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Verkehr

25.11.2019

Aktionsbündnis „Neuburger Ring“ lässt nicht locker

Trotz Gutachten und Stadtratsbeschluss ist für das Bündnis der Einbahnstraßenring noch nicht vom Tisch

Für das Aktionsbündnis „Neuburger Ring“ ist auch nach den Ergebnissen der beiden Gutachten und der daraus resultierenden Entscheidung im Stadtrat ein Einbahnstraßenring noch nicht vom Tisch. In einer Presseerklärung zu den Gutachten stellt das Bündnis die Frage: „Einbahnstraßenring – letzte Runde in der Sackgasse?“.

In dem Schreiben heißt es unter anderem, dass das Aktionsbündnis nichts anderes erwartet habe, wie dass im Rahmen einer Stadtrats-Sondersitzung am 1. Oktober das Konzept „Neuburger Ring“ von Verkehrs-Experten der Firmen Siemens und BrennerPlan demontiert werde. Auch in der anschließenden Diskussion unter den Stadträten habe diese einseitige Darstellung nicht ihre Wirkung verfehlt. Das überparteilich besetzte Aktionsbündnis „Neuburger Ring“ sei sich einig, dass die von der Stadt Neuburg beauftragten Gutachten in wesentlichen Punkten noch Fragen offen ließen, beziehungsweise sogar neue Möglichkeiten eröffnet hätten. Diese sollten nun ernsthaft diskutiert werden, selbst wenn Oberbürgermeister Bernhard Gmehling das Thema für sich als erledigt erklärt hat. Das Thema sei jedoch nicht erledigt, solange das Problem besteht. Darin seien sich alle einig.

Norbert Mages kritisiert in der Presseerklärung, dass beide Gutachten bei genauer Betrachtung mit methodischen Mängeln behaftet seien, da keine Belastungstests durchgeführt wurden. Außerdem stellt er fest, dass in Bezug auf die Verkehrsentlastung die Herausnahme der Ampelschaltung am Huber-Eck nicht betrachtet worden sei. Gerade diese stelle aber eine wesentliche Voraussetzung für eine Verbesserung des Verkehrsflusses dar.

Bei beiden Gutachten sei es darum gegangen, die Nachteile eines Einbahnringes herauszustellen, so der Sprecher des Aktionsbündnisses, Uwe Jakob. Das Totschlagargument „Zeitfristen bei Notfalleinsätzen“ sei kurzerhand mit der Darstellung eines realitätsfernen Vergleichs von Streckenlängen mit einem Beispiel in der Ist-Situation und der entsprechenden Strecke in einer Ringsituation (Quellenangabe: Google-maps!) aufgezeigt worden.

Auch die unterschiedlichen Aussagen zum Wegfall von Parkplätzen hinterlassen laut Uwe Jakob einen fragwürdigen Eindruck. So stelle zum Beispiel BrennerPlan einen Wegfall von 72 Parkplätzen fest, während bei Siemens 40 Parkplätze wegfallen würden. In keinem der Gutachten werde die Anzahl der Parkplätze erwähnt, welche an anderer Stelle hinzukämen. Michael Wittmair kritisiert, dass die durchaus positive Wirkung für den Verkehrsfluss, die bei beiden Gutachten bestätigt worden sei, (Malte Novak, BrennerPlan: „…leistungsfähige Knotenpunkte würden wir hinbekommen…“), bei beiden Präsentationen nur am Rande erwähnt worden und in der anschließenden Diskussion unter den Stadträten übergangen worden sei.

Karola Schwarz beanstandet, dass OB Gmehling die Entlastungswirkung der geplanten Osttangente mit einer Brücke bei Joshofen aufgrund des jetzt bereits geringen Anteils an Durchgangsverkehr überschätze. Der Verkehrsexperte der Firma BrennerPlan, Malte Novak, äußerte sich in dieser Hinsicht sehr klar und deutlich, „…es sind schon die Neuburger, die in ihre Stadt wollen…“ und bestätigt damit, dass die hohe Verkehrsbelastung in Neuburg hauptsächlich durch den Quell- und Zielverkehr zustande komme.

In einem Punkt ist das Aktionsbündnis mit beiden Gutachtern einig, nämlich, dass das Verkehrssystem bereits jetzt an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit stößt und akuter Handlungsbedarf besteht. Hierbei ist auch die Aussage von Gerdes (Siemens) von Bedeutung, der in seiner Experten-Darstellung klar zum Ausdruck bringe, dass die Frage ausschlaggebend sei, wie man die Stadt verkehrspolitisch ausrichtet: Legt man das Hauptaugenmerk auf Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger?

Das Aktionsbündnis kommt abschließend zu der Ansicht, dass die Stadt Neuburg hier ihre Blockadehaltung fortsetze und ein weiterer Dialog mit den Verantwortlichen in Bezug auf eine Verbesserung der Verkehrssituation in Neuburg derzeit keinen Sinn ergebe, selbst wenn OB Gmehling sich nun in Bezug auf den Fahrradverkehr konziliant zeige. (nr)

Die Diskussion ist geschlossen.

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