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Neuburg

11.08.2020

Hitze und Spielfreude zum Finale der Neuburger Sommerakademie

Wenigstens eine virtuelle „Abfrischung“ über ihr Malmotiv gibt es für die Malerinnen im Fürstengang.

Plus „Wir haben das Beste daraus gemacht“, sagt Alexander Suleiman. Jetzt hoffen alle Beteiligten auf eine uneingeschränkte Auflage der Neuburger Sommerakademie im kommenden Jahr.

Videoschaltungen nach China und in die USA, ein heißer Endspurt und letztlich Zufriedenheit bestimmten die 42. Neuburger Sommerakademie. Jedenfalls verließ das Gros der auf 250 Studierende und Dozenten geschrumpften Kreativtage mit einem guten Gefühl die Gastgeberstadt Neuburg.

Von Angesicht zu Angesicht zeigt sich hier ein Künstler mit seinem Werk bei der Sommerakademie.

„Wir haben das Beste daraus gemacht“, zieht Klassik-Chef Alexander Suleiman ein positives Fazit. Der Gerolfinger, Weltklasse-Cellist mit einem Faible für Improvisation und „Grenzöffnungen“ in der Musik, lobt die Stadt, ihr Kulturamt und die Motivation der Teilnehmer(innen). Als die Musiker am Freitag im Schlosshof ein letztes Video drehten, kam eine Hochzeitsgesellschaft vorbei und fing spontan zu applaudieren an.

Kurse sind ausgefallen und einige in Online-Unterricht umgewandelt worden. Bongshin Ko, Virtuosin mit dem Violoncello, gab ihre Hinweise über Video aus Peking. Das Kulturamt bemühte sich um die technischen Schaltungen. Hygieneauflagen und hohe Kosten für Desinfektion sorgen – zusammen mit fehlenden Eintrittsgeldern und Kursgebühren – für ein größeres Defizit.

Es gab kleine Abendkonzerte am Neuburger Schrannen- und Karlsplatz

Die Akademiestimmung in der gewohnten Breite fehlte diesmal. Kleine Abendkonzerte am Schrannen- und Karlsplatz stellten Kontakt zu Passanten und Café-Besuchern her. Das Üben in der Ruhe und in der kleinen Gruppe „war heuer fantastisch“, findet Pianistin Irma Issakadze, in dieser Atmosphäre hat auch ihre Tochter Sofie gute Fortschritte am Klavier gemacht. Alisa ist zum Unterricht in Neuburg bis aus Bremen angereist.

Auch das ist Sommerakademie: ein Gebilde aus alten Auspuffrohren.

„Alles hat gepasst“, versichert Bildhauer Thomas Breitenfeld. In seinem Kurs haben die Teilnehmer Holz geschnitzt, Bronze gegossen, Stein behauen, Baustahl gebogen, Gips geformt und mit Kunststoffguss gearbeitet. Petra Goschenhofer nimmt ihren Kranich aus Eisen mit nach Hause nach Feldkirchen. Die Ingolstädter Künstlerin Sonja Habla hat jede Menge Schrott in interessante Konstruktionen verwandelt.

Gesichter, Stillleben und frische Meeresbrisen hat Dozentin Hanne Kroll mit ihren Malerinnen in den Fürstengang gezaubert – wie vorgegeben mit Maske und Abstand. Abends hat man im Biergarten ein bisschen gefeiert. Goda Plaum zeigte sich am letzten Tag noch voller Tatendrang. Die neue künstlerische Leiterin hat eine Reihe von Ideen für die kommenden Akademien entwickelt.

Bei der diesjährigen Sommerakademie haben der Austausch und die Partys gefehlt

„Danke für die Organisation“: Jazz-Dozenten wie Sven Faller (Bass), Guido May (Schlagzeug) und Tino Derado (Piano) applaudierten Kulturamtsleiterin Marieluise Kühnl und Mitarbeiterin Martina Gloßner beim Abschiedsrundgang für die Begleitung durch die eher ungewöhnliche Sommerakademie 2020. „Eigentlich ist es Wahnsinn, was die Akademie an Weltkünstlern nach Neuburg bringt“, hat die neue Kulturreferentin Gabriele Kaps beobachtet. Die Akteure seien glücklich gewesen, auf der Bühne zu sein. Andererseits hätten der Austausch der verschiedenen Sparten und natürlich die Partys gefehlt. Die Sommerakademie sei virtuell geworden, ein Teil dieser Praxis könnte beibehalten werden.

Das internationale Flair und auch den wirtschaftlichen Faktor für die Gastronomie hält die Referentin für aller Ehren wert.

Das sieht der Neuburger Oberbürgermeister Bernhard Gmehling genauso. Es sei „wunderschön“ gewesen, die Akademie heuer überhaupt zu ermöglichen. Für 2021 setzt er wieder auf 600 Teilnehmer und eine Sommerakademie, „die wie das gesamte Kulturleben systemrelevant für Stadt und Umland ist.“

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