1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. „Die Welt ist nicht friedlicher geworden“

Ingolstadt

03.09.2017

„Die Welt ist nicht friedlicher geworden“

Bischof Gregor Maria Hanke beim Anti-Kriegstag des DGD in Ingolstadt.
Bild: Silke Federsel

Bischof Gregor Maria Hanke spricht zum Antikriegstag beim Gewerkschaftsbund.

Von Silke Federsel

Ingolstadt „Die Welt ist 78 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs nicht friedlicher geworden“, erklärte Bischof Gregor Maria Hanke beim Anti-Kriegstag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGD) in Ingolstadt. Viele Konflikte würden derzeit mit Gewalt ausgetragen: manche unbemerkt von der Öffentlichkeit, andere viel diskutiert in den Medien. Und obwohl man in Westeuropa in den vergangenen Jahrzehnten eine „einzigartige Zeit des Friedens“ erlebe, so sei man doch in viele der Konflikte „auf die ein oder andere Weise verstrickt“.

Hanke mahnte beispielsweise Waffenexporte an, bei denen auch Deutschland als fünftgrößter Waffenexporteur weltweit eine bedeutende Rolle spiele. Eigentlich, so Hanke, sollte durch einen gemeinsamen Standpunkt der EU zur Rüstungskontrolle sichergestellt sein, dass Waffen nicht an Unrechtsregime geliefert werden. Dennoch erreichten im Jahr 2015 Rüstungsgüter im Wert von 1,6 Milliarden Euro Länder, deren Menschenrechtslage mitunter prekär sei. Das Problem sei, dass im Bereich Waffenhandel oftmals nicht ethisch, sondern rein wirtschaftlich gedacht werde, so Hanke. „Doch sind die Rüstungsgüter erst einmal an den Empfänger geliefert, kann ihr Einsatz nicht mehr kontrolliert werden.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Viele der Konflikte weltweit hätten außerdem ihren Ursprung im „selbstherrlichen und kurzsichtigen Handeln der europäischen Länder in der Kolonialzeit“. Umso wichtiger sei es nun, zu einem „Dialog der Kulturen“ zu finden und eine gemeinsame Entwicklungspolitik zu erreichen. Die Forderung nach Durchsetzung des Völkerrechts müsse frei sein von eigenen Macht- und Wirtschaftsinteressen des Westens, denn das werde von anderen Staaten als „Disziplinierung und Demütigung“ empfunden. Hier brauche es „Fingerspitzengefühl“, oftmals gleiche dies einer „Operation am offenen Herzen“.

Es lohne sich aber immer, für den Frieden einzutreten, erklärte Hanke und zitierte Papst Johannes Paul II.: „Krieg ist niemals ein unvermeidbares Schicksal, er ist immer eine Niederlage für die Menschheit.“

Seit 60 Jahren begeht der Deutsche Gewerkschaftsbund immer am 1. September den Antikriegstag. Damit wird an den Einmarsch deutscher Truppen am 1. September 1939 in Polen erinnert.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_1205.tif
Ingolstadt

Ingolstadt: Wechsel an der Kripo-Spitze

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen