Newsticker

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Ansturm auf Neuburg-Filme

Neuburg an der Donau

16.11.2017

Ansturm auf Neuburg-Filme

Bernhard Mahler bei der Präsentation der Filme in Kinopalast Neuburg.
3 Bilder
Bernhard Mahler bei der Präsentation der Filme in Kinopalast Neuburg.
Bild: Elke Böcker

Über die Leinwand flimmert das Neuburg der 50er Jahre. In den ausverkauften Vorstellungen sitzen Zeitzeugen und junge Menschen, die sehen wollen, wie ihre Stadt einmal aussah.

Ella und Heinz Klose sind gespannt auf den aktuellen Neuburg-Film. „Durch Bekannte haben wir von der Vorführung erfahren und sogar noch ein paar Karten bekommen,“ erzählt die Rentnerin, die in der Gustav-Philipp-Straße aufgewachsen ist. Einige Jahre war sie beim Bauamt und später viele Jahre als Sekretärin an der Hauptschule im Englischen Garten tätig. Auch ihr Mann Heinz lebt – nach der Flucht aus Breslau – seit seinem neunten Lebensjahr in Neuburg und freut sich auf die Filme aus der Vergangenheit. Doch auch junge Besucher strömen ins Kino: Carina und Tobias Göbel haben die Kinokarten ihrer Oma zum Geburtstag geschenkt.

Bernhard Mahler, der mit den 50ern seine bereits vor zwölf Jahren begonnene Reihe der Neuburg-Filme fortsetzt, freut sich über die fünf restlos ausverkauften Vorstellungen. „Fünf Mal 187 Karten sind weg,“ und jetzt heißt es warten auf die geheimnisvollen Streifen von Dr. Gerhart Prell, Dr. Gustav Zwanzger und Max Sayle. Bernhard Mahler präsentiert und kommentiert die Filme, die die Kinogäste auf eine schier unglaubliche Zeitreise schickt. Neuburg hatte damals gerade mal 13000 Einwohner, im Landkreis waren nur 450 Fahrzeuge gemeldet und im Hofgarten gab es noch die sogenannten „Behelfsläden“, die man unter anderem im Film zu sehen bekam.

In Prells Film begegnete man den zwölf Abiturienten des Jahrgangs 1954. Mit Max Sayle geht es im Jahr 1955 auf die Dult in der Amalienstraße, zu den Festlichkeiten des 450-Jahre-Residenz-Jubiläums und aufs Neuburger Volksfest, das im Englischen Garten – wo heute die Grundschule steht – stattfand. Zum Abschluss begleitete das Publikum die Klasse 8a (heute Jahrgangsstufe 12) des Gymnasiums unter dem Titel „Weg zu Eleganz und Rhythmus“ zum Tanzkurs bei Alois Paintner und anschließend unter anderem ins Tanzcafe Hertlein. Dieser Film, der unter Mitarbeit von Dr. Zwanzger gedreht wurde, besitzt bereits eine Tonspur, was für einen ganz eigenen Reiz sorgte.

Luise Kober, die mit Tochter Margit die Vorstellung besucht hat, und die die Tochter des Tanzlehrers Painter ist, weiß hinterher noch allerhand zu berichten: „Neuburg sah damals ganz anders aus; Ostend und Schwalbanger gab es nicht, nach der Bahnunterführung war die Stadt zu Ende. Die Seminaristen, die die Tanzstunde am Nachmittag besucht haben, mussten sofort zurück ins Seminar und ihre Tanzpartnerinnen wurden von den Stadtschülern nach Hause gebracht.“

Gertrud Hies war in den 50ern noch ein Kind und freut sich, dass sie so ihre Erinnerungen auffrischen konnte. Auch Elfriede Scrase, eine echte Neuburgerin ist begeistert: „Ich kannte fast alle Abiturienten. Man erinnert sich wieder an die heimlichen Begebenheiten, bei denen man sich nicht erwischen lassen durfte – ich war Klosterschülerin.“ Auch das Ehepaar Klose ist zufrieden: „Es hat uns sehr gut gefallen!“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren