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DFB-Pokal

17.06.2019

Das Sitzfleisch zahlt sich wieder aus

Zur Auslosung waren Vertreter aller Vereine ins Dortmunder Fußball-Museum gekommen. Ganz links in der mittleren Reihe hinter dem Schild mit dem Namen seines Vereins der Ulmer Kapitän Florian Krebs.
Bild: imago images/MaBoSport

Den Ulmern wird ganz spät der Nachbar Heidenheim als Gegner zugelost. Es gibt einen gravierenden Unterschied zu Erstrunden-Spiel in der vergangenen Saison

Wer bei Auslosungen der Erstrundenspiele im DFB-Pokal mit dem SSV Ulm 1846 Fußball mitfiebert, der braucht Geduld. Aber er wird belohnt mit attraktiven Paarungen. Vor gut einem Jahr fischte die deutsch-russische Schauspielerin Palina Rojinski die Kugel mit dem Vereinsnamen der Spatzen kurz vor 23 Uhr als allerletzte aus Topf eins, Gegner war bekanntlich Titelverteidiger Eintracht Frankfurt. Am Samstag lief das Prozedere im Dortmunder Fußball-Museum zeitlich exakt gleich ab. Der Ulmer Kapitän Florian Krebs und Vorstandsmitglied Thomas Oelmayer mussten bis zum Schluss der Auslosung warten. Letzte Kugel in Topf eins: SSV Ulm 1846 Fußball. Letzte Kugel in Topf zwei: FC Heidenheim. Die frühere Nationalspielerin Nia Künzer sorgte also als Losfee dafür, dass es zwischen dem 9. und dem 12. August im Donaustadion zu einem schwäbischen Derby zwischen dem Regionalligisten und dem 55 Kilometer entfernt beheimateten Zweitligisten kommt. Der genaue Termin wird innerhalb der nächsten zwei Wochen festgelegt.

Natürlich träumt man bei jedem Amateurverein vor so einer Auslosung vom FC Bayern München, von Borussia Dortmund oder wenigstens von den Zweitligisten Hamburger SV oder VfB Stuttgart. Aber man weiß auch, dass es Erzgebirge Aue werden könnte. Mit dem Derby gegen Heidenheim können die Spatzen also zumindest sehr gut leben. Sportchef Anton Gugelfuß, der gestern seinen letzten Urlaubstag auf Norderney verbrachte und die Auslosung dort im Fernsehen sah, sprach sogar von einem „Traumlos“. Florian Krebs, der im Rahmen der Auslosung das Publikum mit Parodien auf Franz Beckenbauer und den früheren Nationaltorhüter Oliver Kahn unterhielt, sah es ähnlich: „Ein Highlight für die Region.“ Gugelfuß hat bereits Kontakt zu seinem Heidenheimer Kollegen Holger Sanwald aufgenommen und verspricht: „Aus diesem Spiel machen wir ein schwäbisches Fußballfest. Das Donaustadion wird mit Sicherheit wieder ausverkauft sein und das unabhängig vom genauen Termin.“

Zwischen den beiden Nachbarn gibt es eine über lange Zeit gewachsene und gepflegte Rivalität. Als Ulm in der ersten und zweiten Bundesliga spielte, wurde der FC Heidenheim noch mitleidig belächelt. Inzwischen haben sich die Kräfteverhältnisse gedreht. Die Spatzen kicken in der viertklassigen Regionalliga Südwest, Heidenheim hat in der vergangenen Saison um den Aufstieg in die erste Bundesliga mitgespielt und am Ende in der zweiten Bundesliga den höchst respektablen fünften Platz belegt. Die Fans honorieren den Erfolg der Mannschaft des Langzeit-Trainers Frank Schmidt, der übrigens in den Jahren 1989 bis 1991 für Ulm gespielt hat. Für die kommende Spielzeit wurden bereits mehr als 3000 Dauerkarten abgesetzt. Einige der Spatzen-Fans mögen allerdings Heidenheim gar nicht und sprechen von einem Retortenverein und einem Kunstprodukt. Das letzte Pflichtspiel zwischen beiden Vereinen ging übrigens am 8. April 2014 über die Bühne. Heidenheim gewann im Halbfinale des WFV-Pokals mit 2:0.

Dass den Ulmern im DFB-Pokal die Revanche gelingt, das ist alles andere als ausgeschlossen. Erinnert sei nur an den 2:1-Erstrundensieg gegen Frankfurt am 18. August des vergangenen Jahres. Allerdings gibt es einen gravierenden und möglicherweise entscheidenden Unterschied zum Heidenheim-Spiel: Für die Eintracht hatte die Saison in der Bundesliga damals noch nicht begonnen. In der zweiten Liga geht es allerdings in diesem Jahr am Wochenende zwischen dem 26. und 29. Juli wieder los. Wenn die Heidenheimer in Ulm aufkreuzen, dann haben sie also bereits die nötige Wettkampfhärte.

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