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  3. Ein Dorf wird abgesiedelt: Straß-Moos: Im „Hochwasserdorf“ fallen wieder Häuser

Ein Dorf wird abgesiedelt
17.04.2020

Straß-Moos: Im „Hochwasserdorf“ fallen wieder Häuser

Der Abbruchbagger räumt ein altes Bauernhaus in Straß-Moos ab, hier zertrümmert er gerade die Mistgrube. Die Absiedlung leert das „Hochwasserdorf“.
Foto: Winfried Rein

Die Absiedlung von Straß-Moos geht weiter. 21 Anwesen sind bereits verschwunden, ein weiteres wird derzeit abgerissen. Die Hälfte der Häuser ist damit weg.

In Straß-Moos fallen wieder Häuser. Derzeit zertrümmert der Abrissbagger ein 100 Jahre altes Bauernhaus am Ortsausgang Richtung Unterhausen. „In meiner Kindheit gehörte es zu den schönsten Häusern im Dorf“, erinnert sich Gerti Zeller. Mit ihrem Ehemann Karl hält sie die Stellung im Ort, während ringsum langsam die Nachbarn verschwinden.

Die Absiedlung im „Hochwasserdorf“ geht also weiter. Von einst 40 Anwesen sind jetzt 22 abgeräumt, zwei weitere folgen in diesem Jahr. Es geht schneller als erwartet. 2006 war der Absiedlungsvertrag zwischen Gemeinde, Kreis und Staatsbehörden unterzeichnet worden. „Es dauert Generationen“ – das war damals den Beteiligten klar. 14 Jahre später ist es ruhig geworden in Straß-Moos. „Zu ruhig“, finden die Zellers.

Ein ganzes Dorf muss absiedeln - das ist einmalig in Bayern

Dass ein ganzes Dorf der Hochwassergefahr weichen muss, gilt als einmalig in Bayern. Die Behörden betonen immer wieder, dass die Absiedlung absolut freiwillig geschehe. Andererseits ist auch klar, dass sich etliche Bewohner der entstandenen Eigendynamik nicht entziehen können.

Vor 14 Jahren unterzeichneten Landrat Roland Weigert, Bürgermeister Albin Kaufmann und Amtschef Karl Deindl (von links) den Absiedlungsvertrag für Moos.
Foto: Winfried Rein

4,3 Millionen Euro hat der Freistaat Bayern bisher in die Absiedlung Moos investiert, zum Jahresende werden es 4,8 Millionen sein. Die Bedingungen haben sich nicht geändert, sagt Bauoberrat Holger Pharion vom Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt, „alle werden gleich behandelt.“ Zu den von Münchener Schätzern vor über zehn Jahren festgestellten Gebäudewerten erstattet der Freistaat Bayern den Eigentümern zwei Drittel, der Markt Burgheim acht Prozent und der Kreis Neuburg-Schrobenhausen 2,5 Prozent. Die Abrisskosten übernimmt der Staat, die Grundstücke kauft er nicht. Hier bedient sich der Donaumoos-Zweckverband mit Blick auf Ausgleichsflächen.

Die älteren Bewohner wollen Straß-Moos nicht verlassen

Die Älteren wollen den Heimatort eher nicht verlassen. Doch weil es immer leerer wird, fällt das Bleiben schwer. Die Bewohnerin des aktuellen Abbruchhauses ist ins Altenheim gegangen, so wie andere Absiedler vor ihr. „Dass ihr Haus abgerissen wird, darf man ihr nicht sagen“, bittet ein Nachbar um Rücksicht.

Eine größere Absiedlung kostet vielleicht eine Million Euro, „wer kann sich das schon leisten?“, fragt Philipp Heckl. Der 70-jährige Austragsbauer kennt jede Familie in Moos und darüber hinaus. Die Hochwasser der Vergangenheit konnten ihn nicht vertreiben und natürlich bleibt er auch jetzt mit der Familie vor Ort. Deren Hof liegt höher auf dem Gelände und hatte sowohl das „Jahrhunderthochwasser“ an Pfingsten 1999 wie die Flut im August 2005 überstanden. Das relativ kurze Intervall zwischen beiden Hochwassern hatte das Thema Absiedlung überhaupt erst aufkommen lassen.

So stand das aktuelle Abbruchanwesen an Pfingsten 1999 im Hochwasser. Moos war nur mit dem Boot erreichbar.
Foto: Winfried Rein

Wird das „Hochwasserdorf“ Vorlage für einen Film?

In Neuburg hat der Staat mit dem gleichen Modus den Eulahof an der Staustufe Bittenbrunn und ein Anwesen am Unteren Brandl aufgekauft und abgesiedelt. Das Brandlgebiet selbst mit Freibad und VfR-Stadion bleibt weiterhin als „Retentionsraum“ den Fluten der Donau ausgesetzt.

In Straß-Moos gibt es eine einzige gegenläufige Bewegung: Eine junge Familie saniert ein älteres Einfamilienhaus und will einziehen. „Zum Wegziehen zwingen wir niemanden“, versichert Wasserwirtschaftler Holger Pharion. Ende 2020 werde die Fachbehörde Zwischenbilanz ziehen und entscheiden, wie es weitergeht.

Möglicherweise muss sich Drehbuchautor Herbert Kugler (Berlin) beeilen, um ein Filmskript über das Hochwasserdorf zu schreiben. Seit Jahren trägt er sich mit diesem Gedanken. Den Titel „Das sterbende Dorf“ hat bereits eine ZDF-Dokumentation verwendet.

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