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17.06.2010

Für den Glauben gestorben

Für den Glauben gestorben
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In dieser Marienkapelle am Illdorfer Marienhügel fand das Bild von Pfarrer Georg seine Bleibe. Foto: Wagner
Bild: Wagner

Burgheim-Illdorf In der Kirche ist er in den Reihen der Seligen gruppiert, in Illdorf lebt er noch im Geiste der Menschen. Die Rede ist von Pfarrer Jerzy (Georg) Popieluszko aus Polen. Vor Kurzem wurde der Märtyrer in Warschau seliggesprochen, hier wird er wie ein Held verehrt. So ist es nicht verwunderlich, wenn sich rund 150 000 Gläubige an dieser Feier beteiligten. Papst Benedikt XVI. ließ dazu erklären: Wenn jemand für seinen Glauben stirbt, brauche es zur Seligsprechung keine Wunder.

Und wie laufen die Fäden zwischen Polen und Illdorf? Pfarrer Georg besuchte 1980 seinen in Illdorf weilenden Onkel und Salesianerpater Dr. Georg Rydzewski. Hier verbrachte der Gast eine Woche und zelebrierte auch mehrere Gottesdienste. Die Illdorfer lernten ihn so kennen und schätzen.

Der junge Geistliche, Pfarrer Georg, war inzwischen Seelsorger der polnischen Arbeiterklasse. Nach der Gründung der Gewerkschaft "Solidarität" war er dessen geistiger Führer. Er setzte sich energisch mit der polnischen Problematik auseinander und las seit 1982 Monat für Monat "eine heilige Messe für die Heimat". Die Gottesdienste wurden stark besucht, selbst von Schauspielern und Schriftstellern. Pfarrer Georg verurteilte in seinen Predigten die Gewalt und trat für die Inhaftierten und Verfolgten ein. So ist es auch zu verstehen, wenn er dem Geheimdienst ein Dorn im Auge war.

Bei einer Heimreise aus Bromberg wurde der Geistliche 1984 von drei Sicherheitsbeamten in einem Waldstück entführt, gefesselt, zu Tode gefoltert und in ein Wasserreservoir geworfen. Erst sechs Wochen später konnten ihn Froschmänner bergen.

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Patron der Solidarität

Als "Märtyrer der Solidarität" wurde er am 5. November 1984 beigesetzt. Hunderttausende nahmen am Trauergottesdienst teil. Auch die Illdorfer waren über dieses Vorkommnis schockiert und feierten unter großer Beteiligung für ihren bekannten Pfarrer einen Trauergottesdienst. Das Grab von Pfarrer Georg wurde sofort zu einer Wallfahrtsstätte. Jetzt gilt er als Patron der Solidarität. An seinem Grab brennen täglich unzählige Kerzen.

Auf dem Marienhügel in Illdorf wurde 1983 eine Kapelle erbaut und der Schwarzen Madonna von Tschenstochau geweiht. Im Juli 1986 wurde das Bild des Märtyrers in diese Kapelle gebracht. Den Rahmen für das Bild schnitzte der damalige polnische Ortspfarrer Stanislaus Kryzyskowski persönlich. Dort befindet sich das Bild auch weiterhin. Mit dieser Seligsprechung wurden sicherlich für die Illdorfer wieder alte Erinnerungen wachgerufen.

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