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09.07.2010

51 Millionen Euro mehr Gewerbesteuer als erwartet

51 Millionen Euro mehr Gewerbesteuer als erwartet

Ingolstadt Für die Stadtväter in der Schanz ist jetzt schon Weihnachten. Gestern machte Finanzbürgermeister Albert Wittmann im Finanzausschuss eine Mitteilung, von der andere Rathauschefs und Kämmerer in Deutschland nur träumen können: Ingolstadt wird heuer mit Sicherheit 51 Millionen Euro mehr Gewerbesteuer einnehmen, als man kalkuliert hat. Nochmal: 51 Millionen Euro mehr . . .

Grund für diese außerordentlich gute Entwicklung ist vor allem der wirtschaftliche Höhenflug von Volkswagen im internationalen Geschäft. Während der Absatz in Deutschland (und Europa) gelitten hat, macht der Konzern vor allem in China sehr gute Gewinne. Das alles schlägt jetzt sehr lukrativ auf den Audi-Standort an der Donau zurück. Wittmann betonte gestern im Ausschuss, dass VW den größten Anteil der Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer in die Kasse spült. Exakte Zahlen nannte er - schließlich unterliegten solche Daten dem Steuergeheimnis - freilich nicht.

Auch der Mittelstand hat sich erholt

Aber es liegt nicht nur an VW: Laut Wittmann hätten sich auch die mittelständischen Unternehmen im Stadtgebiet sehr gut erholt und würden kräftig Steuern zahlen und das werde vorderhand so bleiben, denn: "Die Auftragsbücher beim Mittelstand sind gottseidank voll", resümierte der Finanzbürgermeister aus den vielen Gespräche mit Unternehmern.

51 Millionen Euro mehr Gewerbesteuer als erwartet

Die Krise - sie war hier ohnehin nie gewaltig zu spüren - scheint damit endgültig an Ingolstadt vorbei gegangen zu sein. "Es sieht so aus, als hätte die Stadt alles ohne größeren Schaden überstanden", stellte Hans Süßbauer im Namen seiner CSU-Fraktionskollegen erfreut fest. Achim Werner von der SPD teilt diese Ansicht, fragt sich aber, "wie sich ein Großkonzern so verhauen kann", wenn er seine Geschäftszahlen voraus berechnet, aus denen wiederum das Steueraufkommen abgeleitet wird. Dieser Einwand löste auch Kopfschütteln aus: "Seien wir froh, dass wir das Geld bekommen", sagte Markus Reichhart von den Freien Wählern. Er erzählte vom jüngsten Gespräch seiner Landtagsfraktion mit dem Bayerischen Gemeindetag und erinnerte: "45 Prozent der Gemeinden stellen einen nicht genehmigungsfähigen Haushalt auf!"

Die Finanzpapiere in Ingolstadt sehen heuer nun ganz anders aus, als geplant. Die genehmigten 20 Millionen Kredit werden nicht in Anspruch genomen und auch die geplante Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von 76 Millionen Euro kann wohl auf etwa die Hälfte eingedampft werden. Kürzungen, Beitragserhöhungen oder Sparprogramme werde es nicht geben, versprach Wittmann gestern. Und auch der Haushalt 2011 wird kaum knifflig, denn auch da komme man angesichts des Geldsegens ohne Neuverschuldung aus, weiß der Kämmerer jetzt schon. Ingolstadt würde somit im sechsten Haushaltsjahr in Folge keinen Kredit brauchen. Auch davon träumen andere Kommunen.

Audi kündigt einen möglichen Absatzrekord an

Zur Top-Meldung aus dem Rathaus kam gestern eine weitere von Audi: Der Konzern verkündete, dass der Absatz im ersten Halbjahr derart gut gewesen sei, dass man zum Jahresende vermutlich erneut einen neuen Rekord werde vermelden können. Es geht also weiter steil bergauf.

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