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25.07.2020

Ausgeschiedenen Neuburger Stadträten gedankt

In einem verdienten, würdigen Rahmen wurden am Freitagabend im Arco-Schlösschen die 14 am Ende der vergangenen Amtsperiode ausgeschiedenen Stadträte verabschiedet. Sie leisteten zusammen nicht weniger als 219 Jahre Ehrenamt.
Bild: Manfred Rinke

Plus Coronabedingt zeitlich versetzt wurden am Freitagabend im Arco-Schlösschen 14 ausgeschiedene Neuburger Stadträte feierlich verabschiedet. Der Dienstälteste brachte es auf stolze 36 Jahre.

Nicht weniger als 219 Jahre ehrenamtliche Arbeit zum Wohle der Stadt und ihren Bürgern haben die 14 Stadtratsmitglieder geleistet, die am Freitagabend im Arco-Schlösschen feierlich verabschiedet wurden. Dass dies erst drei Monate nach Ende der letzten Amtsperiode geschah, ist der Corona-Krise geschuldet.

Bei milden Temperaturen hatte sich der „alte Stadtrat“ inklusive den noch amtierenden Ortssprechern und Ortsbeauftragten sowie den Spitzen der Verwaltung auf der Terrasse niedergelassen. Bevor Oberbürgermeister Bernhard Gmehling auf die Verdienste eines jeden der ausgeschiedenen Stadträte einging, stellte er heraus, was es bedeutet, Stadtrat zu sein. Ein Ehrenamt, das, so der OB, in den Augen der Bürger oft zu gering geschätzt oder als selbstverständlich angesehen würde. Dabei würden die zahllosen Stunden, in denen die Frauen und Männer auch unbemerkt im Stillen gearbeitet haben, um sich in Thematiken einzuarbeiten, außer Acht gelassen.

Als Stadtrat muss man auch unpopuläre Entscheidungern treffen

Ein kommunalpolitisches Ehrenamt bedeute auch immer, unangenehme Aufgaben anzugehen und mitunter unpopuläre Entscheidungen zu treffen, die dem Bürger verständlich dargelegt werden müssen. „Schöntuerei ist sicherlich leichter – seinen Standpunkt auch einmal gegen Widerstände zu vertreten und damit für die große Mehrheit das Richtige zu tun, ist aber weitaus wichtiger und wertvoller“, betonte Bernhard Gmehling und zitierte in diesem Zusammenhang Bayerns ehemaligen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß, der meinte: „Everybodys darling is everybodys Depp!“

Stadtrat zu sein bedeute Tag und Nacht ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen zu haben. Es dabei allen recht zu machen, könne nicht gelingen. Nicht selten stehe man auch im Kreuzfeuer der Kritik und man frage sich, warum man das alles auf sich nehme, die Familie vernachlässige und seine Freizeit nicht unbeschwerter verbringe. Für den OB gibt es mehrere Gründe, warum man trotzdem Stadtrat werden möchte. Es gebe unglaublich spannende Aufgaben, man habe die Chance, unmittelbar in die Geschicke seiner Heimatstadt einzugreifen und am Vorwärtskommen mitzuarbeiten und man könne seinen Mitbürgern zur Seite stehen und wirkungsvoll helfen.

Rüdiger Vogt: "Es tut gut, wenn unsere ehrenamtlich geleistete Arbeit wert geschätzt wird."

Zwei der 14 Stadträte, auf deren Arbeit der OB dankend zurückblickte, ließen es sich nicht nehmen, selbst noch ein paar Worte zu sprechen. Zum einen Friedrich Paul Goschenhofer, den alle nur Fritz nennen und der von sich aus schon einmal voller Überzeugung behauptet hat: „Das Volk mag mich.“ Goschenhofer übte das Amt mit 36 Jahren am längsten aus. Er wünschte dem neuen Stadtrat in seiner sicherlich nicht letzten Rede Zusammenhalt und gute Entscheidungen. Zum anderen Rüdiger Vogt. Der gebürtige Westfale und ehemalige zweite Bürgermeister sagte auch im Namen seiner ausgeschiedenen Kollegen, „dass es guttut, wenn unsere ehrenamtlich geleistete Arbeit wert geschätzt wird“.

Allen ausgeschiedenen Räten überreichte das Stadtoberhaupt ein Erinnerungsgeschenk. Nicht vergessen hatte Bernhard Gmehling auch zwei Menschen, von denen man sich innerhalb der Wahlperiode verabschieden musste. Michael Kettner, der sich vergangenen Herbst nach 35 Stadtratsjahren aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hat und Josef Götzenberger, der erst vor wenigen Wochen in Zusammenhang mit dem Corona-Virus verstorben ist.

Ausgeschiedene Stadträte

  • CSU: Rüdiger Vogt, Christian Eschner, Fritz Goschenhofer, Markus Haninger, Eva Lanig, Elfriede Müller
  • Freie Wähler: Klaus Brems, Christiane Heyne, Max Rucker
  • SPD: Heinz Schafferhans, Gerhard Steiner, Horst Winter, Birgit Glasenapp
  • FDP: Andreas Schwierz
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