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21.11.2020

Haussegen bei Railmaint hängt schief

Tarifverhandlungen in Oberhausen verlaufen unbefriedigend

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) verhandelt derzeit mit der Railmaint GmbH in Oberhausen über einen neuen Tarifvertrag. Seit Juli laufen die Verhandlungen, die Gewerkschaft war mit einer Forderung von sechs Prozent Tariferhöhung oder einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit in die Verhandlungen eingetreten. Ende Oktober hat der Arbeitgeber nun ein Gegenangebot unterbreitet, das IG BCE-Verhandlungsführer Franz-Peter Sichler als „provokant“ bezeichnet.

Demnach schlägt Geschäftsführer Axel Folchert vor, das Gehalt in den nächsten fünf Jahren stufenweise zu erhöhen, und zwar wie folgt: 2021 gibt es eine Nullrunde, 2022 gibt es ein Plus von einem Prozent, 2023 und 2024 soll es Erhöhungen nur unter der Prämisse geben, dass es dem Unternehmen wirtschaftlich gut geht, und 2025 soll es nochmals ein Prozent mehr geben. Darüber hinaus soll die Wochenarbeitszeit 2021 und 2022 um 15 Minuten verkürzt werden. Aktuell werden bei dem Eisenbahnwagon-Reparaturwerk 40 Stunden pro Woche gearbeitet. Im Gegenzug fordert der Arbeitgeber eine Kompensation durch die Reduzierung der Altersfreizeiten, die sich aktuell auf 2,5 Stunden pro Woche ab dem 57. Lebensjahr beläuft.

Für die Gewerkschaft ist dieses Angebot indiskutabel. „Da wird mit Peanuts gearbeitet und die Leute sollen dafür auch noch dankbar sein“, sagt Torsten Falke, Bezirksleiter der Augsburger IG BCE. Er wird nun die Mitglieder befragen, ob ein Scheitern der Tarifverhandlungen erklärt werden soll. Danach kann die Gewerkschaft mit der Vorbereitung von Arbeitskampfmaßnahmen beginnen.

Darüber hinaus gibt es laut IG BCE bei Railmaint auch Konflikte bezüglich der Lohnfortzahlung. Wie der Betriebsrat der Gewerkschaft mitgeteilt habe, habe der Arbeitgeber ohne Zustimmung des Betriebsrats und der Gewerkschaft den Lohnzahlungszeitpunkt um mindestens eine Woche verschoben. Diesbezüglich würden noch Klagen vor dem Arbeitsgericht laufen. „Der Haussegen hängt ziemlich schief bei Railmaint in Oberhausen“, bilanziert die Gewerkschaft. (nr/clst)

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