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Neuburg

13.05.2020

Kinderpsychiatrie in Neuburg: Neun Mitarbeiter gehen

Wenn ein Kind sich zurückzieht, Schlafstörungen hat oder traurig ist, sind Eltern zu Recht beunruhigt.
Bild: Adobe Stock (Symbolfoto)

Plus In der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Neuburg steht ein großer Wechsel an. Auch die langjährige leitende Chefärztin Dr. Astrid Passavant geht. Was das für den laufenden Betrieb bedeutet.

Der Neuburger Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (KJPP) am Krankenhaus Sankt Elisabeth steht ein großer Umbruch bevor. Neun Mitarbeiter verlassen in den kommenden Monaten das Haus. Darunter ist auch die langjährige leitende Chefärztin Dr. Astrid Passavant.

Wechsel an der Kinderklinik: Fachkräftemangel trifft auch die Medizinbranche

In Krankenhäusern ist es nicht unüblich, dass es häufiger zu Wechseln kommt, insbesondere im ärztlichen Dienst, wenn die Weiterbildungszeit erreicht ist oder der nächste Karriereschritt zu einer Stelle als Oberarzt oder Chefarzt möglich ist. Einen Wechsel in dieser Mannstärke ist für die Neuburger Kinder- und Jugendpsychiatrie jedoch ein harter Schlag. Vor allem auch, weil sich Nachbesetzungen schwierig gestalten. Insgesamt ist in Deutschland ein Fachkräftemangel festzustellen, da ist die Medizinbranche keine Ausnahme.

Dieser sei in Ballungsgebieten noch intensiver als in ländlich geprägten Gebieten, heißt es von Seiten des Krankenhauses. Auch in Neuburg tut man sich schwer mit der Suche nach geeigneten Kandidaten. „Bislang ist es uns immer gelungen, Stellen gut zu besetzen“, heißt es aus der Pressestelle. Doch was die Zukunft bringt und ob durch die Corona-Pandemie Änderungen zu erwarten sind, könne derzeit nicht eingeschätzt werden.

Die Entscheidung das Neuburger Krankenhaus zu verlassen, war bei den meisten schon vor der Corona-Krise gefallen. So auch bei der Chefärztin, Dr. Astrid Passavant. Seit 28 Jahren stand sie der Einrichtung treu zur Seite. Von 1992 bis 2012 war sie als leitende Ärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie eingesetzt und hat die Abteilung von Grund auf aufgebaut. Angefangen mit einer Ambulanz und einer Tagklinik, wurde im Jahr 2003 eine vollstationäre Kinderstation und im Jahr 2006 eine vollstationäre Jugendstation mit integrierter Intensivabteilung errichtet und die vollumfängliche Versorgung für Kinder und Jugendliche aufgebaut und sichergestellt. 2012 wurde sie zur Chefärztin für die Kinder- und Jugendpsychiatrie ernannt.

Voraussichtlich wird Passavant eine Neuburger Kinderpsychiatrie-Praxis übernehmen

Ihren letzten Arbeitstag wird Dr. Astrid Passavant Ende September haben, ebenso ihre Chefsekretärin, die zusammen mit Passavant die Klinik verlässt. Verloren geht die beiden der Region nicht, denn voraussichtlich wird Passavant eine Neuburger Kinderpsychiatrie-Praxis übernehmen. „Wir bedauern es sehr, eine sehr erfolgreiche und in unserer Klinik etablierte Kollegin und Chefärztin zu verlieren“ erklärt die Klinikleitung. „Wir können ihren Entschluss aber nachvollziehen.“ Das Krankenhaus ist seit einigen Wochen bemüht, einen Nachfolger zu finden. „Wir sind überzeugt, dass diese Abteilung auch weiterhin chefärztlich geführt und gestaltet werden soll“, heißt es von Unternehmensseite.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (kurz KJPP) wurde seit 1992 in Neuburg kontinuierlich auf- und ausgebaut.
Bild: Gloria Geissler

Neben Passavant werden zwei Oberärztinnen, vier Psychologinnen sowie eine Mitarbeiterin des Sozialdienstes das Neuburger Krankenhaus verlassen. Die Gründe sind vielfältig, im Fall von Dr. Tanja Hochegger in einem Aufstieg zu sehen. Das Krankenhaus teilt mit: „Wir sind stolz darauf, dass mit Frau Dr. Hochegger eine Oberärztin aus unserer Klinik für eine Chefarztposition in einem anderen renommierten Klinikum ausgewählt wurde.“

Die Lücken, die die neun Mitarbeiter in Neuburg hinterlassen, sind groß. Die medizinische Versorgung sei aber gesichert, versichert die KJF als Träger der Kinder- und Jugendspsychiatrie. Durch den großen Verbund der KJF Augsburg mit den KJPP-Standorten in Augsburg, Nördlingen, Kempten, Murnau und Scheidegg haben gebe es umfassende Möglichkeiten, auch in Übergangsphasen die Versorgung sicherzustellen.

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