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Neuburg

09.08.2017

Freizeitarrest für aggressives Verhalten

Am Amtsgericht wird ein 19-Jähriger für mehrere Ausfälle zu Freizeitarrest verurteilt.
Bild: Maya Spitzer

Ein 19-Jähriger musste sich wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Beamte und Beleidigung verantworten.

So wie der 19-jährige Angeklagte gestern im Gerichtssaal des Neuburger Amtsgerichts saß, traut man ihm eigentlich kein aggressives Verhalten zu. Er wirkte sympathisch, gepflegt und ruhig. Doch der junge Mann aus dem südlichen Landkreis scheint zwei Gesichter zu haben. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung musste er sich diesmal verantworten – sechs Eintragungen im Bundeszentralregister hatte er bereits.

Es war der 1. April 2017 gegen 23.30 Uhr. Ein Konzert in einer Jugendeinrichtung war gerade zu Ende gegangen und die Besucher strömten nach draußen. Ein Unbekannter soll den Angeklagten dann ohne jeglichen Grund mit Faustschlägen zu Boden gebracht haben. Der Mann setzte sich auf ihn und schlug weiter auf den 19-Jährigen ein. So schilderten Staatsanwaltschaft und Zeugen den Vorfall. Die Freundin des Angeklagten und die Leiterin der Einrichtung zerrten den Schläger vom Angeklagten herunter. Der Mann konnte später nicht mehr gefunden werden. Der 19-Jährige schlug allerdings immer noch wild um sich – traf dabei seine eigene Freundin und die Leiterin, die als Zeugin geladen war. „Er hatte die Augen weit aufgerissen, er war fern von Gut und Böse. Ich glaube nicht, dass er in diesem Moment bei sich war und registriert hat, dass wir ihm geholfen haben“, erzählte sie. Ob dieser Zustand allerdings vom Alkohol – der Angeklagte hatte mehr als zwei Promille – oder von der Gewalteinwirkung hergerührt habe, konnte sie nicht sagen.

Als die Polizei kam, wurde der Angeklagte immer aggressiver. Er wollte sich nicht ausweisen, schubste die Beamten von sich und beleidigte sie mit verschiedenen Kraftausdrücken. Schließlich nahmen ihn die Beamten mit auf die Dienststelle, wo der 19-Jährige von seiner Mutter abgeholt wurde. Am nächsten Tag konnte er sich an nichts mehr erinnern. Seine Freundin musste ihm berichten, was in der Nacht zuvor passiert war. Daraufhin entschuldigte er sich bei allen Beteiligten und hilft seitdem freiwillig in der Einrichtung mit.

Jugendgerichtshelfer Hans Wörl beschrieb die Kindheit des Angeklagten als schwierig, er sei schon früh durch aggressives Verhalten und ADS aufgefallen. Es fehlte der Kontakt zum leiblichen Vater.

Staatsanwältin Vera Stoll forderte eine Jugendstrafe von neun Monaten auf Bewährung und zusätzlich einen Warnschussarrest von zwei Wochen, Verteidigerin Tanja Schwarz-Gewallig nur eine Woche Dauerarrest. Das Verfahren wegen Körperverletzung gegenüber der Freundin wurde eingestellt, da sie nicht wirklich verletzt wurde. Hinsichtlich der restlichen Vorwürfe befand Richter Gerhard Ebner den Angeklagten jedoch für schuldig und verurteilte ihn zu zwei Freizeitarresten. Zwei Jahre ist er einem Bewährungshelfer unterstellt. Ebner: „Ich habe dich in diesen zwei Jahren auf dem Schirm.“

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