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Ulm

12.09.2018

Zwei Abende gegen Rechts – und für das Miteinander

Schreiner Karl-Heinz Adrion beseitigt die Schmierereien am Reformationsportal des Ulmer Münsters. <b>Foto: Horst Hörger</b>
Bild: Horst Hörger

Ein Antisemitismus-Vortrag und ein singender Demonstrationszug sind die Reaktionen auf Hakenkreuz-Schmierereien im Ulmer Münster.

Als die Ulmer am vergangenen Freitag gegen Rechts auf die Straße gingen, zählte die Polizei ungefähr 700 Teilnehmer. Am kommenden Dienstag, 18. September, soll abermals eine Demonstration stattfinden. „Es ist Zeit öffentlich zu zeigen: Wir sind für Menschlichkeit, für Vielfalt und für ein friedliches Miteinander in Ulm“, kündigen die Veranstalter vom CVJM und vom Evangelischen Jugendwerk Ulm an. Beginnen soll die Aktion um 18 Uhr im Café Jam am Münsterplatz 21. Nach einem singenden Demonstrationszug rund ums Münster geben der Chor Choriosity, die Band Roadstring Army und die Maximilian Jäger Band vor dem Café Jam ein Konzert. Gegen 21.15 Uhr sollen alle Teilnehmer als Zeichen für Toleranz und Frieden mitgebrachte Kerzen entzünden.

Die Aktion der beiden christlichen Jugendgruppen ist eine Antwort auf die Hakenkreuz-Schmierereien, die im Münster entdeckt worden waren. Eine andere Antwort will Michael Blume am Sonntag, 16. September geben. Der Antisemitismus-Beauftragte der baden-württembergischen Landesregierung ist von 18 Uhr an im Haus der Begegnung im Grünen Hof in Ulm zu Gast. Dort hält er einen Vortrag über das Thema „Sterne, Kreuze, Hakenkreuze – Warum Antisemiten alle Religionen attackieren“. Sozialbürgermeisterin Iris Mann wird ein Grußwort halten, im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu diskutieren.

Nicht der erste Angriff auf ein Gotteshaus

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Nach den Hakenkreuz-Schmierereien hatte Dekan Ernst-Wilhelm Gohl betont, man wolle auf Argumente statt auf Emotionen setzen. Dazu soll Blumes Vortrag beitragen. Gohl lobt den Antisemitismus-Beauftragten als „sehr differenziert“.

Die Hakenkeuz-Schmierereien, die der Dekan bekannt gemacht hat, sind nicht der erste Angriff auf ein Gotteshaus. Auch die Synagoge am Weinhof und die Moschee am Ehinger Tor wurden in den vergangenen Monaten attackiert und beschädigt. Der Titel des Vortrags, „Sterne, Kreuze, Hakenkreuze“ spielt deswegen nicht auf die religiösen Symbole des Christentums an. (mase)

Einen ausführlichen Artikel über die Schmierereien lesen Sie hier.

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