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Neu-Ulm

22.06.2017

Wenn die Ampel plötzlich spricht

OB Gerold Noerenberg stellte die neue Ampel gestern vor. Schulkinder passierten diese – so wie Gina Cussigh und ihr Bruder.
Bild: Andreas Brücken

Die Signalanlage an der neu gestalteten Schützenstraße in Neu-Ulm soll Kindern helfen, die Straße zu kreuzen. Sie ist damit die zweite sprechende Querungshilfe in ganz Deutschland.

Die achtjährige Gina Cussigh aus Neu-Ulm drückt den gelben Knopf an der Ampel – wie jeden Morgen auf dem Weg zur Schule in der Weststadt. Doch an diesem Tag ist alles anders: Denn die Ampel reagiert mit den Worten „Dankeschön, gleich wird’s grün“. Gina findet’s lustig. Und die Stadt besonders innovativ. Denn extra, um die neue Technik der sprechenden Signalanlage vorzustellen, luden Oberbürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter und Vertreter der Firma Siemens zur Ampel-Eröffnung.

Deren freundliche Kinderstimme kann sich nicht nur nett bedanken, sondern ist in Deutschland fast einzigartig. Nur die Stadt Marl (Nordrhein-Westfalen) habe ebenfalls eine Ampel mit Ansage. Diese beinhaltet ganz nebenbei noch eine Technik-Neuheit. Wie Reiner Schwenkel, Vertriebsbeauftragter von Siemens für die Region Süd, mitteilt, steckt in jedem Masten ein scheckkartengroßer Chip, der die Ampel überwacht. Bisher wurden Störungen dem Schaltkasten in unmittelbarer Nähe vermittelt. Nun sorge die Ein-Watt-Technologie dafür, dass die Übertragungswege kürzer werden und das Sicherheitsniveau höher, falls die Ampel ausfällt. „Das hat einen weiteren Nebeneffekt“, sagt Schwenkel, der Stromverbrauch werde geringer – um 80 Prozent im Vergleich zur LED-Technik. Das freut auch die Stadt Neu-Ulm, die die Ampel laut Tobias Fries aber vor allem wegen der Sicherheit für Kinder installiert hat. Allein wegen der 300 Schüler an der Weststadt-Schule sei die Kreuzung an der Schützenstraße/Schießhausallee hoch frequentiert. Diese wurde im Zuge der Leitungsarbeiten der Stadtwerke und des Umbaus der Schützenstraße zur Fahrradstraße (wir berichteten) erneuert. Nun gibt es barrierefreie Überwege an allen vier Seiten, sagt Fries.

230.000 Euro hat sich die Stadt die neue Ampel-Kreuzung kosten lassen, die zwischen März und Mai gebaut worden ist. Wie Oberbürgermeister Gerold Noerenberg gestern andeutete, könnte das nicht die letzte sprechende Ampel in Neu-Ulm gewesen sein: Er könne sich gut vorstellen, das alle Anlagen in Schulnähe sukzessive umgestellt werden. Allerdings sei das laut Fries nur möglich, wenn an den Stellen sowieso Arbeiten stattfinden.

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