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Wullenstetten

11.07.2019

Wullenstetter Grundschulleiterin geht in Rente

Lehrer war schon als Kind der Traumberuf von Hildegard Zinner. Seit 1978 ist die Pädagogin im Schuldienst, 33 Jahre davon in Wullenstetten und seit vier Jahren auch als Schulleiterin. Jetzt steht der Ruhestand bevor.
Bild: Andreas Brücken

Hildegard Zinner ist seit 33 Jahren Lehrerin in Wullenstetten und seit vier Jahren Schulleiterin. Jetzt hört sie auf.

Hildegard Zinner leitet seit vier Jahren den Schulbetrieb in Wullenstetten mit mehr als 260 Buben und Mädchen, den Lehrern und Betreuern. Aller Verantwortung ihres Amtes zum Trotz ist die Chefin der Grundschule kein Mensch der großen Worte. Eher bescheiden und ruhig sitzt die Schulleiterin in ihrem Büro – anklopfen muss man nicht, denn die Türe steht offen. Doch Zinner hat nur noch wenige Tage ihren Platz auf dem Chefsessel der Schule inne. Mit dem Ende des Schuljahres endet nach 41 Jahren auch ihre Dienstzeit als Lehrerin.

Es ist ein Abschied, dem sie mit gemischten Gefühlen entgegenblickt, wie sie sagt: „Meine Kollegen sind ein Glücksfall“, erklärt die Schulleiterin und meint damit nicht nur die Lehrer, sondern auch den Hausmeister, die Schulsozialarbeiterin oder die Mitarbeiter der Nachmittagsbetreuung. „Jeder passt hier her, ganz genau so, wie er ist“, erklärt Zinner knapp, während ihr Lächeln eine tiefe Zufriedenheit mit ihrem Umfeld verrät. „Doch noch mehr als die Kollegen, werden mir die Kinder fehlen“, fügt sie hinzu.

Immer wieder auf junge Menschen zuzugehen, die das Potenzial haben, sich zu entwickeln, sei das Schöne an ihrem Beruf. „Man kann etwas bewirken und verändern“, sagt Zinner und weiter: „Kinder sind direkt und erklären ohne Vorbehalte, was sie bedrückt oder stört.“ Selbstbewusster seien die Buben und Mädchen geworden – mit allen Vor- und Nachteilen, wie die Pädagogin sagt: „Eine Gemeinschaft braucht Regeln und Strukturen, welche die Kinder von zu Hause immer weniger vermittelt bekommen.“ Oft müsse deshalb der Lehrer auch als Erzieher agieren, erklärt Zinner.

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Bei der Schulleiterin der Grundschule Wullenstetten kommt in der Rente keine Langeweile auf

Dass sie einmal Lehrerin werden wird, stand für Zinner schon als Kind fest, wie sie sagt und fügt hinzu, dass sie diesen Wunsch noch nicht einen Tag bereut habe. Ihr Vater dagegen hätte für sie lieber eine Karriere in einem Büro vorgesehen. Vor 33 Jahren ist Zinner als Lehrerin von Bellenberg nach Wullenstetten an die Grundschule gekommen und hat in dieser Zeit viel erlebt. Und auch in ihrem letzten Schuljahr an der „Rektor-Meinrad-Mayer-Schule“, wie die Schule genannt wird, hat sich einiges bewegt. So wächst derzeit der Rohbau für die neue Aula mit Nachmittagsbetreuung auf dem ehemaligen Pausenhof in die Höhe.

Vor vier Jahren war die Grundschule in Wullenstetten das Pilotprojekt für das Betreuungsangebot. Über das pädagogische Konzept hinaus plant Zinner noch bis zum letzten Schultag mit dem Architekten die Gestaltung der neuen Räume.

Bei so viel Arbeit ist sie offenbar noch nicht dazu gekommen, sich über ihren Ruhestand Gedanken zu machen. Sie sagt jedoch, dass ihre drei Hunde, der Garten und das Wohnmobil ausreichende Alternativen gegen Langeweile bieten.

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