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Neuburg-Schrobenhausen

23.01.2019

Braucht Neuburg mehr Frauenparkplätze?

In Neuburg gibt es zumindest zwei öffentliche Frauenparkplätze, einen davon in der Tiefgarage am Fürstgartencenter. 
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In Neuburg gibt es zumindest zwei öffentliche Frauenparkplätze, einen davon in der Tiefgarage am Fürstgartencenter. 
Bild: Marcel Rother

Weil sie Parkplätze nur für Frauen schuf, musste die Stadt Eichstätt vor das Verwaltungsgericht. Wie sieht die Situation in Neuburg und dem Landkreis aus?

Öffentliche Frauenparkplätze sucht man im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen (fast) vergebens. Eine Nachfrage bei der Stadt Neuburg hat zunächst bestätigt: „Weder in unseren Tiefgaragen noch auf den städtischen Parkplätzen gibt es Parkplätze nur für Frauen“, sagt Pressesprecher Bernhard Mahler. Das stimmt aber nicht ganz. Nach NR-Recherche existieren zumindest zwei derartige Stellplätze, und zwar in der Tiefgarage am Fürstengartencenter und am Schrannenplatz. Von deren Existenz wissen aber offenbar nicht einmal die Stadtwerke als Betreiber.

Anders in der Nachbarstadt Eichstätt: Dort entschied sich die Stadt nach der Vergewaltigung einer Frau im Jahr 2016, auf einem öffentlichen Parkplatz eine ganze Reihe von Frauenparkplätzen auszuweisen. Dagegen hatte nun ein Mann geklagt, weil er dadurch sowohl Frauen wie Männer diskriminiert sah. Nach der Verhandlung am Verwaltungsgericht München wird die Stadt die Beschriftung der Schilder ändern. Künftig soll darauf lediglich eine Bitte formuliert sein, die Plätze möglichst für Frauen freizuhalten.

Wann machen Frauenparkplätze wie in Eichstätt Sinn?

Unabhängig von der Formulierung stellt sich die Frage nach dem Sinn von Parkplätzen für Frauen. „Die machen immer dann einen Sinn, wenn eine Stadt große, abseits gelegene Parkplätze mit dunklen Ecken hat“, sagt Pressesprecher Mahler. Diese gäbe es aber in Neuburg nicht. Sowohl die Tiefgaragen als auch die Parkplätze am Parkbad und bei der Schlösslwiese seien weder schlecht einsehbar noch dunkel. Im Gegenteil: „Dort stehen massiv Laternen, die Flächen sind gut ausgeleuchtet“, betont er.

Braucht Neuburg mehr Frauenparkplätze?
Auf dem Parkplatz vor dem Pennymarkt und dem Kinopalast gibt es zwar keine Frauenparkplätze, dafür „Mutter-mit-Kind-Parkplätze“.
Bild: Marcel Rother

Florian Herold, Teamleiter im Kinopalast, sieht das anders. „Ich fände Frauenparkplätze an bestimmten Stellen durchaus angebracht.“ Als Beispiele nennt er die Schlösslwiese oder den städtischen Parkplatz auf dem Gelände der ehemaligen Lassigny-Kaserne. Gerade nachts würde das den Schutz von Frauen erhöhen. „Was spricht dagegen, dort jeweils die ersten sechs Parkplätze als Frauenparkplätze auszuweisen?“, fragt er. Auf dem Parkplatz vor dem Kinopalast gibt es zwar keine Frauenparkplätze, dafür aber Mutter-mit-Kind-Parkplätze. Bei der Fläche handele es sich um einen Privatparkplatz, die Schilder habe der Vermieter aufgestellt, erklärt Herold.

Dennoch begrüßt er auch diesen Sonderparkplatz. „Es geht darum, dass Mütter mit ihren Kindern kurze Wege haben und leicht ein- und aussteigen können“, sagt er. Die Parkplätze seien daher bewusst am Rand positioniert, damit sich Türen leichter öffnen lassen. Und was ist mit allen Vätern, die sich möglicherweise diskriminiert fühlen, weil sie auf dem Schild nicht genannt werden? „So wie ich das verstehe, sind damit natürlich auch Väter mit ihren Kindern angesprochen“, sagt Herold.

Viele Geschäfte haben inzwischen Eltern-Kind-Parkplätze

Klarer drückt sich dagegen das Schild vor dem Rewemarkt an der Grünauer Straße aus: „Eltern&Kind“ steht darauf. Das sei zum einen eine überregionale Vorgabe und zum anderen erfülle es einen klaren Zweck, erklärt Filialleiter Stefan Guggenmos. „Die Parkplätze sind direkt neben dem Eingang und breiter als normale, das erleichtert das Beladen.“ Eltern-Kind-Parkplätze finden sich – neben den obligatorischen Parkplätzen für Menschen mit Behinderung – inzwischen vor immer mehr Geschäften, so etwa auch ein paar Meter weiter vor dem Discounter Lidl. Parkplätze extra für Frauen dagegen sucht man auch dort vergebens. „Ich wüsste nicht, wieso es die hier geben sollte“, sagt Guggenmos.

Was es dagegen gibt, sind Eltern&Kind Parkplätze.
Bild: Marcel Rother

Ähnlich verhält es sich in der Stadt Schrobenhausen. Auf öffentlichem Grund gebe es keine Frauenparkplätze, teilt Axel Westermair vom Stadtbauamt mit. Sinnvoll sei diese Art von Stellplätzen vor allem in Tiefgaragen und auf Parkdecks, argumentiert der zuständige Mitarbeiter für die Verkehrsüberwachung, doch die gebe es in Schrobenhausen gar nicht.

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