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Neuburg

15.09.2019

Bayerns neue Honigkönigin kommt aus Neuburg

Krönung der Bayerischen Honigkönigin Katharina II.: Katharina Eder (links) krönt ihre Nachfolgerin Katharina Gegg, rechts: die künftige Honigprinzessin Alexandra Krumbachner.
Bild: LVBI/VBB

Plus Katharina Gegg wurde zur neuen Honigkönigin gekrönt. Wie es dazu kam, warum die 25-Jährige auf Bienen fliegt und was sich hinter „Honigkaugummi“ verbirgt.

Seit Sonntag hat Neuburg nicht nur einen Pfalzgrafen, sondern auch eine Königin. Eine Honigkönigin. Katharina Gegg wurde auf dem Bayerischen Imkertag in Amberg das höchste Amt im Imkerstaat verliehen. In den kommenden zwei Jahren wird sie ehrenamtlich die bayerische Imkerei und ihre Erzeugnisse für den Landesverband Bayerischer Imker und den Verband Bayerischer Bienenzüchter repräsentieren. Uns hat sie verraten, wie sie zu dieser Auszeichnung kam, auf was sie sich am meisten freut und was die passende Robe für eine echte Königin ist.

Überrascht war sie, als sie davon erfahren habe, dass sie tatsächlich die neue Bayerische Honigkönigin wird. „Ich habe mich riesig gefreut und sofort zugesagt“, sagt Gegg. Zuvor musste sie ein Auswahlverfahren durchlaufen, an dem sich bayernweit Bewerberinnen beteiligt hatten. Die Neuburgerin hatte die Jury offenbar am meisten überzeugt und die Entscheidung fiel auf sie. „Dann ging es los“, erzählt sie. Erste Herausforderung: die passende Robe aussuchen. Ein Dirndl, das war klar. Aber es sollte dem Amt angemessen sein, heißt edel in der Verarbeitung sein und auf keinen Fall zu knapp ausfallen. Das Ergebnis ist auf dem Foto rechts zu sehen. Damit keine Spekulationen über ihren Beziehungsstatus aufkommen, verweist Gegg auf die Position ihrer Schleife. Mehr möchte die 25-Jährige dazu nicht sagen und übt sich in vornehmer Zurückhaltung – wie es sich für eine Adelige eben geziemt.

Honigkönigin Katharina Gegg war seit ihrer Kindheit von Bienen umgeben

Auskunftsfreudiger erweist sie sich, wenn es um ihre Leidenschaft, das Imkern und den Honig geht. Aufgewachsen unter fünf Geschwistern in einer Landwirtschaft in Neuburg, war sie von Kindesbeinen an von Bienen umgeben. „Mein Papa hatte mehrere Völker und wir waren von klein auf beim Honigmachen dabei“, erzählt sie. Am besten schmeckt ihr bis heute „Honigkaugummi“. So nennt sie die frischen Honigwaben, die beim Kauen aufplatzen und deren Wachs essbar ist. Aber auch als Zuckerersatz in Salatdressings oder zur Verfeinerung von Milchshakes verwendet Gegg das flüssige Gold.

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„Allein bei uns in der Familie verbrauchen wir pro Woche mindestens ein 500-Gramm-Glas Honig“, sagt sie. Überhaupt, sie stamme aus einer regelrechten Imkerdynastie. Viele ihrer Cousins, Großcousins und Onkel seien ebenfalls Imker. Da war es nur folgerichtig, dass auch sie eines Tages eigene Bienen besitzt – was wäre eine Königin auch schließlich ohne ein Volk. Inzwischen sind es sogar zwei, um eines davon kümmert sie sich am Lehrbienenstand des Bienenzuchtvereins Neuburg. Allen, die sich mit dem Gedanken tragen, ebenfalls mit dem Imkern zu beginnen, empfiehlt sie ein sogenanntes „Schnupperimkern“ am Lehrbienenstand. Dabei handelt es sich um ein Imkern auf Probe, bei dem Interessierte ein Bienenvolk erhalten, mit ihm arbeiten und herausfinden können, ob ihnen die Tätigkeit liegt.

Auf Honigkönigin Katharina Gegg warten viele Termine

Genauso akribisch, wie sich Gegg in das Thema Imkern eingearbeitet hat – es wird keine zur Honigkönigin gekrönt, die nicht einen ausführlichen Nachweis über ihr Fachwissen erbracht hat –, widmet sie sich abseits ihrer Leidenschaft für Bienen ihrer Ausbildung. In Neuburg zuerst auf die Maria-Ward-Schule und dann auf die FOS gegangen, studiert sie inzwischen Management and Technology an der Technischen Universität München.

Noch in diesem Jahr will sie ihre Abschlussarbeit mit Schwerpunkt Logistik schreiben. Ein ehrgeiziges Ziel, bedenkt man, dass auf sie als Honigkönigin in den kommenden zwei Jahren um die 140 Termine auf Messen und mehr anstehen. „Ja, da werde ich ein gutes Zeitmanagement brauchen“, sagt sie und lacht. Aber sie freut sich auf die Zeit, die kommt, die Menschen, die sie kennenlernt, und die vielen interessanten Gespräche, die sie führen wird. Und darauf, „was die neue Aufgabe mit mir machen wird“. Ein Amt formt den Menschen, heißt es. Das gilt für ein royales umso mehr.

Lesen Sie dazu das Interview mit Bayerns neuer Honigkönigin: "Bienen beobachten, das ist pure Meditation".

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