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NR-Adventsquiz

14.12.2020

Folge 12: Ein halbes Leben in Strumpfhosen

So sah unser gesuchter Neuburger mit 14 Jahren aus.
Bild: privat

Eigentlich kommt er „von drüben“, aber nach fast 60 Jahren in Neuburg darf er zweifelsfrei als „erfolgreich integriert“ bezeichnet werden. Wenn er ein Fest gibt, dann feiern stets sehr viele Menschen mit.

Der junge Bursche auf dem Foto ist ein DDR-Flüchtling, da gab es die Mauer noch gar nicht. Denn seine Eltern hatten 1961 rechtzeitig erkannt, dass sich die politische Lage immer mehr zuspitzte und es bald kein Entrinnen mehr geben wird. Deshalb packten sie ihre beiden Kinder ein und zogen von Brandenburg an der Havel nach Neuburg. Das war nur wenige Wochen, bevor die Grenze dicht gemacht wurde. Unser Wonneproppen war da gerade mal drei Jahre alt.

Mit sechs Geschwistern wuchs unser Protagonist in Neuburg auf

Mit insgesamt sechs Geschwistern ist der gesuchte Bub in Neuburg aufgewachsen. Vormittags hat er die Wirtschaftsschule besucht, nachmittags hat er sich beim Sport ausgetobt. Im Basketballverein warf er Körbe und im VfR kickte er Bälle. „Das war aber nur eine kurze Episode in meinem Leben“, sagt er über seine Fußballerkarriere. Denn seine große Leidenschaft war das Boxen. Als Jugendlicher wurde er sogar einmal südbayerischer Meister „im Papiergewicht“.

Auch bei der Bundeswehr, wo er die meiste Zeit seiner zwölfjährigen Laufzeit im Jagdgeschwader in Neuburg war, gehörte der Sport dazu. Dieses Mal war es die Leichtathletik, bei er sich mit seinen Kameraden maß und der „ewige zweite Gewinner“ blieb, wie er bedauert. Vor allem im 100- und 200-Meter-Lauf und im Weitsprung hat er sich hervor. „Meine persönliche Bestzeit auf 100 Meter waren 11,7 Sekunden.“

NR-Quiz: In den 80ern wurde Unterhaltung sein liebstes Hobby

In den 1980er Jahren hat er schließlich die Sporthosen gegen Strumpfhosen getauscht. Das Athletische rückte in den Hintergrund, stattdessen war die Unterhaltung nun sein liebstes Hobby. Große Feste ausrichten – das machte und macht ihm bis heute Spaß. Dabei weiß er ganz genau, was er will und was nicht. Wenn ihm dabei jemand seine Ideen durchkreuzt, dann kann er auch ganz schon ungemütlich werden. „Ich bin normalerweise ein ruhiger Geselle, aber wenn ich mich mal ärgere, dann richtig“, beschreibt er sich selbst.

In der strumpfhosenfreien Zeit verdient sich unser Gesuchter sein Geld als Beamter bei der Stadt Ingolstadt. Er hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Partnerin in historischen Gemäuern.

Lesen Sie alle Folgen des NR-Adventsquiz hier.

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