keinen Handlungsbedarf. Schließlich sorgten Gaststätten wie das Irish Pub oder der Adler dafür, dass hier niemand verhungern müsse. Das Angebot sei in Pfaffenhofen im Verhältnis zur Einwohnerzahl akzeptabel. Vielen Kunden sei zudem die Qualität in einem Gasthaus, das vom Inhaber selbst geführt wird, wichtiger, als die aufgewärmte Tiefkühlkost in irgendeinem Bistro, sagt Endres und weiter: „Mir persönlich schmeckt es zu Hause am besten.“

Für die seit vielen Jahren leer stehende „Äußere Taverne“ in der Ortsmitte sieht Endres jedoch keine Zukunft als Gasthaus: Zu unrentabel sei eine Millioneninvestition in das denkmalgeschützte Gebäude. Doch könnte durch die Nutzung als öffentliches Gebäude, eventuell als Museum, in die „Traverne“ wieder Leben einkehren.

Für die Zukunft des Gewerbeverbands will Endres auf Bewährtes setzen, statt auf Neuerungen: „Mit den Veranstaltungen, die wir bisher organisieren, sind wir schon an der Grenze des personell und finanziell Machbaren.“ Ein großes Fest sei daher zum 20. Geburtstag des Gerwerbeverbands nicht geplant. Das soll allerdings nachgeholt werden: Zum silbernen Jubiläum in fünf Jahren gäbe es ein Fest, versichert Endres.

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