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Klassentreffen

18.04.2019

Ein Wiedersehen nach 60 Jahren

Damals und heute: 24 Damen absolvierten 1959 erfolgreich die Landwirtschaftsschule in Neuburg. Ihre feschen Dirndl nähten sie selber. Nach 60 Jahren trafen sich 16 von ihnen in Bayerdilling wieder.
Bild: Foto Sayle/Hilde Specht

Die ehemaligen Schülerinnen der Landwirtschaftsschule in Neuburg haben einst noch mit der Hand gemolken und für Unterrichtsfächer wie Staatsbürgerkunde, Kochen und Tierhaltung gebüffelt

Es wurde ein harmonischer Nachmittag für die ehemaligen Schülerinnen der Landwirtschaftsschule in Neuburg, die 1959 ihren Abschluss feierten und sich unlängst zum 60. Jubiläum beim Schwarzwirt in Bayerdilling trafen. Zwar hatten sich einige der ehemaligen Landwirtschaftsschülerinnen in den vergangenen Jahren immer wieder mal getroffen. Doch das Treffen anlässlich des 60. Jubiläums war schon etwas Besonderes. Die gebürtige Seiboldsdorferin Hilde Specht, die nach Walda geheiratet hatte, organisierte zusammen mit Maria Schwegler aus Haselbach das Treffen. 16 Ehemalige fanden sich in Bayerdilling ein und nach dem letzten Treffen vor fünf Jahren gab es natürlich wieder jede Menge zu erzählen. Nach einem kurzen Gebet für die vier verstorbenen Mitschülerinnen wurden Erinnerungen an die gemeinsame Zeit ausgetauscht. Die Freude war groß.

In einer Zeit, in der die Milchkühe noch mit der Hand gemolken wurden, absolvierten 24 Mädchen im Winterhalbjahr 1958/1959 die Landwirtschaftsschule in Neuburg. Die Schule in der Bahnhofstraße hatte die Aufgabe, Söhnen und Töchtern von Bauern und Landwirten die fachliche Ausbildung zu geben, die sie für ihre spätere Tätigkeit benötigten. Ziel des Fachunterrichts war es, die zukünftigen Hoferben zur erfolgreichen Bewirtschaftung ihres Betriebes und zur neuzeitlichen Führung eines bäuerlichen Haushaltes auszubilden.

Aufnahmebedingungen für die Schülerinnen waren die Vorlage der Entlasszeugnisse aus der Volks- und Berufsschule sowie ein sogenanntes Leumundszeugnis, das den einwandfreien Ruf der Mädchen beurkundete. Der Unterricht fand in den Wintermonaten von Oktober bis März statt, damit die Schüler in der Hauptarbeitszeit ihren elterlichen Betrieben wieder zur Verfügung standen. Das Schulgeld betrug 25 Mark, die Schülerinnen von auswärts wohnten im Internat, für das noch einmal 70 Mark monatlich zu berappen waren. Neben den Fächern Religion, Staatsbürgerkunde, Familienpflege, Kochen und Ernährungslehre, Gesundheitspflege, Handarbeit, Haushaltspflege und -führung erfuhren die angehenden Bäuerinnen auch Wichtiges zum Thema Gartenbau, Tierhaltung einschließlich Geflügelhaltung sowie Betriebslehre. Außerdem absolvierten sie alle einen Melkkurs.

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An den Schülerball im Kolpinghaus erinnert sich Hilde Specht noch gut. „Die Dirndl, die wir trugen, haben wir im Nähkurs selber genäht.“ Manchmal wurden die Schülerinnen auch zum Einkaufen in die Stadt geschickt. „Die Wolle und Garne für unsere Strick-, Häkel- und Näharbeiten besorgten wir im Handarbeitsgeschäft der Geschwister Graf.“ Das Geschäft in der Weinstraße gibt es schon lange nicht mehr.

Über die positive Resonanz und das zahlreiche Erscheinen freute sich Hilde Specht ganz besonders. Das nächste Treffen ist in fünf Jahren.

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