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Ulm/Vöhringen

03.07.2020

Wieland: In 200 Jahren vom Glockengießer zum Weltmarktführer

Der Wieland-Geburtsort: Dieses Bild aus dem Jahr 1935 zeigt die Rosengasse in Ulm. Hier übernahm Philipp Jakob Wieland die Glockengießerei seines Onkels.

Plus Wie sich der kleine Handwerksbetrieb in der Ulmer Altstadt aufmachte, die Welt zu erobern. Die Meilensteine aus 200 Jahren Firmengeschichte bei Wieland.

Wir schreiben das Jahr 1820. Philipp Jakob Wieland übernimmt die Kunst- und Glockengießerei seines Onkels Thomas Frauenlob in der Ulmer Rosengasse. 200 Jahre später setzt das Unternehmen mit 9000 Mitarbeitern weltweit über 3,3 Milliarden Euro (2018/2019) um. Die weiteren Schlaglichter dieser Entwicklung.

1822

Philipp Jakob Wieland erhält sein erstes Patent auf eine von ihm entwickelte Feuerspritze.

1828

Durch den Kauf der Bochslermühle ( Ulm) erfolgt ein Technologiesprung in der Blechfertigung, die Wassserkraft der Blau löst die Muskelkraft ab.

Ein Ölgemälde der Bochslermühle in Ulm. Hier begann 1828 die Ablösung der Muskel- von der Wasserkraft.


1841

In einer früheren Mühle in Herrlingen bei Ulm geht eine weitere Fertigung in Betrieb.



1859


Kauf der ehemaligen Spitalmühle am Ostrand von Ulm. Das Areal wird später für lange Zeit zum Hauptsitz des Unternehmens.

Ulm um das Jahr 1900 mit dem Münster m Hintergrund. Die ehemalige Spitalmühle ist kaum wiederzuerkennen.

1864

Von der Manufaktur zur Serienfertigung: Dank hoher Investitionen beginnt im Werk Ulm die industrielle Fertigung nahtlos gezogener Rohre.

1865

Mit dem Erwerb der Krauß’schen Mühle in Vöhringen geht es steil bergauf. Das Werk gilt als Grundstein für spätere Weltgeltung. Es wird noch von Wasserkraft angetrieben.


Die Krauß’sche Mühle in Vöhringen. Dank der Wasserkraft konnte hier eine Gießerei von Weltrang entstehen.

1893

Das Werk Vöhringen wird an das Industriegleis-System angeschlossen – ein großer Sprung für die Logistik.

1908

In Vöhringen eröffnet die neue Kantine mit Badeanstalt. Sie gilt als Paradebeispiel für frühe Sozialeinrichtungen.

1919

Wieland wird Aktiengesellschaft. Durch die Umwandlung sichern die Eigentümer die Zukunft des Unternehmens unabhängig von der Wieland-Familie.

1929

Presse 6 geht in Vöhringen in Betrieb, sie gilt mit einer Presskraft von 2000 Mega-Newton als stärkste Strangpresse der Welt.

1931

Das Messingwerk Schwarzwald AG, 1911 gegründet, beliefert zunächst vorwiegend die Schwarzwälder Uhrenindustrie mit Messingbändern.

1945

Durch einen großen Bombenangriff der Alliierten am 1. März 1945 wird das Werk Ulm zu 80 Prozent zerstört. Bei Kriegsende 1945 bewahrt Vorstand Karl Eychmüller Ulm vor weiteren Zerstörungen, indem er eine geordnete Übergabe an die Amerikaner organisiert. Ein Unterfangen, das ihm bis heute den Respekt vieler Bürger einbringt.

1950

Aufbau der weltweiten Vertriebsorganisation. Mit dem Aufbau der internationalen Marktpräsenz durch eigene Vertriebsbüros treibt Wieland das globale Geschäft voran.

1961

Im Werk Vöhringen geht ein neuer Rohrzug in einer 220 Meter langen Halle in Betrieb und stellt damit die Fertigung von Ziehprodukten völlig neu auf.

1968

Wieland gründet eine Niederlassung in Frankreich.

1972

Im neuen, 360 Meter langen und 22.000 Quadratmeter großen Walzwerk in Vöhringen wird die Produktion aufgenommen.

1975

Vertriebsbüros im britischen Northampton, Mailand und Brüssel (1978) bringen die Internationalisierung voran.


Ulm 1981: Auf der „grünen Wiese“ im Donautal beginnt eine neue Ära, das Verwaltungsgebäude nimmt Gestalt an.

1980

Mit der Eröffnung eines Schneidcenters in Wheeling/Illinois etabliert sich Wieland auf dem amerikanischen Markt.

1987

Die Übernahme der Langenberg Kupfer- und Messingwerke stärkt die Wieland-Kompetenz im Walzen von Reinkupfer und erwirbt 50 Prozent der Schwermetall GmbH.

1988 bis 2020

In dieser Zeitspanne fasst Wieland durch Übernahmen oder Gründung von Vertriebsbüros Fuß (unter anderem) in Spanien, Singapur, Ungarn, Portugal, Polen, Dänemark, Japan und China.

1993

Im Süden des Werkes Vöhringen werden mit neuen Pressen und der integrierten Fertigung von Drähten, Stangen und Profilen Maßstäbe gesetzt.

2007

Die erweiterte Gleitlagerfertigung in Ulm ist Ausdruck der wachsenden Bedeutung von Wieland als strategischer Partner der Automobilindustrie.

2019

Mit dem Erwerb des amerikanischen Marktführers Global Brass & Copper wird die Entwicklung der Wieland-Gruppe zum globalen Marktführer für Halbzeuge aus Kupferwerkstoffen fortgeführt. (heo)

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