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  3. Neu-Ulm: Falsche Witwe kassierte nach Notlüge 30 Jahre lang Rente

Neu-Ulm
24.11.2016

Falsche Witwe kassierte nach Notlüge 30 Jahre lang Rente

Eine Frau gab sich als Witwe aus - und betrog die Versicherung so um viel Geld. (Symbolbild)
Foto: Alexander Kaya

Eine angebliche Witwe bekam 30 Jahre Geld von der Rentenversicherung - sie war aber nie verheiratet. Alles fing mit einer Notlüge an und endete mit einem zu schlechten Gewissen.

Fast 30 Jahre lang hat eine Frau aus Neu-Ulm Witwenrente kassiert – ohne, dass sie jemals verheiratet gewesen wäre. Damit betrog sie nicht nur die Deutsche Rentenversicherung um rund 170.000 Euro, sondern sie schafft es möglicherweise mit ihrer Geschichte sogar in Lehrbücher der Justiz. Das prophezeite zumindest ein Staatsanwalt der 65-Jährigen, die sich gestern vor dem Amtsgericht in Neu-Ulm wegen Betrugs in besonders schwerem Fall verantworten musste.

Auch Richter Thomas Mayer räumte in der Verhandlung ein: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Denn der Fall ist gleich in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich.

Falsche Witwe zeigte sich selbst an

Der Mutter zweier Kinder gelang es nicht nur, fast 30 Jahre lang die Behörden hinters Licht zu führen. Sie tat dies, nach eigener Aussage, auch stets mit einem schlechten Gewissen. Im Frühjahr dieses Jahres entschloss sich die Frau schließlich zu einem bemerkenswerten Schritt: Sie ging zur Polizei und zeigte sich selbst an.

„Ich habe die ganze Zeit über seelisch sehr gelitten. Mit 65 Jahren wollte ich damit endlich Schluss machen, sonst wäre ich in meinem Leben nicht mehr froh geworden“, sagte die Neu-Ulmerin vor Gericht sichtlich zerknirscht und erzählte offenherzig, wie es ihr gelungen war, als ledige Frau Witwenrente zu bekommen.

Demnach war die gebürtige Kasachin im Jahr 1988 aus Lettland nach Deutschland ausgewandert. Ihr Lebensgefährte war fünf Jahre zuvor gestorben, mit ihren beiden Kindern wollte sie in Dornstadt ein neues Leben beginnen und bat um Unterstützung durch den deutschen Staat.

Weil sie nicht gewusst habe, dass Witwen- und Waisenrente in Deutschland zwei unterschiedliche Dinge sind – in Lettland gebe es beides nur im Gesamtpaket – habe sie zu einer Notlüge gegriffen: „Ich hatte Angst, dass ich kein Waisengeld für meine Kinder bekomme und habe dann so getan, als wäre ich mit ihrem gestorbenen Vater verheiratet gewesen.“

Trotz fehlender Heiratsurkunde überzeugte sie damals offenbar den Angestellten der Gemeindeverwaltung in Dornstadt mit ihrer Geschichte: Er genehmigte ihr sowohl Witwen- als auch Waisenrente. Fortan bekam die Frau monatlich von der Rentenversicherung Geld überwiesen. 28 Jahre lang. Insgesamt 168.046,55 Euro.

Angeklagte über ihren Betrug: "Ich habe mich dafür furchtbar geschämt"

„Ich habe mich dafür furchtbar geschämt, aber ich hatte Angst davor, was passieren würde, wenn die Wahrheit rauskommt“, erklärte die 65-Jährige mit Tränen in den Augen vor Gericht. Als der Druck irgendwann zu groß wurde, fasste sie sich ein Herz und ging zur Polizei und begann bereits kurz darauf, das fälschlicherweise erhaltene Geld langsam zurückzuzahlen. Da sie viele Jahre lang in Angestelltenverhältnissen gut verdient habe, habe sie die Witwenrente nicht auf den Kopf gehauen, sondern vieles davon in Versicherungen angelegt.

„Es ist noch einiges da, was sie in den kommenden Jahren auch zurückzahlen kann“, betonte ihr Verteidiger. 13.000 Euro seien schon überwiesen, Ende des Jahres sollen weitere 12.000 Euro folgen und ein Dauerauftrag mit 200 Euro monatlich sei bereits eingerichtet. Zudem sei seiner Meinung nach ein Teil der Tat verjährt – der Staatsanwalt sah das anders.

Richter Mayer betonte in seiner Urteilsbegründung, dass die Selbstanzeige und das Geständnis sehr positiv zu werten seien. „Die Sache wäre sonst niemals aufgedeckt worden.“ Dennoch sei es aufgrund der hohen Summe ein Betrug besonderen Ausmaßes. Mayer verurteilte die 65-Jährige zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten mit der Auflage, „den Schaden mit besten Kräften wieder gutzumachen, mindestens 200 Euro monatlich“.

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24.11.2016

Warum wird der Angestellte der Dornstädter Gemeindeverwaltung nicht ebenfalls in die Pflicht genommen? Schließlich hat seine lasche Handlungsweise erst den Betrug ermöglicht. Wenn es um Hartz4 gegangen wäre, hätten sie die Frau wahrscheinlich vor der Genehmigung seziert.