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Ulm: Feuerwehreinsatz auf B10: Rauch aus Westringtunnel sorgt für Verwirrung

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Feuerwehreinsatz auf B10: Rauch aus Westringtunnel sorgt für Verwirrung

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    Eine Großübung hat jetzt in Ulm für Verwirrung gesorgt. Weil Rauch aus dem Westringtunnel quoll, wurde in Sozialen Medien heftig spekuliert.
    Eine Großübung hat jetzt in Ulm für Verwirrung gesorgt. Weil Rauch aus dem Westringtunnel quoll, wurde in Sozialen Medien heftig spekuliert. Foto: Thomas Heckmann

    Nur wenige Minuten nachdem am Samstagabend Rauch aus dem Ulmer Westringtunnel quoll, gab es schon die ersten besorgten Fragen in den lokalen Sozialen Medien. Feuerwehr und Rettungsdienst übten in dem Tunnel der Bundesstraße 10 die Rettung nach einem Unfall - was allerdings längst öffentlich angekündigt worden war. Das hatten aber etliche wohl nicht mitbekommen. In der Zwischenzeit standen zahlreiche Autofahrer im Stau. 

    Eine geplante Tunnelsperrung schafft Raum für eine Großübung

    Zweimal im Jahr finden im Tunnel der wichtigsten Ulmer Verkehrsachse nachts Wartungsarbeiten statt. Steve Endel, Leiter der Verkehrsinfrastruktur der Stadt Ulm, kommt fast schon ins Stocken, wenn er aufzählt, was alles an Technik im Tunnel verbaut ist. Rund 90 000 Fahrzeuge sind täglich auf der B10 unterwegs, damit sie sicher durch die Unterführung kommen, gibt es Videoüberwachung und Brandmeldeanlagen, Entlüftungen, Notbeleuchtungen, Schranken, Notausgänge und einiges mehr. Passiert ist in den vergangenen Jahren wenig dort unten, auch wenn beispielsweise ein Auffahrunfall von drei Lastwagen mit lediglich Blechschäden glimpflich ausging. Die Feuerwehr und der Rettungsdienst wollen auf Unfälle vorbereitet sein und daher wird regelmäßig geübt. Die nächtlichen Tunnelsperrungen für die Revisionsarbeiten boten die ideale Möglichkeit für eine Großübung. 

    Gegen 23 Uhr quoll der Rauch aus dem Tunnel

    Gegen 21 Uhr wurde der Tunnel in beiden Richtungen dicht gemacht, um ein halbes Dutzend alte Unfallfahrzeuge in die Röhre in Fahrtrichtung Neu-Ulm zu bringen und damit die Übung realistisch zu gestalten. Dazu kamen mehrere Nebelmaschinen und literweise Nebelfluid. Um diese Uhrzeit herrschte gerade aus Richtung Bayern noch viel Verkehr, was zu einem Rückstau vom Tunnel bis zum Dreieck Neu-Ulm führte. Bis alles eingerichtet war, wurde es 23 Uhr und der Tunnel konnte eingenebelt werden. 

    Der Rauch zog wegen des Umgebungswindes in Richtung Norden und quoll an der Zufahrt Söflinger Straße heraus. Manche Autofahrer stoppten, eine Frau legte sogar den Rückwärtsgang ein, um dem vermeintlichen Brand zu entkommen. Die Polizisten, die die Übung beobachten, mussten den Verkehr regeln. Im Tunnel wurde der künstliche Rauch immer dichter und ließ die Sichtweite stellenweise auf unter einen Meter sinken. Wer dort laufen wollte, konnte trotz Taschenlampe und Notbeleuchtung seine eigenen Füße nicht mehr sehen. Die alarmierten Feuerwehrleute rüsten sich vor dem Tunnel nicht nur mit Atemschutzgeräten aus, sondern nehmen zusätzlich Taststöcke mit, die auch Sehbehinderte verwenden. An der Rauchgrenze wartete der Rettungsdienst auf die "Verletzten", um sie versorgen zu können. 

    Der Tunnel ist auch bei angeblicher Windstille unberechenbar

    Auch die Einsatzleitfahrzeuge der Feuerwehr standen auf der Wendeplatte, der Sackgasse, die zusätzlich eine Rettungszufahrt zum Tunnel hat. Am Samstagabend wurde das Haltverbot von den anderen Verkehrsteilnehmern respektiert und die Rettungsfläche war frei. Unterstützt wurde die Einsatzleitung durch die Drohnenstaffel der Feuerwehr, die Luftaufnahmen lieferte, auf denen auch die Rauchausbreitung für möglicherweise notwendige Warnmeldungen erkennbar war. 

    Wie unberechenbar Tunnel bei scheinbarer Windstille sein können, fiel auch Andreas Burst auf, der die Übung mitorganisierte. Nach seiner Zählung wechselte während des zweistündigen Übungseinsatzes viermal die Windrichtung und dann kam der Rauch eben nicht mehr am Finanzamt aus dem Tunnel, sondern auf der Neu-Ulmer Seite, um wenige Minuten später wieder zurückzuwechseln. Als die Söflinger Feuerwehr dann ihren Großlüfter auf Neu-Ulmer Seite in Stellung gebracht hatte und das Hochleistungsgebläse startete, dauerte es nur wenige Minuten, bis wieder klare Sicht herrschte. Damit ist dann auch bei einem realen Brand im Tunnel die Gefahr schnell gebannt. 

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