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Gachenbach
08.04.2020

Ministerin zu Besuch: Solidarität für Spargelbauern

So sieht’s aus, wenn Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (links) auf dem Acker von Spargelbauer Jakob Koppold in Gachenbach öffentlichkeitswirksam Spargel sticht. Die traditionelle Prozedur auf dem Münchner Viktualienmarkt musste heuer wegen der Corona-Krise ausfallen.
Foto: Norbert Eibel

Michaela Kaniber sticht heuer statt auf dem Viktualienmarkt auf einem Acker in Gachenbach. Was die Ministerin Verbrauchern ans Herz legt.

Julian Fendt lächelt. „Am ersten Tag tut das Kreuz ganz schön weh, aber nach einiger Zeit geht’s“, antwortet er auf die Frage, wie sehr ihm die ungewohnte Arbeit auf die Knochen gehe. Seit zwei Wochen buckelt er als Spargelstecher in Gachenbach auf dem Hof von Jakob Koppold. Normalerweise ist er in der Gastronomie tätig, doch die Corona-Krise hat auch ihn zur Flexibilität gezwungen. Sein Arbeitgeber musste das Lokal wegen der Infektionsschutzmaßnahmen schließen. Und so sticht der junge Mann aus München-Neuhausen nun auf einem Acker an der B300 Spargel, wo einige Bifang weiter Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber pressewirksam die Saison eröffnet und eigenhändig die weißen Stangen aus dem sandigen Lehmboden sticht.

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Normalerweise duftet der symbolische Spargelstich auf dem Münchner Viktualienmarkt nach Haute Cuisine. Doch heuer ist alles anders. Es riecht staubig. Statt im Herzen der Landeshauptstadt steht die Ministerin, umringt von Journalisten und immer schön auf Abstand achtend, mitten auf einem Feld. „Ich lerne jeden Tag etwas dazu“, strahlt Michaela Kaniber ungerührt, nachdem ihr im dritten Anlauf der perfekte Stich gelungen ist. Spargelkönigin Juliane I. aus dem Schrobenhausener Stadtteil Ried hat ihr den entscheidenden Tipp gegeben, den auch Julian Fendt schnell verinnerlicht hat. Mit dem Zeige- und Mittelfinger der linken Hand wird die Stange, die aus dem Boden spitzelt, freigelegt und dann mit dem rechts geführten Spargelmesser, das ein wenig an einen Schürhaken erinnert, abgeschnitten. „Die Finger tun mehr weh, als der Rücken“, hat Julian Fendt am eigenen Leib erfahren. Und ganz wichtig: Die Länge muss stimmen. Auch dem geübten Spargelstecher gelinge nicht jeder Stich, assistiert Jakob Koppold der Ministerin nachsichtig.

Ministerin steht mit Spargelbauern auf dem Feld

Doch Michaela Kaniber ist nicht nur der schönen Fotos wegen in den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gekommen. Julian Fendt und weitere Helfer wurden mit der Initiative „Arbeiten für die Ernte“ nach Gachenbach vermittelt. Bauer Koppold baut seit 30 Jahren Asparagus an, mittlerweile pflanzt der Familienbetrieb das Edelgemüse auf sieben Hektar an. Normalerweise beschäftigt die Koppold & Sohn GbR zehn bis zwölf erfahrene Erntehelfer, um das immense Arbeitspensum zu bewältigen. 16 Wochen lang werde in der Regel gestochen; früher ab 1. Mai, jetzt, weil es der Markt verlangt, schon ab 1. April, erklärt Jakob Koppold. Dafür schwört der Landwirt seit Jahren auf Rumänen, „die sind willens, die schwere Arbeit zu machen und belastbar.“ Nur von Hand und mit Geschick ist es möglich, Spargelstangen von hoher Qualität zu ernten, ohne dabei die Pflanzen zu schädigen. Doch wegen der Corona-Krise sind die Grenzen dicht. Nur zwei seiner erfahrenen Kräfte konnte er noch vor der Schließung hereinholen. Die lernen jetzt die Hilfskräfte an, die die ausgefallenen Saisonarbeitskräfte überall in Bayern ersetzen sollen.

Und so sticht Julian Fendt wenige Bifang weiter. Normalerweise arbeitet der junge Mann in der Gastronomie, seit zwei Wochen hat sich der Münchner auf dem Spargelhof Koppold als Saisonarbeitskraft verdingt.
Foto: Norbert Eibel

„Wir ziehen alle an einem Strang“, formuliert die Ministerin, „um der Landwirtschaft zu helfen, aber auch den Menschen, die in anderen Wirtschaftszweigen und -branchen, etwa wegen Kurzarbeit, derzeit zur Untätigkeit gezwungen sind.“ Die Initiative wird getragen vom Verband der Bayerischen Wirtschaft, den Handwerkskammern, dem Hotel- und Gaststättenverband, dem Bauernverband und den Maschinenringen. „Lassen Sie uns jetzt solidarisch sein“, so ihr Appell. Nicht nur im Spargelanbau, sondern auch die Hopfenbauern, die Winzer und Obstbauern werden in den kommenden Wochen und Monaten tatkräftige Unterstützung benötigen. Normalerweise stehen deutschlandweit jedes Jahr rund 300.000 Erntehelfer auf den Äckern. Sie habe sich dafür stark gemacht, betont Kaniber, dass diesen und nächsten Monat jeweils 40.000 Saisonkräfte aus Osteuropa einreisen dürfen.

Bei den Spargelbauern bleibt ein Teil der Ernte auf den Feldern

Die Pandemie trifft die landwirtschaftlichen Betriebe, die Sonderkulturen anbauen, besonders hart. „Die Nerven liegen bei einigen blank“, berichtet Jakob Koppold. Bei ihm, schätzt er, bleibt die Hälfte des Spargels ungeerntet liegen. Dazu komme, dass auch der Vertrieb nicht mehr funktioniere, seit die Gaststätten geschlossen seien. „In München ist uns alles weggebrochen.“ Dabei habe er seinen Betrieb breit aufgestellt und beschreite viele Wege, um seine Produkte abzusetzen. Er bietet Spargelessen an, doch auch das zieht in diesem Krisenjahr nicht. „Normalerweise haben wir 50 bis 60 Busgruppen, ein Drittel hat schon storniert. Was der Rest macht, weiß ich nicht...“ Und selbst der Hofverkauf stocke, die Leute hätten Bedenken, von der Polizei aufgehalten zu werden.

Lebensmittel zu kaufen, sei erlaubt, erwidert Michaela Kaniber und appelliert an die Verbraucher: „Kaufen Sie für Ostern Spargel und Produkte aus Bayern und unterstützen Sie die heimischen Betriebe. Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig die regionale Versorgung ist.“

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