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Ingolstadt

27.08.2020

Halten Zäune die Feiernden des Barthlmarkts in Oberstimm auf?

Bierzeltstimmung und Abstandsregeln lassen sich schwer vereinbaren: Der Barthelmarkt 2020 fällt deshalb aus.
Bild: Christof Paulus (Archiv)

Plus Am Wochenende wollten Tausende auf dem Barthelmarkt in Oberstimm feiern. Corona lässt das nicht zu. Warum trotzdem Security-Teams das Festgelände bewachen.

Der Urlaub in der Arbeit ist seit Jahresanfang genehmigt, Dirndl und Lederhose liegen frisch gewaschen bereit – und jetzt das! Coronabedingt fällt der Barthelmarkt in Oberstimm in diesem Jahr aus. Unvorstellbar, aber wahr. Das legendäre Volksfest im Nachbarlandkreis wurde seit dem Zweiten Weltkrieg nicht abgesagt, doch Corona und die damit verbundenen Vorgaben ließen dem Veranstalter keine andere Wahl.

Oberstimmer Barthelmarkt 2020 ist abgesagt

Keine Festzelte, keine Fahrgeschäfte, keine Essensbuden und auch kein Barthelmarktlied, das die Musikkapellen lautstark von der Bühne hinunter zum Publikum schmettern. Das riesige Festgelände an der B16 bleibt in diesem Jahr leer. Wirklich? In den sozialen Medien, über private Kontakte und den Flurfunk haben sich in den vergangenen Tagen Meldungen verbreitet, dass sich die Barthelmarkt-Fans das Feiern nicht einfach so nehmen lassen wollen. Über WhatsApp und Facebook-Gruppen seien für das kommende Wochenende private Feiern auf dem Festgelände organisiert worden, wie den Organisatoren und der Polizei zu Ohren gekommen ist. Deswegen blieb der Marktgemeinde Manching als Veranstalter des Barthelmarktes nichts anderes übrig, als ein Betretungsverbot für das gesamte Gelände zu verhängen. So wird von Donnerstag, 27. August, 17 Uhr, bis Montag, 31. August, 24 Uhr, das gesamte Areal, inklusive der Parkflächen mit einem Bauzaun abgeriegelt. Ein Sicherheitsdienst und die Polizei Ingolstadt werden das Betretungsverbot überwachen. Wer dennoch aufs Gelände kommt, muss mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen.

Bürgermeister Froschmeier: "Wir brauchen keine bundesweiten Schlagzeilen"

„Da liefen Planungen im großen Stil“, berichtet Johann Froschmeier. Der zweite Bürgermeister der Gemeinde Manching ist ein gebürtiger Oberstimmer und ein waschechtes „Barthelmarkt-Kind“, wie er selbst sagt. Ihm tue es in der Seele weh, die Traditionsveranstaltung absagen und mit derart drastischen Maßnahmen gegen wilde Partys auf dem Gelände vorgehen zu müssen. Aber die Furcht sei groß, dass an den vier Tagen, an denen der Barthelmarkt eigentlich stattfinden würde, alles aus dem Ruder läuft.

„Wir mussten reagieren“, erklärt Froschmeier. „Wir stehen in der Verantwortung, weil wir wissen, dass sich etwas anbahnt. Wir können nicht so tun, als würde uns das alles nichts angehen.“ Wie viele Personen tatsächlich auf das Gelände kommen würden, wenn es keine Bauzäune und Sicherheitsleute geben würde, sei schwer einzuschätzen. Vermutlich hätte es sich herumgesprochen, und die Feierwütigen wären von Tag zu Tag mehr geworden. „Das wäre untragbar“, macht Froschmeier klar. Es gibt dort keine Toiletten, keine Mülleimer, keine Taxis etc.

Bauzäune sollen das Feiern auf dem Festplatz verhindern

Er, wie auch die Polizei und das gesamte Organisationsteam, hoffen nun auf die Einsicht der vor allem jungen Menschen. „Wir brauchen keine bundesweiten Schlagzeilen“, so Froschmeier. Wenn der ein oder andere Oberstimmer in seinem Garten feiert, sei dagegen nichts einzuwenden – solange sich alle auch dort an die Hygieneregeln halten.

Bauchschmerzen bereitet dem zweiten Bürgermeister aber noch eine andere Sache: die Schausteller. Man kennt sich seit vielen Jahren und die coronabedingte prekäre Lage vieler Betreiber von Fahrgeschäften und Buden treibt Froschmeier um: „Wahrscheinlich wird es den ein oder anderen zum nächsten Barthelmarkt nicht mehr geben.“ Wenn nach den ganzen Volksfesten im Frühjahr und Sommer auch noch die Weihnachtsmärkte abgesagt werden, werde es für viele Schausteller ganz schön eng.

Froschmeier und seine Kollegen hoffen darauf, dass der diesjährige, abgesagte Barthelmarkt friedlich über die Bühne geht, und sich alle an das Betretungsverbot halten. Dass 2021 dann umso ausgelassener gefeiert wird, ist eh klar. Dann wieder mit Bierzelt, Buden und selbstverständlich dem legendären Barthelmarktlied.

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