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Bergheim-Attenfeld

06.09.2017

Anwohnerin stört sich am Spielplatz in Attenfeld

Die Gerichte in Deutschland sind sich einig: Kinderlärm steht unter einem besonderen Toleranzgebot der Gesellschaft. Geräusche spielender Kinder sind Ausdruck der kindlichen Entwicklung und Entfaltung und daher grundsätzlich zumutbar.
Bild: Richard Lechner (Symbolfoto)

Die Gemeinde Bergheim sollte deshalb eine Wand bauen. Warum die Gemeinderäte das ablehnen.

Eine Anwohnerin des Spielplatzes in Attenfeld möchte, dass die Gemeinde zwischen ihrem Grundstück und dem Spielplatz eine Wand aufstellt, damit der Geräuschpegel der spielenden Kinder abgedämpft wird. Offenbar, so die Kritik der Anwohnerin, werden die Öffnungszeiten des Spielplatzes nicht immer eingehalten.

Um tatsächlich eine Wirkung zu erzielen, müsste eine massive Mauer mit einer Höhe von etwa 2,5 Metern gebaut werden, lautete die Empfehlung der Verwaltung. Das wiederum widerspreche der Einfriedungssatzung der Gemeinde Bergheim, wonach Zäune und Mauern nur maximal 1,2 Meter hoch sein dürfen. Bei einer 2,5 Meter hohen Mauer reicht aber keine Ausnahmegenehmigung der Gemeinde. In diesem Fall müsste sogar das Landratsamt eine baurechtliche Genehmigung erteilen.

Das Ansinnen der Attenfelderin wurde in der Gemeinderatssitzung am Montag abgelehnt. Der Grund: Kinderlärm sei zu dulden. Das hätten in den vergangenen Jahren alle deutschen Gerichte unisono entschieden. Albert Zeller zitierte eines dieser Urteile, wonach Kinderlärm „keine schädliche Umwelteinwirkung sei“ und deshalb Immissionsgrenzen nicht herangezogen werden dürfen. Nichtsdestotrotz sollten nach Meinung von 2. Bürgermeisterin Claudia Heinzmann die Öffnungszeiten des Spielplatzes eingehalten werden. „Dafür habe ich Verständnis.“ Im Gemeindeblatt soll deshalb explizit darauf hingewiesen werden. In Attenfeld, so hat Heinzmann der Einwohnerstatistik der Gemeinde entnommen, leben derzeit 15 Kinder im Spielplatzalter zwischen fünf und elf Jahren.

Weil die Gemeinde nach Ansicht von Gemeinderat Engelbert Winter für eine solche Lärmschutzwand nicht zuständig ist, gab er die Zuständigkeit an die Anwohnerin zurück. „Sie soll einen Antrag auf den Bau einer Mauer auf ihrem Grundstück stellen. Dann können wir auch über die Höhe reden.“ (clst)

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