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Theater

13.01.2020

Komisch und berührend zugleich

Für überaus komische Momente sorgten Hans Stadlbauer als Metzgermeister Franz Maisacher (links) und Dimitri Abold als Alpha Kitenge.
Foto: Elke Böcker

„Wer hat Angst vorm weißen Mann?“ unterhielt köstlich

Bayerischer Metzgermeister trifft auf kongolesischen Asylbewerber – kann das gut gehen? Die Gäste des restlos ausverkauften Neuburger Stadttheaters konnten sich in Dominique Lorenz’ Komödie „Wer hat Angst vorm weißen Mann“ auf höchst vergnügliche und unterhaltsame Art mit sämtlichen Schwierigkeiten dieser ungewöhnlichen Konfrontationstherapie vertraut machen.

Hans Stadlbauer als Metzgermeister Franz Maisacher und Dimitri Abold als Alpha Kitenge sorgten gemeinsam mit Joanna Semmelrogge als Maisachers Tochter Zita für unvergleichlich komische, beinah slapstickhafte Szenen – aber auch für berührende oder eher dramatische Momente. Herzerfrischende Dialoge und schwarz-weiße Wortspiele verliehen der Inszenierung Pep und Tempo. Bayrischer Grant, Sturheit und Versöhnlichkeit trafen oftmals direkt aufeinander und der reizvolle Theaterabend verflog im Nu. Beinah noch kurzweiliger als der erfolgreiche gleichnamige Film (2013) ließ die Theater-Komödie unter der Regie von René Heinersdorff die Zuschauer ein modernes Märchen erleben – angesiedelt zwischen groteskem Rassismus und Liebe.

Die Begebenheiten um die Metzgerstochter Zita, die von Bruder und Schwägerin um ihr Erbe gebracht werden soll – Julia Uttendorfer und Benedikt Zimmermann mimten gekonnt dieses unangenehme Paar – war den meisten Theaterbesuchern wohl bekannt. Andreas Giebel, Brigitte Hobmeier und Tony Mpoudja in den Hauptrollen sind positiv im Gedächtnis geblieben. Doch das Ensemble der Komödie im Bayerischen Hof konnte mit der erfolgreichen Filmversion durchaus mithalten. Vor allem Hans Stadlbauer als der bayrisch-schlitzohrige Geist von Franz Maisacher und Dimitri Abold als der überaus präsente, hilfsbereite und sehr praktisch veranlagte Metzgersgehilfe Alpha überzeugten ihr Publikum.

Auch Joanna Semmelrogge eroberte als hilfsbedürftige Zita Maisacher die Herzen der Zuschauer. Für viele kleine komische Momente sorgten auch Christiane Rücker und Thomas Stegherr, die auf meist komödiantische Art sämtliche Nebenrollen besetzten. Theater kann kaum unterhaltsamer sein. Und am Ende siegt gar noch die Liebe über sämtliche Vorurteile...

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