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Corona-Regeln
14.01.2022

Alle dürfen beim Sport mitmachen

Fußballtraining ist für Kinder und Jugendliche, die regelmäßig in der Schule getestet werden, weiterhin ohne Beschränkung möglich.
Foto: dpa/picture alliance

Für Jugendliche gilt weiterhin keine 2G-Regel. Die Vereine in der Region haben somit wenigstens eine Sorge weniger – aber das Thema hat viele Facetten.

Bei vielen Sportvereinen auch im Landkreis Neu-Ulm hatte man mit Sorge auf diesen Termin geblickt: Am Mittwoch sollte in Bayern eigentlich die Ausnahmeregelung für Jugendliche vom 2G-Prinzip auslaufen. Auch minderjährige Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren hätten dann nur noch Sport treiben dürfen, wenn sie gegen das Corona-Virus geimpft oder genesen sind. Nun hat die Staatsregierung diese Ausnahmeregelung zunächst um vier Wochen bis zum 9. Februar verlängert. Nach Informationen des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) soll sie aber dauerhaft gelten. „Das ist für uns auf alle Fälle eine erhebliche Erleichterung“, sagt Christine Weiß, die stellvertretende Vorsitzende des TSV Weißenhorn.

Je näher der Stichtag rückte, desto mehr Vertreter aus den einzelnen Abteilungen waren beim Vorstand des größten Sportvereins in der Fuggerstadt vorstellig geworden. Es gab schließlich viele Fragen. Was sagt man den betroffenen Jugendlichen? Wie soll eine Mannschaft antreten, wenn mehrere Spielerinnen oder Spieler nicht mehr mitmachen dürfen? Christine Weiß glaubt zwar nicht, dass es einen rapiden Mitgliederschwund gegeben hätte, wäre die Regelung nicht verlängert worden. Inzwischen sind schließlich auch viele Jugendliche geimpft und tendenziell werden es noch mehr.

Die Co-Vorsitzende des TSV Weißenhorn sieht im Zusammenhang mit der Pandemie aber mehrere andere Probleme. Die Zeiten, in denen ein Mensch im Kindesalter Mitglied in einem Verein wird und es dann 50 Jahre lang bleibt, die sind ihrer Beobachtung nach vorbei. Heutzutage treten die Jugendlichen und Erwachsenen ein, wenn sie sich etwas von einer Mitgliedschaft versprechen und wenn das nicht mehr der Fall ist, dann verlassen sie den Verein wieder. „Eintritte und Austritte haben sich vor der Pandemie immer ungefähr die Waage gehalten“, berichtet Christine Weiß: „Das hat sich geändert. Es treten nicht mehr Menschen aus als vor der Pandemie, aber uns fehlen die Eintritte.“ Wenn Jugendliche nicht mehr in die Sportvereine kommen, weil sie zum Beispiel nicht vollständig geimpft oder genesen sind, dann fürchtet Christine Weiß nicht nur um deren körperliches Wohlergehen: „Bei den Erwachsenen geht es in erster Linie darum. Aber gerade für junge Menschen ist außerdem der soziale Aspekt des Sports ganz wichtig.“ Martina Rudat arbeitet in der Geschäftsstelle der TSF Ludwigsfeld, sie ist Abteilungsleiterin und Trainerin in der Kinder-Leichtathletik. Beim Thema Ausnahmeregelung für Jugendliche ist sie gespalten. Rudat findet es einerseits erfreulich, dass alle jungen Menschen weiterhin Sport im Verein treiben dürfen. Andererseits gibt sie zu bedenken: „Es wäre für die Jugendlichen, für uns Trainer und für die Eltern ein gutes und beruhigendes Gefühl zu wissen, dass wir alle geimpft sind.“

Matthias Zok ist Jugendleiter beim FV Illertissen und im Verein für die Fußball-Mannschaften von der U12 bis zur U19 zuständig. „Generell ist es eine ungute Situation, weil wir alle mitnehmen und keinen ausschließen wollen“, sagt er. Zwischen 120 und 150 Kinder und Jugendliche spielen beim FVI von der C- bis zur A-Jugend. „Die meisten davon sind schon geimpft oder gerade dabei, sich um den Impfschutz zu kümmern“, sagt Zok. Dennoch ist er erleichtert, dass die Ausnahmeregelung erst einmal verlängert wurde und sich die minderjährigen Kicker nicht nach 2G richten müssen. Zok sagt: „Das finde ich gut. Andernfalls wäre der Trainings- und Spielbetrieb durchaus gefährdet gewesen.“ Denn schon kommenden Montag ist für die Jugendteams beim FVI die Winterpause vorbei.

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