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Burgheim/Neuburg

14.09.2020

80-Jährige bekommt Tandemsprung zum Geburtstag geschenkt

Hoch konzentriert und auch ein bisschen geschockt war Skov, als sie mit 180 Stundenkilometern gen Boden rast. Erst als der Fallschirm aufging und sie minutenlang dahinschwebten, konnte sie wieder lächeln. 
Bild: Andreas Thomas

Plus Helga Skov aus Neuburg wollte schon immer mal den „ganz großen Kick“ erleben und einen Fallschirmsprung wagen. Erst zu ihrem 80. Geburtstag wurde er wahr.

Das erste Gefühl: Schreck! Wenn in 3000 Metern Höhe die Türe des Segelflugzeugs geöffnet wird, dann schießt der Körper wie eine Kugel aus der Pistole in die Tiefe. Wer schon einmal einen Fallschirmsprung gewagt hat, der kann nachempfinden, was Helga Skov am vergangenen Samstag erlebt hat. Zu ihrem Geburtstag hatte sich die Neuburgerin einen Tandemsprung gewünscht, und ihr Mann hatte ihr diesen Traum erfüllt. Das Ungewöhnliche an der Geschichte: Helga Skov ist 80 Jahre alt.

Die Neuburgerin hatte schon immer ein Faible für die Lüfte. Da passte es auch gut dazu, dass ihr Mann Alfred einst beim Luftfahrtbundesamt gearbeitet hatte. Doch zu mehr als zwei Ballonfahrten kam es in ihrem Leben nicht. Stattdessen paddelte sie mit Kajaks auf der Donau, fuhr damit sogar einmal von Donaueschingen bis nach Wien.

Letzte Anweisungen bevor es ernst wird. Helga Skov und Andreas Thomas kurz vor ihrem Einstieg in die Cessna-Absetzmaschine. 
Bild: Peter Maier

Helga Skov aus Neuburg wollte den „ganz großen Kick“ erleben

„Der ganz große Kick“ blieb aber ihr Traum. Einmal mit 180 Stundenkilometern im freien Fall durch die Luft fliegen – das wollte sie eines Tages tun. Ausgesprochen habe sie ihren Wunsch aber nie, wie sie erzählt. Erst im Vorfeld ihres 80. Geburtstages habe sie ihrem Mann gesagt, dass sie ein Tandemsprung ungeheuer faszinieren würde. Das Gefühl des freien Falls mit Blick auf den Boden und die Vorstellung von grenzenloser Freiheit „brannte“ in der Jubilarin.

„Mein Mann sprang sofort an,“ freute sich die gebürtige Berlinerin und der aus Hamburg stammende Gatte hatte auch schon ein Geburtstagsgeschenk. Davon erzählte Helga Skov auch in der Seniorengruppe im Bürgerhaus im Ostend. Jürgen Stickel, stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins, half sofort bei der Umsetzung und nahm Kontakt zur Luftsportgruppe Burgheim auf. Der Mann für diese Fälle ist Tandemmaster Andreas Thomas, der auch sofort einen Termin für die 80-Jährige hatte. Doch vor zwei Wochen spielte das Wetter nicht mit. Eine geschlossene Wolkendecke und Dauerregen vertagten das Unternehmen Tandemsprung auf vergangenen Samstag.

In Burgheim stürzte sich Helga Skov aus 3000 Meter Höhe in die Tiefe

In der Burgheimer Fliegerhalle stand zunächst die Bürokratie auf dem Programm. Einen „Beförderungsvertrag mit Haftungsausschlusserklärung für Tandempassagiere“ galt es abzuschließen. Von dort führte der Weg Helga Skov zur Einkleidung und Einweisung für den Sprung aus rund 3000 Metern Höhe. Tandemmaster Andreas Thomas erläuterte die Körperhaltungen in den verschiedenen Sprungphasen.

Glücklich gelandet und euphorisch vom Sprung war Helga Skov zusammen mit Tandemmaster Andreas Thomas von der Luftsportgruppe Burgheim. 
Bild: Peter Maier

In Springeroverall, Kappe und Brille gingen Tandemmaster und Passagierin zur Cessna. Die startete vom Flugplatz an der Illdorfer Straße und schraubte sich bei leichtem Südwestwind in den strahlend blauen Himmel über Burgheim. Mit an Bord neben Helga Skov und Andreas Thomas waren noch der Pilot und zwei weitere Fallschirmspringer, die als erste „ausstiegen“.

Dann begann für Helga Skov das große Abenteuer. Fest an den Tandemmaster gegurtet, erlebte sie den freien Fall zunächst mit einem Schreck, aber dann mit einem unbeschreiblich tollen Gefühl. Das genoss sie auch bis zur Bilderbuchlandung und brach dann in Euphorie aus. Dabei war sie sich sicher, dass dies nicht ihr letzter Tandemsprung sein würde.

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