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Neuburg/Donau

06.09.2019

Grünen OB-Kandidat will Neuburg elektrisieren

Passt ins erfrischende Bild, mit dem die Grünen im Bund und Land zuletzt kräftig gepunktet haben: Neuburgs OB-Kandidat Gerhard Schoder.
Bild: Manfred Rinke

Gerhard Schoder ist 38 Jahre jung, selbstständiger Unternehmer und Neuburger. Er passt ins frische Bild der Grünen. Was er für das Amt des OB mitbringt. 

Er passt in dieses erfrischende Bild, mit dem die Grünen im Bund und Land zuletzt kräftig gepunktet haben. Jung, intelligent, engagiert, weltoffen und dann auch noch ein waschechter Neuburger: Mit Gerhard Schoder präsentieren die Grünen einen jungen Mann als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, dem sie bei den Kommunalwahlen im März 2020 einiges zutrauen. „Ich will Neuburg elektrisieren“, sagte er bei seiner Vorstellung am Freitagnachmittag.

Schoder, 38 Jahre jung, ist Vater von vier Kindern und seit 2016 selbstständiger Unternehmer. Er berät große Firmen, wie sie umfangreiche Softwareprojekte zum Abschluss bringen können. Er wurde in Neuburg geboren und wuchs hier auf. Nach dem Abitur am Descartes-Gymnasium studierte er Informatik, ging dann mit seiner Frau nach New York und arbeitete als Softwareentwickler bei einem großen Unternehmen. Zwei seiner Kinder wurden in New York geboren. Nachdem er Team- und Abteilungsleiter geworden war, ging er nach vier Jahren zurück nach Deutschland, arbeitete bis 2015 in Düsseldorf und wechselte dann in eine große Software-Schmiede nach München. Ein Jahr später machte er sich selbstständig. Er wohnt mit seiner Familie in der Altstadt.

Schoder war CSU-Mitglied und ist seit Anfang des Jahres bei den Grünen in Neuburg

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2018 war Schoder noch Mitglied bei der CSU. Der Masterplan der CSU zur Integration habe letztlich den Ausschlag für seinen Austritt gegeben. Seit Anfang des Jahres ist er ein Grüner. „Das Wahlprogramm überzeugt mich“, sagt er. Überzeugt hat er auch schon die Vorstandsmitglieder. Ortssprecherin Karola Schwarz war auf Schoder zugegangen, um ihn zu fragen, ob er sich eine OB-Kandidatur für die Partei vorstellen könne. Für sie steht Schoder auch für die Zukunft Neuburgs. „Die Stadt braucht eine Führung, die länger im Amt ist, weil es ganz einfach viele Felder gibt, die es zu bearbeiten gibt.“ Vorstandskollege Norbert Mages war schon während seines Landratswahlkampfes von dem jungen Mann beeindruckt. „Er war bei der Erstellung der Website und der Kampagne dabei, hat einen scharfen Verstand und kann ausgezeichnet formulieren.“

Theo Walter, langjähriger Stadt- und Kreisrat und Schriftführer im Grünen-Vorstand, überzeugt die Vita Schoders. Er kenne die Arbeitswelt, habe dabei bleibende Eindrücke im Ausland gesammelt, hat Erfahrung in der Personalführung, kennt sich als selbstständiger Unternehmer in der Wirtschaftswelt aus, hat Familie und lebt im Herzen Neuburgs. Als Ex-CSU-Mitglied sei er auch ein wenig „schwarz“ angehaucht, vergleichbar mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Ein Dunkelgrüner eben“, meinte Walter. „Gespannt bin ich, ober er auch noch seinen Schwiegervater von den Grünen überzeugen kann“, schmunzelt Walter. Das ist Anton Sprenzel, Ehrenbürger der Stadt und langjähriges CSU-Mitglied. Als OB-Kandidat war er 1984 an Hans Günter Huniar gescheitert, was kein schlechtes Omen sein sollte. Auch wenn die Grünen auf dem Land noch Aufholbedarf haben, räumt Theo Walter Schoder jedenfalls gute Chancen im Wahlkampf ein. Dass dieser bei der Nominierungsversammlung im Oktober auch offiziell zum OB-Kandidaten der Grünen mit ihren derzeit 48 Mitgliedern in Neuburg gewählt wird, gilt indes als sicher. Mit dem 38-Jährigen hofft man zudem auf einen Impuls bei den jüngeren Bürgern, sich für die Umweltpartei zu begeistern.

Ein Ziel für Schoder als OB in Neuburg wäre ein umsetzbares Verkehrskonzept

Schoder deutet bei der Vorstellung seiner Person an, was für ihn wichtig ist. Er spricht unter anderem von einem umsetzbaren Verkehrskonzept, aufgebaut danach, wie der Verkehr fließen soll und welche Art von Verkehr man in der Stadt haben möchte. Er nennt die verpassten Klimaziele Neuburgs, über die gesprochen werden müsse, macht sich Gedanken über Familie, die Schaffung reizvollerer Bedingungen für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, den Öffentlichen Personennahverkehr oder die Digitalisierung. Konkrete Pläne zu seinen Vorhaben soll es nach seiner Nominierung geben. Es brauche konkrete Ziele, dann könne man auch die realistische Umsetzung eines jeden Ziels konkret planen. Auf die Frage, welche Kompetenz er für das Amt mitbringt, lautete seine Antwort: „Ersetze Software- durch Stadtentwicklung und User durch Bürger – dann wird das Ganze rund.“

Nach 18 Jahren OB Bernhard Gmehling in Neuburg „brennt das Haus“, meint Schoder

Nach 18 Jahren unter OB Bernhard Gmehling „brennt das Haus“, sagt er. Gelangweilt würden Probleme mit der Gießkanne angegangen. Dabei gäbe es viel mehr zu tun, als eine zweite Donaubrücke zu bauen. „Mit der CSU passiert schlicht zu wenig“, meint der Grünen-Kandidat in spe.

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