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Neuburg-Schrobenhausen

06.01.2021

In Neuburg öffnet das Impfzentrum ab Februar

In diesem Teil der Ostendhalle entsteht das Impfzentrum Neuburg. Ab Anfang Februar soll es dort Impfungen für über 80-Jährige geben. In dieser Altersklasse leben allein in der Stadt über 2000 Senioren.
Bild: Winfried Rein

Plus Die Neuburger Ostendhalle wird zum Impfzentrum umfunktioniert. Am Freitag sollen 350 Biontech-Dosen kommen. Politiker hoffen auf mehr Zulassungen.

Die Stadt Neuburg bekommt das zweite Impfzentrum im Landkreis. Gesundheitsamt und Landrat Peter von der Grün genehmigten jetzt die Sporthalle im Ostend als Standort für die künftigen Impfungen gegen Covid-19. Die ersten sollen dort ab Montag, 1. Februar, möglich sein.

Dieses Versprechen gilt unter der Voraussetzung, dass Impfstoff zur Verfügung steht. Das ist im Moment nicht der Fall, „es gibt nicht einmal für das erste Impfzentrum Material“, stellt Landrat Peter von der Grün fest. Die zur Jahreswende gelieferten knapp 1100 Dosen sind aufgebraucht. Morgen, Freitag, erwartet der Kreis Neuburg-Schrobenhausen, eine neue Lieferung. Im Gespräch sind 350 Impfdosen. Nächster Liefertermin ist der 18. Januar.

Die Abläufe im Impfzentrum in Mühlried funktionieren gut

Die Abläufe im Impfzentrum Schrobenhausen-Mühlried funktionieren gut. Seit dem Start am 27. Dezember sind dort etwa zwei Drittel der 1100 Dosen an über 80-Jährige verimpft worden. Den Rest haben die mobilen Teams des Roten Kreuzes in Altenheimen verwendet. „Wir sind fast fertig“, berichtet BRK-Organisator Bernhard Pfahler. „Wir waren in neun Heimen und sind mit den restlichen in Kontakt.“ Komplett geimpft seien die Einrichtungen „Omnicare“ Karlshuld und St. Nikolaus in Schrobenhausen.

Hier erhält Martha Kiebler (98) die Biontech-Dosis.
Bild: Winfried Rein

Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling zeigt Verständnis für die europäische Beschaffungspolitik. Die EU-Kommission habe im Sommer ausreichend Impfstoff bei sechs Unternehmen, darunter dem französischen Konzern Sanofi, bestellt. „Welcher Impfstoff als Erster kommt und welcher später, war damals nicht klar“, meint der OB. Die Arbeit des deutschen Herstellers Biontech in Mainz galt allerdings schon frühzeitig als sehr aussichtsreich. Die Bundesregierung unterstützt Biontech mit 375 Millionen Euro, hat aber auf eine rechtzeitige nationale Bestellung verzichtet. Dafür griffen außereuropäische Länder zu.

Dr. Johannes Donhauser, Chef des Gesundheitsamtes Neuburg-Schrobenhausen, geht davon aus, „dass in drei, vier Monaten soviel Impfstoff da sein kann, dass auch in den Arztpraxen geimpft werden kann“. Der Staat werde sich dann zurückziehen. In diesem Fall müssten weitere Impfstoffe wie Moderna oder Astrazeneca zugelassen und verwendet werden. Sie benötigen nicht die extreme Kühlung wie der Biontech-Impfstoff. Zum Kampf gegen Corona laufe jetzt „die größte nationale Impfaktion seit 1962 an“. Damals verordnete Bayern als erstes Bundesland per Gesetz die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung (Polio). Kinder und Erwachsene traten in Schulen und Turnhallen an, um den Impfstoff per Würfelzucker oder mit einer Siruplösung aufzunehmen. Die Anzahl der Neuerkrankungen an Kinderlähmung sank innerhalb eines Jahres um 90 Prozent. Diese Hoffnung gilt auch für die Impfung gegen Covid-19, wenn die Bevölkerung „Herdenimmunität“ erreichen kann.

Neuburg: Für Senioren soll es einen Fahrdienst zum Impfzentrum geben

OB Bernhard Gmehling: „Ich glaube fest daran, dass wir im ersten Halbjahr zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommen können.“ Einen Beitrag dazu liefert die Stadt mit dem Impfzentrum in der Ostendhalle. Ein Drittel der Fläche reicht aus, der Rest bleibt dem Schulsport zur Verfügung. Die Impfkandidaten gehen durch den Haupteingang hinein, durchlaufen Anmeldung und Aufklärung per Gespräch und Film und werden in Einzelzonen geimpft. Nach einem Aufenthalt in der Ruhezone geht man über den Hinterausgang aus der Halle. Parkplätze gibt es ausreichend auf dem Volksfestplatz. OB Gmehling kündigt zudem einen Fahrdienst für Senioren an, die nicht alleine zum Zentrum gelangen.

Vor dem Betreten von Altenheimen wird grundsätzlich ein Antigen-Schnelltest verlangt, hier durch einen Nasenabstrich.
Bild: Winfried Rein

Organisator Bernhard Pfahler kann auf Erfahrung und Equipment des (abgesagten) Donauschwimmens zurückgreifen. Für die rasche Umsetzung („das steht in zwei Tagen“) erhält er Lob von allen Seiten. Neuburg bietet zwei „Impfstraßen“, Mühlried drei. Als Betreiber hat sich das Kreiskrankenhaus Schrobenhausen in Sachen Schnelligkeit, EDV und Medizintechnik profiliert. Es sei eine Gemeinschaftsleistung, sagt Matthias Werner-Wanzl von der Klinik, „und eine große Leistung der KVB-Ärzteschaft im Landkreis“.


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