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Fußball

15.11.2017

Ausscheiden der Italiener: Mamma mia!

Torwart Gianluigi Buffon (links) und Teamkollege Manolo Gabbiadini sind geschockt. Zum ersten Mal seit 60 Jahren fährt die italienische Fußball-Nationalmannschaft nicht zu einer Weltmeisterschaft.
Bild: Luca Bruno/AP/dpa

Eine Fußball-WM ohne Italien. Das kommt 2018 auf die Fans zu. Antonio Passaro vom FV Weißenhorn nimmt das mit.

Der Fußball erzeugt in seinen stärksten Momenten Bilder, die ewig bleiben. Zum Beispiel jenes, das Franz Beckenbauer zeigt, wie er nach dem Weltmeistertitel 1990 als Trainer der deutschen Nationalmannschaft wie in Trance alleine über den Rasen des Olympiastadions in Rom geht. Es ist ein Bild der deutschen Freude nach einem wichtig Triumph. Bilder von Misserfolgen gibt es genauso. Wie 2006, als die Deutschen im Halbfinale des Sommermärchens ausschieden. Der Gegner damals: Italien. Dass sich den Italienern nun ein neues Bild des Misserfolgs einbrennen wird, dürfte einigen deutschen Fans eine gewisse Schadenfreude entlocken. Für die italienischen Anhänger ist es ein Graus.

Das Bild zeigt italienische Fußball-Nationalspieler um Torwartlegende Gianluigi Buffon. Bedröppelt schauen sie drein. Kurz zuvor sind die Italiener durch ein 0:0 gegen Schweden an der Qualifikation für die Endrunde der Fußballweltmeisterschaft 2018 gescheitert. Zum ersten Mal seit 60 Jahren wird es eine WM ohne Italien geben.

Nationalcoach Gianpiero Ventura in der Kritik

„Das ist natürlich sehr enttäuschend“, sagt Antonio Passaro. Der 43-Jährige ist Abteilungsleiter des FV Weißenhorn und gebürtiger Italiener. Das Spiel der Italiener hat er sich selbstverständlich angeschaut. „Die Schweden haben den Mannschaftsbus vor dem Tor geparkt“, lautet seine Analyse zum defensiven Spiel der Skandinavier. Mit Kritik will er seine Landsmänner aber nicht verschonen: „Sie konnten es spielerisch nicht lösen.“

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Wie viele italienische Medien auch kritisiert er den Nationalcoach Gianpiero Ventura und dessen Herangehensweise an die beiden Spiele gegen Schweden. „Die Arbeit eines Nationaltrainers ist anders als die eines Vereinstrainers. Er kann selektieren und die besten Spieler holen, die er dann an die Positionen anpasst“, sagt Passaro. Ventura habe aber das Gegenteil gemacht und ließ beispielsweise Topspieler Lorenzo Insigne vom SSC Neapel auf der Bank.

Ausscheiden Italiens trifft Nachwuchs

Besonders traurig findet Passaro, dass das Ausscheiden der Squadra Azzurra den italienischen Fußball finanziell treffen wird. So entgehen der Mannschaft einige Millionen Preisgeld. „Das wird auch die unteren Ebenen treffen“, sagt Passaro. Also den Jugendfußball. Das tue ihm als Nachwuchstrainer besonders leid. Dabei habe sich die Nachwuchsarbeit in Italien sehr gut entwickelt, erklärt er. Das Problem: Viele Nachwuchsspieler der großen italienischen Teams kommen aus dem Ausland. Dadurch seien es vor allem andere Nationen, die von der Arbeit profitierten.

Auf Nachwuchs ist der Fußball in Italien jedoch angewiesen. Nach dem Spiel gegen Schweden verkündeten Buffon, Giorgio Chiellini und Andrea Barzagli ihr Aus in der Nationalmannschaft. Der Generationenwechsel ist in vollem Gange. Passaro sieht das aber als Chance: „Italien muss jetzt den Schalter umlegen. So wie Deutschland 2006.“

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