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21.07.2012

Erzeuger werden um den Lohn gebracht

Streicheleinheiten gab es für die Kuh Agnes, die vor zwei Jahren von Agnes Krumwiede (MdB) auf dem Reichert-Hof in Untermaxfeld getauft wurde. Links im Bild Manfred Reichert, rechts MdL Theresa Schopper, Landesvorsitzende der Grünen, die sich über die Probleme der Milchviehhalter informieren ließ.
Bild: üku

Bundestagsabgeordnete Agnes Krumwiede und Landtagsabgeordnete Theresa Schopper von den Grünen bei Biobauer Manfred Reichert in Untermaxfeld

Königsmoos-Untermaxfeld Agnes Krumwiede, Abgeordnete der Grünen, ist auf dem Hof von Bio-Bauer Manfred Reichert in Untermaxfeld keine Unbekannte. Vor zwei Jahren kam sie im April kurz nach der Geburt eines Kalbes auf den Hof, das gleich auf den Namen „Agnes“ getauft wurde. Vergangenes Jahr besuchte sie ihr „Patenkalb“, durfte Schlepper fahren und, wie es das Schicksal so will, kalbte ihr mittlerweile zur stattlichen Milchkuh gewordenes Ex-Patenkalb. Grund genug also, sowohl Kuh als auch Kalb zu besuchen.

Mit dabei war gestern Theresa Schopper, MdL und Landesvorsitzende der Grünen, die sich von Manfred Reichert (Kreisvorsitzender) und Matthias Steinberger (Bundesdelegierter) vom Bundesverband Deutsche Milchviehalter (BDM) über die Probleme des Berufsstandes informieren ließen. Manfred Reichert, zertifizierter Bio-Bauer seit 2009, hat 80 Milchkühe in seinem offenen Stall mit Weidegang stehen.

„Der Milchpreis ist wieder im Sinkflug“, stellten er und Steinberger fest. Vor vier Jahren, als der Milchprotest begann, gab es 25 Cent pro Liter, heute sind es 27. Kostendeckend waren damals 43, heute wären es 48 Cent. „Abhängig ist der Milchpreis vom Weltmarkt“, sagte Steinberger und meinte, dass der Preis weiter fallen werde. Reichert versorgt seine Rinder mit eigenem Grundfutter. Neben dem Wegfall der Milchquote steht den Milchbauern 2015 eine siebenprozentige Flächenstilllegung ins Haus, die von den Grünen mit unterstützt wird.

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Flächenstilllegungen bedrohen kleine Landwirte

„Diese Flächenstilllegung bedroht die kleinen Landwirte“, meinte Reichert, dem sieben Hektar Fläche für die Versorgung seiner Rinder fehlen würden. Das heißt, er muss Futter zukaufen und der Erzeugerpreis würde bei fallendem Milchpreis steigen. Die Folge wäre, dass noch mehr Milchviehhalter, in Untermaxfeld sind es nur noch drei, aufgeben müssten. Das Problem gaben die beiden Milchviehhalter den beiden Abgeordneten mit auf den Weg, damit sie dazu beitragen können, die zu erwartende Verordnung zu entschärfen. Die Milchpreise sind nach den Aktionen etwas gestiegen, letztlich entscheide aber der Konsument über den Preis.

„Ich bin empört über die Sonderangebote bei Milchprodukten“, sagte Schopper, die zu Lasten der Erzeuger gingen. Das unselige Motto „Geiz ist geil“ sei nicht die Lösung. Zwischen Wertschöpfer und Konsumenten seien zu viele Abschöpfer, waren sich Schopper und Krumwiede einig, die einen Vergleich mit dem Musikangebot im Internet zog: Auch die Autoren würden als Wertschöpfer um ihren gerechten Lohn gebracht.

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