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Burgheim
07.09.2021

Weil die Blaualgen "blühen": Absolutes Badeverbot für Burgheimer Badeseen

Schilder am Burgheimer Weiher weisen auf das Badeverbot hin.
Foto: Peter Maier

Grund dafür sind giftige Blaualgen, die das Gesundheitsamt am Montag bei einer routinemäßigen Kontrolle des Burgheimer Naturweihers entdeckt hat. Was das Wachstum der sogenannten Cyanobakterien begünstigt und was sie so schädlich macht.

Das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen hat mit sofortiger Wirkung ein Badeverbot für den Burgheimer EU-Badesee und den Sportsee Nr. 5 verhängt. Grund ist eine massive „Algenblüte“ von giftigen Blaualgen in den Gewässern.

Der Blaualgenbefall war dem Gesundheitsamt am Montag bei einer routinemäßigen Beprobung des Burgheimer Badesees zwischen Burgheim und Bertoldsheim aufgefallen. Am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, kurz LGL, war tags darauf schließlich der Verdacht bestätigt worden. Daraufhin wurde der beliebte Weiher sofort abgesperrt. Vor Ort weisen Schilder auf das Badeverbot hin.

Nach dem Ergebnis hat das Gesundheitsamt auch das benachbarte Gewässer auf ein erhöhtes Vorkommen der Blaualge überprüft. Nach weiteren Untersuchungen stand fest, dass auch der Sportsee Nr. 5 in Burgheim vom Befall betroffen ist. „Daher gilt auch dort ab sofort ein Badeverbot“, heißt es von Behördenseite.

Weiher in Burgheim: Badeverbot wegen Blaualgen

Blaualgen sind Bakterien, die sich überall in Gewässern befinden und bei einer normalen Konzentration ungefährlich sind. Problematisch können sie aber werden, wenn sie sich stark vermehren. Bei einer Massenentwicklung dieser sogenannten Cyanobakterien verschlechtert sich die Wasserqualität deutlich, weil Blaualgen eine Reihe von giftigen Stoffen produzieren, die für badende Menschen als auch für Haustiere gesundheitsschädlich werden können. Eine Gefahr besteht vor allem durch das Schlucken des Wassers. Dann kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen und Atemnot kommen. In Seen mit auffälligem Algenwachstum sollte deshalb nicht gebadet werden.

Der Burgheimer See ist ein beliebtes Ziel für Badegäste.
Foto: Peter Maier

Blaualgen sind übrigens nicht blau, wie der Name vermuten lässt, sondern bilden etwa 20 bis 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche grüne Schlieren im Wasser. Diese sind aber meist nicht im ganzen See verteilt, sondern treten nur stellenweise auf. Blaualgen entstehen durch langanhaltend hohe Temperaturen, viel Sonnenschein und geringe Windbewegungen. Werden zusätzlich noch Nährstoffe wie Phosphor in die Gewässer eingetragen, kann dies zu einer Massenentwicklung der Blaualgen führen.

Auch im Fall des Burgheimer Badesees sei die Konzentration an Stickstoff und Phosphat sehr hoch gewesen, bestätigt Sabine Gooss vom Landratsamt. Weshalb es gerade an dieser Stelle dazu gekommen ist, lasse sich nicht erklären. Zumal es grundsätzlich immer dazu kommen könne, dass bestimmte Stoffe aus der Balance geraten, erklärt die Pressesprecherin. Wie lange der Blaualgen-Befall und das damit zusammenhängende Badeverbot anhalten werden, ist noch nicht absehbar. Im Normalfall, sagt Sabine Gooss, regenerieren sich die Gewässer von selbst. „Wir beobachten die betroffenen Gewässer weiter.“

Es gibt nicht automatisch ein Verbot, wenn Blaualgen auftreten. Erst wenn es zu einer Blaualgenblüte, also zu explosionsartigen Vermehrungen kommt, sprechen Kommunen ein Badeverbot aus. (clst/elisa)

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