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Eichstätt

02.01.2020

Eichstätter Geburtshilfe muss schließen

Wegen fehlender Hebammen musste die Entbindungsstation in Eichstätt einen Tag vor Weihnachten schließen.
Bild: Ralf Hirschberger/dpa (Symbolbild)

Der Hebammenmangel zwingt die Klinik Eichstätt, die Geburtsstation bis auf Weiteres zu schließen. Doch die Verantwortlichen hoffen auf eine baldige Wiedereröffnung.

Kurz vor Weihnachten kam das letzte Baby in Eichstätt auf die Welt. Es gab diesmal kein Weihnachtsbaby, das im Eichstätter Krankenhaus geboren worden ist, und auch kein Neujahrsbaby. Denn die Geburtsstation musste genau einen Tag vor Heiligabend, am 23. Dezember, schließen. Grund für das Aus ist der Hebammenmangel. Wann – und ob – sie wieder eröffnet, das steht noch in den Sternen. Doch Marco Fürsich, seit 1. Januar Geschäftsführer der Kliniken im Naturpark Altmühltal, hofft darauf, dass in diesem Jahr wieder Kinder im Eichstätter Krankenhaus auf die Welt kommen werden.

Auch in Aichach und Schrobenhausen mussten die Geburtsstationen schließen

Wie Eichstätt, so erging es auch schon anderen Krankenhäusern in der Region. Weil Hebammen gekündigt oder selbst Kinder bekommen haben, waren auf einmal die Rund-um-die-Uhr-Schichten in den Kreißsälen nicht mehr zu besetzen. So musste Schrobenhausen seine Geburtshilfe schließen, ebenso Aichach. Beide konnten bislang nicht wiedereröffnet werden. Denn neue Hebammen zu finden ist für die Krankenhäuser äußerst schwierig. „Der Markt ist leer gefegt“, weiß auch Fürsich.

Jetzt haben in Eichstätt zwei Hebammen aufgehört, weitere wollen ihre Dienste reduzieren. Und so taten sich Lücken im Schichtplan auf, die nicht mehr zu schließen waren. Die Hebammen, die am Eichstätter Krankenhaus Geburten begleitet haben, sind selbst nicht bei der Klinik angestellt. Sie alle sind Beleghebammen und arbeiten freiberuflich.

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Fünf Hebammen sind in Eichstätt noch im Einsatz

Fünf von ihnen sind jetzt noch im Einsatz und kümmern sich vor und nach der Geburt um die Mütter, helfen bei Schwangerschaftsbeschwerden, untersuchen die Babys in ihren ersten Wochen und geben den Eltern Tipps rund um das Neugeborene.

Doch für die Geburt selbst müssen sich die Schwangeren jetzt nach einem anderen Krankenhaus umschauen. Einige werden wohl nach Ingolstadt oder Neuburg ausweichen, eine andere Anlaufstelle dürfte das Krankenhaus in Kösching sein, die zweite Klinik im Landkreis Eichstätt. Dort gibt es eine „sehr, sehr gute Geburtsstation“, betont Fürsich. Und auch die Versorgung mit Hebammen und Ärzten sei dort gewährleistet. Die Entbindungsstation in Kösching, dem zweiten Standort der Kliniken im Naturpark Altmühltal, war erst vor zwei Jahren komplett neu umgebaut worden. Jährlich werden dort an die 700 Kinder geboren und damit gut doppelt so viele wie in Eichstätt.

In Eichstätt sind im vergangenen Jahr an die 300 Babys auf die Welt gekommen

Dort waren es 2018 rund 360 Babys, im Jahr drauf nur noch an die 300. Das ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass dort seit Weihnachten keine Kinder mehr auf die Welt gekommen sind. Bereits im Sommer musste das Krankenhaus die Entbindungsstation für zwei Wochen während der Ferien schließen. Damals war allerdings nicht der Hebammenmangel der ausschlaggebende Grund, sondern die ärztlichen Dienste in der Geburtshilfe konnten nicht mehr durchgehend besetzt werden.

Aktuell sei man „drauf und dran“, sagt Fürsich, an einer Zukunft für die Geburtshilfe zu arbeiten. Das Krankenhaus will ein neues Konzept auflegen mit den noch verbliebenen Geburtshelferinnen. „Die Hebammen machen super mit“, sagt Fürsich. Das große Ziel aber bleibt, neue Hebammen zu finden, um dann die Geburtshilfe so bald wie möglich wieder eröffnen zu können. Und vielleicht gibt es dann 2021 wieder ein Neujahrsbaby in Eichstätt. „Das hoffe ich“, sagt jedenfalls Marco Fürsich.

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