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Trauer

06.05.2011

Ein „verrücktes Leben“ ist zu Ende

Luise Petzolt-Mölders pflegte die Verbindung durch Teilnahme an Veranstaltungen im Geschwader. Vor acht Jahren feierte sie ihren 90. Geburtstag in Neuburg. Dabei entstand auch diese Aufnahme.
Foto: Archivfoto: Xaver Habermeier

Geschwader und Ehemalige trauern um Mölders’ Witwe Luise Petzolt-Mölders

Neuburg Im hohen Alter von 98 Jahren ist Luise Petzolt-Mölders verstorben. „Mit der Witwe des einstigen Jagdfliegers und Namensgebers des Jagdgeschwaders 74, Oberst Werner Mölders, verliert die Möldersvereinigung und auch der Verband eine engagierte Fürsprecherin, eine wohlmeinende Förderin und vor allem eine wahre Freundin“, sagte der Vorsitzende der Mölders-Vereinigung, Oberst a. D. Helmut Ruppert, bei der Trauerfeier.

Dem Jagdgeschwader 74 war von 1973 bis 2005 der Traditionsname ‘Mölders‘ beigefügt gewesen. „Bei der Feier zu dieser Namensgebung war Luise Petzolt-Mölders vor 38 Jahren als damals 60-Jährige zum ersten Mal auf dem Fliegerhorst des Jagdgeschwaders gewesen. Weitere Einladungen nahm sie fortan gerne an“, erinnerte Ruppert in seiner Trauerrede. Luise Petzolt-Mölders lebte in Stockdorf im Landkreis Starnberg und pflegte die Verbindung zum Geschwader, suchte immer wieder Kontakte zu den Angehörigen des Verbandes und der Möldersvereinigung.

So entwickelte sich eine enge Bindung und es entstanden viele Freundschaften. Wie etwa zur Familie Ruppert. „Meine Frau und ich hatten das Glück, zu ihrem engeren Freundeskreis zu gehören“, so Ruppert. Noch vor wenigen Wochen war er zusammen mit seiner Frau ihrer Einladung nach Stockdorf gefolgt. Die rüstige Witwe schwelgte – wie immer bei solchen Gelegenheiten – in Erinnerungen an ihr Leben. „Ein verrücktes Leben“, wie sie selbst zu sagen pflegte.

Aber Luise Petzolt-Mölders lebte nicht in der Vergangenheit, sondern voll im Jahr 2011, lebensbejahend und weltoffen. Sie hat sämtliche politischen Entwicklungen von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart erlebt. Luise Petzolt-Mölders hatte dabei eine Vielzahl an Schicksalsschlägen hinnehmen müssen. Drei Ehemänner hat sie verloren. Alle hatten sie den fliegenden Streitkräften der ehemaligen Wehrmacht angehört. Zwei starben bei einem Absturz und einer durch Krankheit. Luise Petzolt-Mölders war stets überzeugt, dass Freundschaft zum größten Reichtum eines glücklichen Lebens beiträgt. Die Traditionsarbeit des Neuburger Geschwaders war ihr daher stets ein besonderes persönliches Anliegen. „Sie stellte die Orden und andere Exponate von Werner Mölders für die wehrgeschichtliche Sammlung als Leihgabe zur Verfügung“, erinnerte Oberst a. D. Ruppert.

Das 50-jährige Jubiläum des Jagdgeschwaders hatte sie vor wenigen Wochen noch fest im Blick. „Sie wollte unbedingt teilnehmen“, so Ruppert. Traurig nahm er mit Vertretern aus Neuburg, wie Oberst Andreas Pfeiffer und ehemalige Neuburger Kommodores, Abschied: „Wir werden ihr Andenken stets in Ehren halten“. (xh)

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