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Neuburg

15.01.2019

Das Parkhaus steht auf der Kippe

Auf der Fläche vor dem Parkbad, auf der bereits ein ebenerdiger Parkplatz besteht, soll ein Parkdeck mit 230 Stellplätzen entstehen.
Bild: Marcel Rother (Archiv)

Im Frühjahr hätten die Bauarbeiten für ein Parkdeck beim Parkbad beginnen sollen. Doch 800.000 Euro Mehrkosten könnten das Projekt kippen.

Eigentlich war alles festgezurrt: Nach mehr als drei Jahren Planung hatte der Stadtrat Ende vergangenes Jahr den Bau eines Parkhauses auf dem jetzigen Parkbad-Parkplatz beschlossen. Auf acht versetzt angeordneten Halbebenen sollten 230 Parkplätze entstehen, auch einen Aufzug sollte das Parkdeck bekommen. Die Baukosten wurden auf 2,3 Millionen Euro taxiert. In einem ersten Anlauf war das Projekt gescheitert, weil sich die von einem Ingenieurbüro und Fachplanern errechneten Kosten völlig unerwartet von zwei auf vier Millionen verdoppelten (wir berichteten). Und auch nach der jetzigen Ausschreibung des Projekts ist klar: Das Parkdeck wird rund 800.000 Euro teuerer – das geht aus dem einzigen Angebot hervor, das bei der Stadt für den Neubau einging.

„Das ist für uns eine ganz schwierige Situation“, sagt Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, da die Stadt so keinerlei Vergleichsmöglichkeiten zwischen unterschiedlichen Angeboten von Baufirmen habe. Zwar hätten 13 Firmen die offizielle Angebotsseite abgerufen, fünf davon näheres Interesse gezeigt, letztlich aber nur eine ein Angebot abgegeben. „Offensichtlich sind die Auftragsbücher der Firmen so voll, dass einfach keine Kapazitäten frei sind“, vermutet Gmehling.

Das Parkhaus am Parkbad hätte bis Schulbeginn fertig sein sollen

Die Stadt stellt das vor eine Zwickmühle. Einerseits werden dringend neue Parkplatze benötigt, weshalb die geplante Eröffnung des Parkhauses zum Schulbeginn im September sehnlichst erwartet wurde. Andererseits haben die Stadträte ab einer Kostensteigerung von zehn Prozent die Möglichkeit, eine Ausschreibung für ein Bauprojekt aufzuheben. Im vorliegenden Fall liegt die Steigerung bei satten 33 Prozent. Darum haben die Mitglieder des Werkausschusses mit großer Mehrheit und nur einer Gegenstimme im nichtöffentlichen Teil der Sitzung dem Stadtrat empfohlen, die Ausschreibung für den Bau des Decks mit 230 Stellplätzen aufzuheben.

Über das weitere Vorgehen muss in der kommenden Stadtratssitzung am 29. Januar entschieden werden. Theoretisch könnte sich der Stadtrat für eine Vergabe entscheiden, was angesichts der enormen Kostensteigerung als unwahrscheinlich gilt. Wird die Ausschreibung aufgehoben, könnte das Parkdeck neu ausgeschrieben werden – mit dem Risiko, dass sich wieder nur wenige bis gar keine Firmen melden, die das Projekt bauen wollen, oder die Preise noch mehr steigen. Eine Chance sieht Gmehling dennoch: Wenn man bei einer erneuten Ausschreibung den Ausführungszeitraum um ein Jahr nach hinten verschiebe, also auf 2020, dann könne es sein, dass sich die Baufirmen angesichts der leicht rückläufigen Konjunkturprognosen den Auftrag sichern wollen, so seine leise Hoffnung.

Können Nachverhandlungen das Parkhaus am Parkbad retten?

Gleichzeitig werde die Stadt versuchen, mit den Firmen, die bereits Interesse signalisiert haben, in Nachverhandlungen einzutreten, sagt Gemhling. Über diesen Weg könne es sein, doch noch ein akzeptables Angebot zu bekommen und bestenfalls noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen zu können – eventuell mit einigen Monaten Verspätung. Angesprochen auf alternative Lösungsvorschläge, um die Parkplatznot zu mildern, bringt Gmehling eine weitere Option ins Gespräch: „Die Schrägparkplätze in der Grünauer Straße könnten ausgeweitet werden.“ Und zwar vom Parkbad stadtauswärts in Richtung Englisch-Garten-Siedlung.

Entsprechende Anträge habe es mehrfach gegeben, sagt der OB, die seien in der Vergangenheit aber an der damals gültigen Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) gescheitert. Unter ihr wären Anwohner anteilig für den Bau der Parkplätze zur Kasse gebeten worden. Die Strabs ist inzwischen passé, das könnte den Weg frei machen für geschätzt 50 zusätzliche Parkplätze, sagt Gmehling. Die baulichen Maßnahmen dafür hielten sich nach Einschätzung des Oberbürgermeisters in Grenzen. „Es müssten die Grünstreifen entfernt, die Flächen geschottert und als Parkplätze ausgewiesen werden“, sagt Gmehling.

Lesen sie dazu auch dern Kommentar von Manfred Rinke "Parkdeck am Parkbad: Die Hoffnung nicht aufgeben"

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