1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. „Klassentreffen“ der schnellen Art

Neuburg-Schrobenhausen

05.11.2017

„Klassentreffen“ der schnellen Art

Copy%20of%20IMG_2593.tif
2 Bilder
Franz Perzl, Roland Gumpert und Otto Harsch (von links) trafen sich in Neuburg wieder.
Bild: andred Dittenhofer

Ehemalige Mitarbeiter von Audi Sport treffen sich in Neuburg. Da gab es viel zu erzählen

Ein Hauch Nostalgie wehte kürzlich durch die Hightech-Hallen von Audi Sport in Neuburg. Dort trafen sich ehemalige Mitarbeiter zu einem Klassentreffen. Und wie so üblich, lebten auch bei diesem Treffen die alten Zeiten wieder auf – und damit die Erfolge von Audi im Rallye-Sport und die Anfänge der Rundstreckenrennen in den 80ern. Unter den über 80 Gästen waren viele ehemalige Motorsportchefs und Fahrerteams von Audi. Mit dabei auch die Männer der Geburtsstunde von Audi Sport.

Wir befinden uns im Jahr 1977: Eine Handvoll Ingenieure und Mechaniker beginnen den Audi 80 als Rallye-Fahrzeuge aufzubauen, obwohl dem Ingolstädter Automobilbauer nach strikter Weisung der Konzernleitung in Wolfsburg der Motorsport explizit untersagt ist. „Wir haben in einem Keller ohne Fenster begonnen“, erinnerte sich Jürgen Stockmar beim Ehemaligentreffen. Nach Neuburg zu diesem „Klassentreffen“ war er mit drei ehemaligen Kollegen aus Wien angereist, um die guten alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Zurück ins Jahr 1976: Stockmar ist faktisch der erste Motorsportchef von Audi. Obwohl es diese Position damals noch gar nicht gibt. „Ferdinand Piëch war durch eines meiner privaten Motorsportprojekte auf mich aufmerksam geworden und holte mich nach Ingolstadt. Dort begannen wir mit einer ganz kleinen Abteilung.“ Im Keller und ganz im Geheimen geht es los. „Unter dem Deckmantel der Firma Abt im Allgäu bauten wir die ersten Audi 80 Rallye-Fahrzeuge.“

Als erste Mechaniker sind damals Klaus Faht und Franz Braun mit dabei. Der Neuburg-Sehensander erinnerte sich „Wir legten mit einer Hebebühne und zwei Fahrzeugen los. Zur der Zeit war ich als Mechaniker, dann als Gruppenmeister, Meister und schließlich als Werkstattleiter bei Audi Sport bis 2007 beschäftigt.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Weiter im Jahr 1978: Als erstes Werksfahrerteam nehmen Joachim Knollmann und Klaus Hopfe an der Deutschen Rallye-Meisterschaft teil. Als Hopfe von Audi verpflichtet wird, hat er bereits einen Titel als Rallyemeister in der Tasche. 1979 kommt Harald Demuth als Fahrer zu Audi. Nicht nur durch seine Rennsporterfolge als Audi-Werksfahrer erlangt er Bekanntheit, sondern auch durch die Fahrt mit einem Audi 100 auf der Skisprungschanze. Der Werbefilm sorgt 1986 für großes Aufsehen. Vorher schon hat der quattro-Antrieb die Rallye-Welt aufgemischt. 1980 und 1982 wird Walter Röhrl Rallyeweltmeister. Das „Hirn“ des Rallye-Teams aber sitzt auf dem Beifahrersitz und heißt Christian Geistdörfer.

Knollmann, Hopfe, Demuth und Geistdörfer. Sie alle sind zum Treffen nach Neuburg gekommen und bewunderten auf der Aussichtsterrasse die Fahrstrecke von Audi. Zusammen mit Otto Harsch und den vielen Weggefährten von damals. Harsch hatte im Vorfeld das Treffen organisiert und war sehr zufrieden mit der Resonanz auf seine Einladung. Der 68-Jährige blickt auf insgesamt 39 Jahre bei Audi zurück. Zunächst zwischen 1981 und 1986 als Mechaniker bei Audi Sport, später dann in der technischen Entwicklung. In seiner Zeit als Sport-Mechaniker ist er zusammen mit Franz Perzl die schnelle Eingreiftruppe. „Wenn bei den Wagen auf der Strecke ein technisches Problem auftrat, saßen wir im Begleithubschrauber und waren als Erste vor Ort, um den Defekt zu reparieren.“ Zu jener Zeit ist Roland Gumpert Chef von Audi Sport. Nach seiner Zeit bei Audi entwickelt er den Straßensportwagen Apollo.

Auf Gumpert folgen Herwart Kreiner, der die Losung ausgibt „Kein Audi ohne quattro“ und dann Dieter Basche als Chef von Audi Sport. Basche wirkt als Technik- und Motorsport-Chef bei Audi bis 1993. In die Zeit der beiden Motorsportchefs fällt die Entwicklung des Audi quattro S1 und des Audi V8 quattro DTM, mit dem 1990 Hans-Joachim Stuck deutscher Tourenwagenmeister wird und im Jahr darauf Frank Biela.

Aber bei dem Treffen ging es nicht nur um Rennergebnisse. Freunde trafen sich, fachsimpelten. Und erinnerten sich an gemeinsame Erlebnisse. Ein Stück gelebte Tradition der AUDI AG. Erinnerungen aus der guten alten Zeit, in der es noch keine Diesel-Affäre gibt und Audi mit dem quattro-Antrieb ein großer Wurf gelingt. Innovation durch Technik - Der Audi-Slogan entsteht.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Abschied_Ariel_Zuckermann_2011_js_(23).tif
Reihe

Ariel Zuckermann ist zurück

ad__starterpaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket