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Schwörmontag mit neuer Partyzone: Das ist 2024 geboten

Ulm/Neu-Ulm

Schwörmontag mit neuer Partyzone: Das ist 2024 geboten

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    Um 16 Uhr breitet sich auch dieses Jahr am Schwörmontag die Feier auf die Donau aus. Bei Sommerwetter rechnen die Veranstalter mit bis zu 6000 Menschen beim Nabada.
    Um 16 Uhr breitet sich auch dieses Jahr am Schwörmontag die Feier auf die Donau aus. Bei Sommerwetter rechnen die Veranstalter mit bis zu 6000 Menschen beim Nabada. Foto: Alexander Kaya

    Es wird eine Premiere für Martin Ansbacher: Am Schwörmontag, der wie immer auch dieses auf den vorletzten Montag im Juli fällt, wird der neue Ulmer OB um 11 Uhr zu seiner Schwörrede ansetzen, die seine erste sein wird. Bis exakt 12 Uhr darf sie nur dauern, denn dann erklingt die Schwörglocke. „Es wird mehr um einen Ausblick in die Zukunft gehen, als um einen Rückblick. Das ist logisch“, sagt der noch junge OB. Den Ulmer „Nationalfeiertag“ will er traditionell in Söflingen ausklingen lassen. Doch es gibt auch eine neue Alternative für die Feierlichkeiten in Ulm.

    Neue Partyzone in Ulm am Schwörmontag

    Denn in Ulm will sich eine neue Schwörmontags-Feierzone etablieren: Wie der Ordnungsamtsleiter Rainer Türke bei der Vorstellung des diesjährigen Festablaufs im Ulmer Rathaus sagte, seien im Bereich rund um Pfauengasse und Walfischgasse neue Angebote in Vorbereitung. Neben dem Club „Eins tiefer“, dem Tapas-Lokal „El Galgo“ sei auch die dort ansässige Eisdiele am Start. Es soll dieses Jahr dort neben mehr Außenbewirtschaftung erstmalig eine Bühne und einen DJ geben. Es kann gefeiert werden: „Das Sicherheitskonzept steht“, gibt Türke grünes Licht.

    Ulm hat sich bereits hübsch gemacht für den Schwörmontag.
    Ulm hat sich bereits hübsch gemacht für den Schwörmontag. Foto: Oliver Helmstädter

    Gedacht ist das neue Angebot auch als Ersatz für die Feiermeile im Fischerviertel, die bereits im vergangenen Jahr geschrumpft war. Denn erneut gibt es im Gegensatz zu früheren Jahren hier keine durchgängige Party von der Zill bis zum „Wilden Mann“ geben. Die Gaststätte „Zur Zille“ bietet „ganz normal“, wie „Zum Haberfelder“ auch, Außenbewirtschaftung - aber „ohne zusätzliche Bespielung“, wie Türke sagt. Beim „Wilden Mann“ wird hingegen verstärkt gefeiert, samt einem dafür notwendigen Sicherheitskonzept.

    Trotz Baustelle kann auch dieses Jahr auf dem Marktplatz in Ulm gefeiert werden, die Bühne müsse halt nur etwas verrückt werden. Um das Problem der Wildpinkler in den Griff zu bekommen, setzt Ulm dieses Jahr auf mehr Toiletten. Der Ausschank geht am Schwörmontag bis 24 Uhr. Türke: „Das hat sich bewährt.“ Ein Versuch bis 23 Uhr ist vor einigen Jahren gescheitert.

    „Sicherheit hat die oberste Priorität“

    Martin Ansbacher , OB von Ulm

    „Sicherheit hat die oberste Priorität“, sagt OB Ansbacher. Das gelte nicht nur für die Feierlichkeiten am Abend des Schwörmontags, sondern insbesondere auch für das Nabada, den großen Wasserumzug auf der Donau.

    Hierfür zeichnet schon seit vielen Jahren Organisationsleiter Michael Schwender verantwortlich. Und alle Jahre wieder warnt er: Die Donau werde mit 16 bis maximal 19 Grad ziemlich kalt sein, Schwender rät zum Tragen von Neopren-Anzügen, Unterkühlungen seien Jahr für Jahr der Hauptproblempunkt. Ob der große Wasserumzug überhaupt stattfinden kann, könne maximal 22 Stunden vorher gesagt werden. Denn erst dann sei klar, wie viel Regenwasser die Donau am 22. Juli um 16 Uhr führt. Die Regeln sind klar: Aus versicherungstechnischen Gründen muss der große Spaß abgesagt werden, wenn die Donau mehr als 250 Kubikmeter Wasser pro Sekunde führt. Ab einem Wert unter 150 Kubikmeter wird es „ein langsames Nabada“. 14 Themenboote und bis zu 6000 „freie Nabader“ werden von über 300 Rettungskräften auf der Donau geschützt.

    Die Donau beim Nabada kann sehr tief und sehr flach sein

    Schwender warnt erneut davon, von den Brücken zu springen. Jedes Jahr gebe es hier Unglücke, weil die Donau teilweise nur 60 bis 80 Zentimeter tief sei. Gleichzeitig warnt der langjährige Nabada-Chef davor, dass dennoch in der Donau auch ein Tod durch Ertrinken möglich sei. Denn es gebe über 2,50 Meter breite Gräben in der Donau, die bis zu drei Meter tief seien. Durch das Hochwasser hätte sich der Untergrund und Kiesbänke verschoben, sodass niemand genau wisse, wo die Gräben seien. Grundsätzlich sei die Donau auf Ulmer Seite tiefer als auf Neu-Ulmer.

    Keine Hetzparolen beim Nabada

    Ein Themenboot haben die Nabada-Organisatoren dieses Jahr „zurückgepfiffen“. Nicht jenes, das sich dem neuen OB widmet. Doch eines habe „mit Hetzparolen gegen anderen Parteien“, so Schwender, die Donau herunter schippern wollen. „Wir wollen keine politische Veranstaltung sein.“ Es dürfe nicht „zu ernst“ zugehen bei dieser betont fröhlichen Veranstaltung. Jeder solle über die Themenboote lachen können.

    Torsten Fisch, Leiter der Abteilung Mobilität der Stadt Ulm, ging auf die Bauarbeiten der Bahn am Ulmer Hauptbahnhof ein, die den Nahverkehr rund um das Festwochenende ziemlich einschränken. Die Stadt habe eingesehen, dass es der Bahn nicht möglich sei, die Bauarbeiten grundsätzlich zu verschieben. „Das ist tatsächlich eine Notmaßnahme.“ Doch es sei der Stadtverwaltung gelungen, die Bahn zu sensibilisieren. Die Einschränkungen seien vor allem auf „den bayerischen Strecken“ nicht ganz so gravierend. Auf den Verbindungen in den Kreis Neu-Ulm und Kreis Günzburg wird es über eine Ersatzhaltestelle am Ulmer Theater „Schienenersatzverkehr“ - also Busse statt Züge - geben. „Ich denke, das wird ohne größere Einschränkungen vonstattengehen.“

    Brücken, Radwege und die Licherserenade am Schwörwochenende

    Aus Sicherheitsgründen werden die Herdbrücke am Samstag, 20. Juli, ab 20 Uhr und die Gänstorbrücke von 21 Uhr bis 24 Uhr vollständig gesperrt. Während des Nabada sind die Herdbrücke ab 14, die Gänstorbrücke ab 15 Uhr, jeweils bis 18 Uhr, gesperrt. Auch der Berblinger-Turm wird von Samstag, 20 Uhr, bis Dienstag, 8 Uhr, gesperrt. Am Schwörwochenende und in der nachfolgenden Woche sind im Bereich der Gänstorbrücke auf Ulmer und Neu-Ulmer Seite fast alle Fuß- und Radwege wieder geöffnet. Lediglich die Unterführung auf Ulmer Seite bleibt geschlossen.

    Kein Schwörwochenende ohne den Klassiker: Nach Einbruch der Dunkelheit, gegen 22 Uhr, beginnt am Samstag die Lichterserenade auf der Donau, bei der Tausende von kleinen Öllichtern den Strom hinabgleiten. Organisiert und durchgeführt wird die Lichterserenade wie immer von der Gesellschaft der Donaufreunde.

    In einer früheren Version stand fälschlicherweise der Wert von 250 Kubikmeter pro Stunde. Das ist falsch: Die Regeln sind klar: Ab einem Durchfluss von 250 Kubikmeter Wasser pro Sekunde an den Messstellen wird das Nabada auf der Donau abgesagt

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