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Neuburg 

12.11.2019

Ist die Neuburger Innenstadt eine Hochrisikozone?

Neben vielen interessierten Bürgern waren bei der Gesprächsrunde auch Experten der Polizei, des Ordnungs- sowie des Bauamtes, aber auch Mitglieder des Arbeitskreises Verkehr dabei.
Foto: Gloria Geissler

Plus Anlässlich der Radl-Demo diskutierte der Oberbürgermeister mit rund 35 Bürgern über Machbares, Unmögliches und ein grundsätzliches Problem.

72 Kilometer Radwege hat Neuburg. Doch es gibt einige Stellen, an denen es hakt. Um den Politikern zu zeigen, dass es nicht nur einzelne Personen sind, die Änderungswünsche und konkrete Verbesserungsideen haben, hat Ulrike Hetmanek-Rogler im September eine Radl-Demo organisiert. 250 Personen radelten mit. Eine stattliche Anzahl und eine, die auch Oberbürgermeister Bernhard Gmehling zum Handeln animierte. Gestern Vormittag hatte er zu einer Gesprächsrunde geladen.

Knapp 35 Neuburger, darunter auch Vertreter der Polizei, des Bauamtes, des Ordnungsamtes sowie der Agenda 21, packten die Gelegenheit beim Schopfe, um ihre Anliegen loszuwerden. Doch es zeigte sich, dass viele Dinge schon kurz vor der Umsetzung stehen, so zum Beispiel ein Geh- und Radweg, der stadtauswärts auf der rechten Seite der Grünauer Straße im Frühjahr gebaut wird, samt Ampelanlage auf Höhe der Supermärkte. Oder die Verbindung entlang des Grabens zwischen dem Wolfgang-Wilhelm-Platz und dem Hofgarten sowie der Radweg stadtauswärts entlang der Münchener Straße samt Querung auf Höhe der Tankstelle. Auch der Bordstein der Ingolstädter Straße soll nächstes Jahr frisch asphaltiert werden.

Ulrike Hetmanek-Rogler initiierte die Radl-Demo.
Foto: Gloria Geissler

Radwege in Neuburg: Warum manche Vorschläge scheitern

Andere Vorschläge scheitern schlicht und einfach an der Straßenverkehrsordnung, wie der inzwischen wieder entfernte Radfahrerangebotsstreifen in der Sudetenlandstraße oder eine Querungshilfe über die Grünauer Straße hinein in die Heinrichsheimstraße.

Aber es gab auch einige Ideen, die sich Oberbürgermeister und Stadträte näher anschauen wollen. So soll geprüft werden, ob die Donaubrücke beidseitig von Radfahrern befahren werden darf, und ob vor der Bäckerei Kaltenstadler ein Zone-30-Schild installiert werden kann. Auch ob der Donaukai zu einem Fußgängerweg mit „Radfahrer frei“ umgewandelt werden kann, soll ausgelotet werden. So haben die Radfahrer die Wahl, ob sie Gehweg oder Straße benutzen – je nachdem, wie viel los ist auf dem Donaukai.

Soweit, so gut. Dann wurde es grundsätzlich. Soll man Straßen und Parkplätze opfern, um das Radfahren in Neuburg einfacher und sicherer zu machen? Eine Entscheidung, die die Politiker treffen müssen – in Abwägung vieler weiterer Interessen. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling hat dazu eine klare Haltung: Parkplätze beleben die Innenstadt und sind dringend nötig, um den Einzelhandel zu erhalten. Deswegen sind in seinen Augen Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrradsituation auch nur im Rahmen des Bestehenden möglich. Vorschläge, wie die von Xaver Heimisch, alle Stellplätze vom Kaltenstadler bis zu den Schrägparkplätzen gegenüber des Elektrofachgeschäfts Linzi zu streichen oder auch die in der Luitpoldstraße von der Bullinger-Ecke bis zur Rosenstraße, gehen Gmehling entschieden zu weit.

Ein komplett neues Verkehrskonzept für Neuburg gefordert

Ulrike Hetmanek-Rogler geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie forderte in einem flammenden Plädoyer, einen Experten einzuschalten, der ein komplett neues Konzept in Neuburg entwickelt. Radfahrer, Fußgänger, Kinder, Behinderte und Menschen mit Kinderwagen und Rollator sollen darin einbezogen werden. Alte Denkstrukturen sollen so aufgebrochen werden. Sie erhofft sich davon Impulse, „auf die wir als Laien gar nicht kommen“. Ihr Appell: „Lasst uns Mut haben!“ erntete viel Applaus.

Oberbürgermeister Gmehling geht lieber den Weg der kleinen Schritte. Er möchte die gebrachten Vorschläge in nächster Zeit sukzessive abarbeiten. 800.000 Euro stehen für Straßensanierungen im kommenden Jahr bereit. Diese Summe hat der Stadtrat für den Haushaltsplan vorgeschlagen. Circa ein Drittel, wie Verkehrsreferent Bernhard Pfahler sagte, würden für Geh- und Radwege verwendet werden.

Der Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Donau – auch diese wurde in der Gesprächsrunde mehrfach angesprochen – würde weit mehr Geld verschlingen. Dennoch sehen in ihr viele Beteiligten die Lösung so manchen Verkehrsproblems.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Verkehr: Mut zum Umdenken gefragt" von Gloria Geissler.

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