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Ingolstadt

19.11.2018

Gutachter stellt Angriff mit der Motorsäge nach

Mit dieser Motorsäge wurde ein Pizzabote in Ingolstadt angegriffen.
Bild: Kriminalpolizei Ingolstadt

Am Januar wurde ein Pizzabote in Ingolstadt von zwei jungen Männern attackiert. Die beiden gingen mit einem Beil und einer Kettensäge auf sein Autos los.

Der Mann haut mit Wucht auf die Windschutzscheibe ein. Einmal, zweimal, dreimal. Erst beim achten Schlag mit dem Beil ist ein Loch drin. Der Mann ist Sachverständiger beim bayerischen Landeskriminalamt (LKA) und hat nachgestellt, wie möglicherweise ein heute 20-Jähriger Anfang des Jahres im Ingolstädter Norden auf den Kleinwagen eines Pizzaboten eingeschlagen hat. Zu sehen war all das am Montag auf einer Videoaufzeichnung beim Prozess am Ingolstädter Landgericht. Genauso wie die Versuche des Sachverständigen, mit einer Motorsäge die Seitenscheibe des Autos zu zerstören. Mit dem alleinigen Sägen kommt er nicht weit, immer wieder rutscht er ab. Erst, als er mit der Kette kräftig gegen die Scheibe stößt, zersplittert sie nahezu komplett. So also könnte es damals, am 2. Januar, gewesen sein. Vor Gericht stehen seit Anfang November die beiden Männer, die in jener Nacht mit Beil und laufender Motorsäge den Pizzaboten angegriffen haben sollen.

Als der Pizzafahrer mit der Polizei drohte, griffen ihn die Männer an

Zuvor hatte es in jener Januarnacht ein Wortgefecht zwischen dem späteren Beil-Täter und dem Pizzaboten gegeben. Warum sie da so rumhantierten vor einem Wohnblock, mit Axt und kurz zuvor geklauter Motorsäge. Das sollten sie gefälligst seinlassen. Dann drohte er mit der Polizei. Offenbar bekam es einer der beiden da mit der Angst zu tun. Er schlug mit dem Beil, das er dabei hatte, auf die Windschutzscheibe des Autos ein, in dem der Pizzabote bereits saß. Sein Kumpel durchstieß derweil mit laufender Motorsäge das Seitenfenster. Ein Gutachter berichtete am Montag allerdings, dass wohl weder das Beil noch die Kettensäge in der konkreten Situation dem Pizzaboten lebensgefährlich nahe gekommen seien.

Glassplitter hätten den Pizzaboten schwer verletzen können

Aber es hätte durchaus auch anders ausgehen können. Splitter hätten buchstäblich „ins Auge gehen“ können, die Kette hätte reißen können oder es hätte einen Rückstoß geben können, der sowohl für den Pizzaboten als auch den Täter zu gar tödlichen Verletzungen hätte führen können. Passiert ist von alledem nichts, alle Beteiligten blieben zumindest körperlich unverletzt. Das bestätigte am Montag eine Rechtsmedizinerin vor Gericht. Sie ging ebenfalls auf die Alkoholwerte der beiden Angeklagten ein. Bei beiden dürften die Werte wohl irgendwo in der Mitte zwischen ein und zwei Promille gelegen haben, legt man die Berechnungen der Medizinerin zugrunde. Als völlig betrunken will sie keinen der beiden bezeichnen, auf einem langen Video, das nach der Tat in einer Tankstelle entstanden ist, sieht sie keine entsprechenden Hinweise.

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