1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Kirche St. Mauritius in Bergheim muss weiter auf Renovierung warten

Kirche

14.04.2019

Kirche St. Mauritius in Bergheim muss weiter auf Renovierung warten

Die Kirche St. Mauritius in Bergheim. Sie wartet nun schon seit 1983 auf eine Renovierung – und auch 2019 wird es damit nichts werden. Grund dafür sind ausbleibende Zuschüsse des Bistums Eichstätt.
Bild: Christof Paulus

Die Bergheimer gingen davon aus, dass nach Ostern in St. Mauritius die Arbeiten beginnen. Doch wenige Tage davor ist klar: Daraus wird vorerst nichts. Woran das liegt.

Wenn Ostern vorbei ist, sollte es in der Bergheimer Kirche St. Mauritius erst so richtig los gehen. Fest war Pfarrer Michael Sauer davon ausgegangen, dass nach den Feiertagen in der Kirche die Arbeiten beginnen. Angedacht war, der Raumschale einen neuen Anstrich zu verpassen, denn im Inneren der Kirche zieht sich ein leichter, aber doch eindeutiger Schmutzschleier über die Wände. Zudem sollten die Arbeiter Schadstellen an den Hoch- und Seitenaltären ausbessern. Doch nun ist klar: 2019 zumindest werden die Arbeiten nicht beginnen. Wann es überhaupt soweit sein wird, ist offen. „Das ist natürlich deprimierend“, sagt Sauer. Ganz verständnislos ist er aber nicht.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Verursacht hat die neue Situation in Bergheim das Bistum Eichstätt. Auf dessen finanzielle Unterstützung ist die Pfarrgemeinde angewiesen, kann eine Renovierung der Kirche selbst nicht stemmen. Darum hatte sie im vergangenen Jahr einen Antrag auf finanzielle Unterstützung beim Bistum gestellt, um die Renovierung umsetzen zu können. Ein erster Antrag auf Vorbereitungen der Renovierungsarbeiten wurde damals genehmigt. So konnten Arbeiter in der Kirche ein Teilstück bereits renovieren, um abschätzen zu können, wie teuer der gesamte Arbeitsaufwand werden würde. Beziffert worden sei dieser damals auf rund 280.000 Euro, wie Pfarrer Sauer sagt. Zu dieser Zeit habe ihm der Bauberater des Bistums signalisiert: „Das Geld ist da.“ Drum stellten er und die Pfarrgemeinschaft sich auf einen Arbeitsbeginn nach Ostern ein, auch wenn der endgültige Beschluss noch nicht vorlag. Anfang des Monats erreichte die Bergheimer dann die ernüchternde Entscheidung aus Eichstätt. Denn entgegen der von Pfarrer Sauer empfangenen Signale war für die Arbeiten in der Gemeinde Bergheim plötzlich kein Geld da. Die Entscheidung fällt nun Ende des Jahres. 2018 war bekannt geworden, dass das Bistum viel Geld in hochspekulativen Anlagen verbrannt hatte. Im Zuge dessen musste der bisherige Finanzdirektor des Bistum seinen Posten räumen. „Sein Nachfolger schaut, dass wirtschaftlich gehandelt wird“, findet Sauer. „Das ist ja auch nicht ganz verkehrt.“ Dennoch hätte er sich gewünscht, dass nicht knapp vor dem angepeilten Arbeitsbeginn die Zusage doch ausbleibt.

Für das Bistum gibt es an anderen Kirchen wichtigere Baumaßnahmen als die an Bergheims Kirche

Der Vorgang habe mit dem Finanzskandal aber nichts zu tun, sagt Bernhard Löhlein aus der Pressestelle des Bistums. Stattdessen hätten das Bistum vor der Tagung des Vergabeausschusses noch Anträge erreicht, die schlicht dringender gewesen seien. Der Vergabeausschuss habe eine Prioritätenliste aufgestellt. „Da gab es Kirchen, in denen Arbeiten an Tragwerk oder Dach nötig waren.“ Diese seien vorgezogen worden. „Damit dort keine Messen im Regen gehalten werden müssen.“ Für die Bergheimer tue ihm diese Entscheidung aber leid, sagt Löhlein. Für Sauer ist das durchaus nachvollziehbar: „Bei uns kommt die Decke ja nicht runter.“ Ganz ohne Arbeiten wird es im April in der Bergheimer Kirche aber nicht zugehen: Kammerjäger werden den Holzwurmbefall dort bekämpfen, die Kirche ist in dieser Zeit nicht zu betreten. Was die Renovierung anbelangt, bleibt der Pfarrei nun nichts anderes übrig als „abzuwarten und Tee zu trinken“, wie Pfarrer Sauer sagt. Für das kommende Jahr werde die Pfarrei sich erneut bewerben – und hoffen.

Zu bedenken gibt Sauer jedoch, dass die Renovierungen teurer werden, je länger man damit wartet. „Normalerweise sind diese alle 20 Jahre nötig“, sagt er. Bergheim warte inzwischen schon seit 1983 darauf. Ihm sei mitgeteilt worden, dass die Bergheimer Kirche in der Prioritätenliste des Bistums von 104 eingereichten Anträgen auf Rang 76 stehe, sagt Sauer. „Wir müssen es nehmen, wie es kommt.“ Signale jedenfalls hat Michael Sauer für das kommende Jahr bereits empfangen, dieses Mal allerdings nicht vom Bistum – sondern dem Landesamt für Denkmalpflege. Von dort rechnet der Pfarrer mit einem Zuschuss.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren