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Audi

06.10.2016

Audianer wollen eine Garantie

Gesamtbetriebsratsvorsitzender Peter Mosch (am Mikrofon) forderte gestern bei der Betriebsversammlung eine Arbeitsplatzgarantie für die Beschäftigten von Audi über das Jahr 2018 hinaus und eine bessere Auslastung der Produktionslinien, unter anderem mit einem Elektroauto.
Bild: Audi-Betriebsrat

Betriebsratsvorsitzender Peter Mosch fordert Beschäftigungsgarantie: „In diesen angespannten Zeiten muss die Zukunft gesichert sein“. Konzernchef Stadlers Statement

Die Nachricht kam am Tag der Betriebsversammlung gestern und sorgte für Verunsicherung in der Belegschaft: Audi hat die Pläne für den „IN-Campus“ auf Eis gelegt. Eine Folge des Abgasskandals. "Titelseite und Bayern Seite 11

Die Standortsicherung stand im Fokus der Betriebsversammlung. An der haben nach Angaben des Betriebsrates mehr als 8000 Audianer teilgenommen und „ein deutliches Zeichen gesetzt“: Sie forderten, die Kapazitäten auf den Produktionslinien auszulasten, zusätzliche Elektro-Modelle in Ingolstadt zu fertigen und die Beschäftigungssicherheit über 2018 hinaus zu verlängern. Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler lud daraufhin zu einem gemeinsamen Bündnis unter dem Motto „Audi-Zukunft“ ein.

Peter Mosch als Gesamtbetriebsratsvorsitzender erklärte die aktuellen Erkenntnisse aus der Diesel-Thematik. Er zog das Fazit, dass die passende Antwort auf die spürbare Unsicherheit in der Belegschaft die Verlängerung der Beschäftigungssicherheit über 2018 hinaus sein müsse. „In diesen angespannten Zeiten muss eines sicher sein und das ist die Beschäftigung der Audianer“, so Mosch.

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Richtung Vorstand adressierte er die Forderung des Betriebsrats, endlich die Produktion von Elektro-Fahrzeugen in Ingolstadt zu forcieren. „Wir müssen jetzt die richtigen Schlüsse aus der Situation ziehen und handeln“, so Mosch. Nach seiner Ansicht seien alternativ angetriebene Fahrzeuge die Zukunft und müssten vorrangig dort produziert werden, wo das Herz von Audi schlägt: „Die deutschen Audi-Standorte müssen jetzt im Zentrum des neuen Zeitalters der Mobilität stehen.“

Darüber hinaus bekräftigte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende die Forderung des Betriebsrats nach einer Auslastung der Produktionslinien im Werk Ingolstadt und kommentierte die Spekulationen über einen Schichtabbau in Richtung Vorstand: „Der Vorstand hat uns sein Wort gegeben, unsere Auslastung am Standort Ingolstadt sicherzustellen. Wir erwarten von ihm, dass er dazu steht“, so Mosch.

In ihrem Bericht des Betriebsrats widmete sich Ingrid Seehars der neuen Audi-Strategie 2025, deren Eckpfeiler Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Urbanisierung heißen. „Für uns Arbeitnehmervertreter steht der Mensch aber weiterhin ganz klar im Zentrum unserer Audi-Zukunft“, so Seehars. Vor allem müssten nach Ansicht des Mitglieds im Betriebsausschuss, die drei Eckpfeiler genutzt werden, um auch für die Menschen am Heimatstandort den Arbeitsalltag zu verbessern.

Als Beispiel ging Seehars auf den drohenden Verkehrsinfarkt in und ums Werk ein und zeigte auf, wie die Strategie 2025 die Infrastruktur für die Audianer und Ingolstädter verbessern könnte. „Der Eckpfeiler Urbanisierung bietet große Chancen für Ingolstadt. Statt nur in Ballungsgebieten wie Mexico City nach Mobilitätslösungen zu suchen, könnten wir unser Knowhow auch für die Zukunft unserer Region einsetzen“, so Seehars.

Konzernchef Rupert Stadler erläuterte in seinem Situationsbericht unter anderem den Stand der Aufklärung der Abgas-Affäre sowie die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Zukunft des Unternehmens. „Für unser Produktfeuerwerk der Jahre 2017 und 2018 ist eine umsichtige Planung unter Berücksichtigung aller denkbaren Entwicklungen so wichtig wie nie zuvor“, so Stadler. „Es gilt dabei, die Kompetenz unserer top-qualifizierten Mannschaft zu erhalten und zu stärken.“ (nr)

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