1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Wenn Radfahrer Angst haben

Weißenhorn

28.09.2016

Wenn Radfahrer Angst haben

Copy%20of%20_AKY8178.tif
3 Bilder
Allein unter Autofahrern: Auf dem Weißenhorner Hauptplatz fehlt die deutliche Markierung eines Fahrradwegs. Das kritisierte Walter Radtke, der Kreisvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs in einer Studie.
Bild: Alexander Kaya

Einige Wochen lang hat ein Experte Weißenhorn mit dem Velo befahren und dabei Gefahrenquellen ausgemacht. Auch wenn es nicht überall hakt – es gibt Handlungsbedarf.

Von Zuhause ins Büro, nach der Arbeit noch ins Schwimmbad und dann vielleicht zum Supermarkt – all das ist in Weißenhorn dank kurzer Entfernungen mit dem Fahrrad gut zu bewältigen: „Die Kleinstadt ist ideal für Radfahrer“, resümierte Walter Radtke, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschane Fahrradclubs (ADFC) im Kreis Neu-Ulm. Er hat Weißenhorn in den zurückliegenden Monaten ausgiebig mit dem Drahtesel befahren und genau unter die Lupe genommen. Dabei hat er zahlreiche Eindrücke gewonnen, die er nun in einer Sitzung des Stadtrats präsentierte. Dabei wurde klar: Seine Bilanz fällt durchaus zwiegespalten aus – so schön sich die Fuggerstadt auch zum beradeln eignet, so gefährlich können Radfahrer dabei auch leben. Aus Sicht von Radtke gibt es Handlungsbedarf. Hier ein Überblick.

Radwege: Außerhalb des Stadtkerns sei Weißenhorn gut aufgestellt, so der Radfahrexperte. Doch innen werde es „pauschal schlechter“ – und „undurchsichtig“.

Abstellflächen: Zeitgemäße Fahrradständer bieten hüfthohe Stangen (oder Halterungen), an denen die Rahmen der Velos befestigt werden können. Das sei bequem, stabil und sicher, sagte Radtke. Solche finden sich in Weißenhorn etwa am Bahnhof und bei der Firma Peri. Im Gegensatz zu überholten „Felgenklemmern“, bei denen sich der Radler beim Absperren bücken muss und Diebe mitunter leichtes Spiel haben (indem sie einfach einen Reifen ihrer Beute am Tatort zurücklassen). In der Altstadt fehlten geeignte Fahrradparkplätze, bemängelte der ADFC-Kreischef.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Schilder: Hier fand Radke zwar nur „wenige Mängel“. Dennoch tue man sich zumindest in der Innenstadt als Radfahrer mitunter schwer, den vorgesehenen Weg auf Anhieb zu erkennen. Außerdem fehle eine Informationstafel mit Wissenswertem für auswärtige Radler.

Tempo: In der Innenstadt falle negativ auf, dass in vielen Straßen mit 50 Stundenkilometern gefahren werden dürfe, sagte Radtke: „Das müsste man auf jeden Fall ändern.“ Einen Schritt in diese Richtung hatte der Bauausschuss kürzlich getan, in dem er verfügte, die Hauptstraße und die östliche Promenade zu Tempo-30-Zonen zu erklären (wir berichteten).

Schutzstreifen: Hier sah Radke Anlass zu Kritik: Auf dem stark befahrenen Hauptplatz und in der Kaiser-Karl-Straße fehlten Markierungen für einen Radweg. Andernorts gebe es diese zwar, doch sie seien wegen Unebenheiten im Untergrund schlecht befahrbar. Und in der Reichenbacher Straße würden Autofahrer die markierte Zone grundsätzlich überfahren. Das sei nicht erlaubt, betonte Radke: Der Schutzbereich müsse Velos vorbehalten und dürfe allenfalls kurzzeitig von Autos und Lastwagen als Fahrbahn genutzt werden. Beim Überholen hätten motorisierte Fahrzeuge einen Abstand von 1,5 Metern zu Radfahrern einzuhalten. In Weißenhorn hielten sich Verkehrsteilnehmer mitunter nicht daran, hat Radtke beobachtet. „Da fühlt man sich nicht immer sicher.“

Tipps: Der ADFC-Experte empfahl, mehr Radwege zu markieren, auch in der Emershofer Ortsdurchfahrt. Zudem sollten eine Rad-Abstell-Satzung gefasst und sogenannte Umlaufsperren (Stangen im Boden) wegen der Unfallgefahr ausgebaut werden. Außerdem müsse Werbung für das Radeln gemacht werden. Radke: „Fahrradfahrern hat eine Chance in Weißenhorn.“

Ausblick: Die Räte zeigten sich dankbar für die aufgedeckten Defizite. Man wolle die Anweisungen Punkt für Punkt umsetzen, sagte Bürgermeister Wolfgang Fendt.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Nuxit-Unterschriften.jpg
Neu-Ulm

Plus Nuxit-Gegner sammeln fast 10000 Unterschriften für Petition

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen