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Bergheim

21.02.2018

Kein Kneippbecken für Bergheim

So ähnlich hätte das Wassertretbecken am Bergheimer Sportplatz aussehen können.
Bild: Jakob Stadler

Eineinhalb Jahre wurde darüber diskutiert, wie ein Wassertretbecken aussehen könnte. Nach einer Pattsituation im Gemeinderat ist das Thema nun vom Tisch.

Die Entscheidung hätte knapper nicht ausfallen können: Mit 6:6 Stimmen hat der Gemeinderat Bergheim in seiner Sitzung am Montagabend das geplante Kneippbecken am Sportplatz in Bergheim abgelehnt. Die Idee war im Herbst 2016 entstanden und wurde seitdem immer wieder diskutiert. Ein Teil der Gemeinderäte – allen voran Egon Fuhrmann, der in all den Diskussionen weitestgehend als einziger seine Meinung aussprach – haderte mit den Kosten und dem Nutzen des Beckens. Auch die Unterhaltskosten, über deren Höhe die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt keine verbindliche Auskunft geben konnte, bereiten Fuhrmann Bauchschmerzen. Dass er mit diesem unguten Gefühl nicht allein dastand, zeigte am Ende die Abstimmung: Sechs Gemeinderäte hätte die Planungen für die Kneippbecken gerne weiter vorangetrieben, ebenso viele waren dagegen. Die Pattsituation hatte zur Folge, dass der Beschluss als abgelehnt gilt.

Dabei hatte die Verwaltung noch dem Wunsch des Gremiums entsprochen und dafür gesorgt, dass die Kosten für den Bau des Beckens gesenkt werden. 30000 Euro hatten sich die Räte als Limit gesetzt. Weil die erste Version mit 45000 Euro deutlich teurer war, hat das Planungsbüro den Rotstift angesetzt. Indem das Becken um zwei Meter verkleinert wurde und dekorative Elemente wie etwa Pflanzen oder ein Fahrradständer gestrichen wurden, konnten die Kosten auf knapp unter 30000 Euro gedrückt werden. Die Hälfte davon hätte die EU bezuschusst. Dazu wären Planungskosten in Höhe von etwa 10- bis 12000 Euro gekommen. Am Ende hätte die Gemeinde also rund 25000 Euro aus eigener Tasche für die Freizeiteinrichtung bezahlen müssen..

Unklar blieb indes die Frage nach den Unterhaltskosten. Schon im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung auf Wunsch von Egon Fuhrmann in Neuburg, Egweil, Eichstätt und Ingolstadt nachgefragt, wie es die Kommunen mit der Pflege der dortigen Wassertretbecken halten. Das Ergebnis: Die Regelungen, und damit die Kosten, sind sehr unterschiedlich. In Egweil beispielsweise, so hat Fuhrmann auf Nachfrage erfahren, würde sich ein Rentner weitestgehend ehrenamtlich um das dortige Becken kümmern. Sechs Stunden pro Woche wende er in den Sommermonaten dafür auf. „Es ist fraglich, ob auch wir dieses Glück haben werden“, warf Fuhrmann ein.

Dass am Ende die Hälfte der Gemeinderäte Bedenken gegen das Projekt hatte, fand Bürgermeister Tobias Gensberger „sehr schade“. Er wollte mit dem Projekt einen Nutzen aus der langjährigen Mitgliedschaft in der Leader-Aktionsgruppe „Altbayerisches Donaumoos“ ziehen. Die Gemeinde Bergheim zahlt jährlich 1400 Euro in den Verein, der sich darum kümmert, dass EU-Mittel in den ländlichen Raum fließen. Mit der Realisierung des Kneippbeckens hätte Bergheim 15000 Euro an Fördergeldern abschöpfen können. Die Enttäuschung über die Absage des Projekts war Gensberger deutlich anzumerken. „Die Zeit hätten wir uns sparen können.“

Egon Fuhrmann hingegen, der eine „spürbare Missstimmung“ auch in seine Richtung sah, verteidigte seine Entscheidung: „Es gibt drei Kneippbecken in erreichbarer Nähe zu Bergheim. Da braucht es kein viertes zu einem Spitzenpreis.“

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