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Gemeinderat

02.07.2020

Keine neue Kanaltrasse

Das Baugebiet in Schönesberg wird an bestehende Kanalisation angeschlossen. Regenwasserkanäle auf dem Prüfstand

Es ist ein komplexes Thema, mit dem sich der Gemeinderat Ehekirchen am vergangenen Dienstag – nicht zum ersten Mal – beschäftigte: Es ging um Wasser. Wie bereits in der Sitzung Anfang März beriet das Gremium erneut über den Anschluss des neuen Baugebiets „Am Hohen Weg“ in Schönesberg an die Kläranlage in Ehekirchen.

Das Abwasser war aber nur ein Bestandteil der Diskussion. Auch das Regenwasser macht der Gemeinde zu schaffen. Vor allem, wenn, wie vergangenes Wochenende, in kürzester Zeit viele Liter Niederschlag fallen, ist das Kanalsystem überfordert. Es kommt besonders auf Höhe der Raiffeisenbank in Ehekirchen zu Überschwemmungen. Anwohner kamen immer wieder auf die Gemeinde zu mit der Befürchtung, die Probleme würden durch den Anschluss weiterer Wohngebiete an das Kanalsystem noch verstärkt. Das Ingenieurbüro Steinbacher wurde daraufhin beauftragt, die Situation zu bewerten und verschiedene Varianten der Abwasserregelung zu kalkulieren. Einige Räte hatten einen direkten Anschluss des neuen Wohngebiets an das Klärwerk favorisiert.

Das Ergebnis fasste Geschäftsstellenleiter Stefan Fäustlin zusammen: „Ein direkter Anschluss wäre um etwa 400.000 Euro teurer als die Lösung, bei der die bestehende Kanalisation genutzt wird. Außerdem kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass es das Problem mit dem Regenwasser weder verschlimmert noch löst.“ Der Gemeinderat beschloss daraufhin am Dienstag, das Baugebiet, wie vorgeschlagen, an die bestehende Kanalisation anzuschließen. Dafür hatte das Ingenieurbüro Kosten in Höhe von etwa 800.000 Euro veranschlagt. Eine separate Ableitung zur Kläranlage schlug in der Kalkulation mit rund 1,4 Millionen Euro zu Buche. Die Einsparung wolle man, so Fäustlin, direkt in die Sanierung des maroden Kanals am Raiffeisenweg nutzen. Er betonte allerdings auch: „Diese Kanäle sind zuständig für Abwasser. Bei Starkregenereignissen kommen die an ihre Grenzen. Da braucht es andere Lösungen.“ Der nächste Schritt sei es nun, zu prüfen, mit welchen Mitteln schnelle Abhilfe geschaffen werden könne. Große Teile der älteren Kanäle in Ehekirchen sind sanierungsbedürftig. „Jetzt müssen wir sehen, dass wir mit den Stellen beginnen, wo es akut Probleme gibt. Der Rest ist Teil eines mehrjährigen Konzepts“, sagte Fäustlin.

Dazu gehört auch der Anschluss der südlichen Baugebiete an die Kläranlage, die gerade für 7,5 Millionen Euro neu entsteht. Das Thema Wasser wird den Gemeinderat Ehekirchen also gewiss noch das ein oder andere Mal in den kommenden Jahren beschäftigen.

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