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22.07.2010

An der Neuburger Riviera

Erwin Breisach, Alfred Artner, Peter und Elke Zwack (von links) gehen ohne Badeschuhe nicht ins Wasser: "Wir wollen nicht riskieren, in Glasscherben zu treten."
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Erwin Breisach, Alfred Artner, Peter und Elke Zwack (von links) gehen ohne Badeschuhe nicht ins Wasser: "Wir wollen nicht riskieren, in Glasscherben zu treten."

Neuburg Die Sonnencreme glänzt auf den Körpern. Der Sand klebt an den nassen Fußsohlen. Ein buntes Handtuch liegt neben dem anderen. Zwei Kinder werkeln mit Plastikschaufeln an der ersten Sandburg. Doch der (Sonnen-)schein trügt: Denn wer sich hier an der Riviera wähnt, der irrt. Um ein Bad ähnlich wie am Mittelmeer nehmen zu können, muss nicht der Brenner überquert werden. Es reichen ein paar Minuten zu zentral gelegenen Neuburger Ringmeierbucht.

Alfred Artner und Erwin Breisach gehen schon seit Kindesalter an die Donau zum Baden. Sie sind echte Neuburger Urgesteine und haben im Fluss sogar das Schwimmen gelernt. "Das war damals natürlich wesentlich gefährlicher, die Staustufen waren noch nicht gebaut und die Strömung war viel schneller als heutzutage", erzählt der 75-jährige Alfred Artner. Sein Schwimmkollege Erwin Breisach fügt hinzu: "Damals galt es noch als Mutprobe, wenn man es als Jugendlicher geschafft hat, einmal quer über den Fluss zum Ufer zu schwimmen. Dann war man bei allen anderen als echter Freischwimmer anerkannt." Seit über 60 Jahren gehen sie fast jeden Sommer an die Donau zum Schwimmen.

Begleitet werden sie dabei gerne vom Ehepaar Peter und Elke Zwack: "Wir finden das Donauwasser viel erfrischender als irgendein Weiher in der Umgebung."

Auch Anni Huber ist mit ihren 72 Jahren schon seit sechs Jahrzehnten überzeugte Donauschwimmerin. "Ich habe mit zehn oder elf Jahren hier Schwimmen gelernt. Seitdem lasse ich mich jeden Sommer mit der Strömung von der Ringmeierbuch bis zum Arcoschlösschen treiben ", erzählt sie. Den Weg zurück läuft sie dann an der Böschung entlang. Von frischen Wassertemperaturen lässt sich Anni Huber abschrecken. "Ich spring schon ab 18 Grad ins kalte Nass."

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Seit im vergangenen Jahr auf Anregung der Stadträtin Elfriede Müller und der Jungen Union über 50 Tonnen Sand aufgeschüttet wurden, ist die Ringmeierbucht mit ihrem Mittelmeerfeeling ein attraktives Ausflugsziel für zahlreiche Bürger. Vor allem Familien und junge Leute nutzen die Möglichkeit.

Auch Edith Flaschel kommt mit ihrem Kleinkind gerne an die Donau. "Immer wenn ich mit meinem Kleinen zu Besuch bei Oma und Opa bin und das Wetter passt, mache ich gerne einen Abstecher an den Donaustrand." Dann wird Eimerchen und Schaufel eingepackt, schon kann es losgehen mit dem Sandburgenbau.

"Besonders für mein Kind ist es hier ideal. Das Wasser fällt flach ab. Da hat er genügend Spielraum, um zu planschen", erzählt Edith Flaschel. "Trotzdem muss man natürlich immer ein Auge auf ihn haben - allein wegen der Strömung." Der 25-jährige Oliver Ammon war sonst ein Weihergänger: "Aber nachdem mich ein Freund in diesem Jahr zum ersten Mal mit an den Donaustrand genommen hat, komme ich fast täglich wieder. Ich hätte nie erwartet, dass das Wasser hier so schön und erfrischend ist."

Allerdings ärgert er sich oft über den herumliegenden Müll: "Im Sand stecken Zigarettenstummel, an Tagen mit vielen Badegästen quillt der einzige Mülleimer hier regelrecht über."

Auf Nachfrage bei Paul Leikam, dem zuständigen Sachbeauftragten für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz, gesteht dieser ein: "Ich war am Mittwoch selbst dort und habe das Problem erkannt. Ich verspreche, dass ich für mehr Mülleimer dort sorgen werde." Ansonsten appelliert er an die Vernunft der Strandnutzer. "Wenn jeder Rücksicht auf den anderen nimmt, steht einem ungetrübten Badevergnügen nichts im Wege."

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