Newsticker

Jeder zweite Deutsche würde sich gegen Corona impfen lassen
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Kommunalwahl: So viele Briefwähler gab es in Neuburg noch nie

Kommunalwahl 2020

05.03.2020

Kommunalwahl: So viele Briefwähler gab es in Neuburg noch nie

Wer es bequem haben will, der macht sein Kreuzchen am besten zu Hause am Küchentisch.
Bild: Benjamin Schwärzler (Symbolbild)

Plus Schon jetzt haben so viele Neuburger wie nie Briefwahlunterlagen beantragt. Auch in anderen Gemeinden zeichnet sich diese Entwicklung ab. Mancherorts hofft man damit auch auf eine höhere Wahlbeteiligung.

Einen Meter lang und 70 Zentimeter breit ist der Stimmzettel für die Kreistagswahl. Die Bürger haben die Wahl aus 398 Kandidaten von sieben Parteien und Wählervereinigungen. In der kleinen Wahlkabine wird es am Sonntag, 15. März, eng werden. In Gänze ausbreiten lässt sich der Stimmzettel nicht. Das ist ein Grund, warum sich die Briefwahl immer größerer Beliebtheit erfreut.

Über 6380 Anträge dazu sind im Wahlamt der Stadt Neuburg bisher eingegangen – und zwar von insgesamt 22.831 Stimmberechtigten. Das entspricht einer Briefwahlquote von 28 Prozent. Ein Großteil der Antragsteller hat seine Briefwahlunterlagen auch schon bekommen. Rund zehn Mitarbeiter sind seit Februar damit beschäftigt, die Zettel in Kuverts zu verpacken und zu versenden. Viel Arbeit, mehr als bei den Wahlen zuvor, wie Wahlleiter Tobias Hammerer sagt. Bei der Kommunalwahl 2014 wählten 5092 Personen insgesamt per Brief, eine Zahl, die Neuburg nun schon über eine Woche vor der Wahl weit übertroffen hat. „Ich denke, dass wir die 7000er Marke reißen“, prognostiziert Hammerer.

Immer mehr Menschen bevorzugen eine Briefwahl

Bernhard Mahler , Pressesprecher der Stadt Neuburg, hofft, dass die steigende Zahl der Briefwähler die Wahlbeteiligung in die Höhe treibt. Bei 47,7 Prozent lag sie bei der Kommunalwahl vor sechs Jahren. „Es wäre schön, wenn sich mehr als die Hälfte der Bürger für die Politik vor ihrer Haustüre interessieren würden“, sagt der Sprecher.

Kommunalwahl: So viele Briefwähler gab es in Neuburg noch nie

Immerhin – gestiegen sind die Zahlen der Menschen, die eine Briefwahl bevorzugen, fast überall. Etwa in den Gemeinden Bergheim und Rohrenfels. So wohnen in Bergheim 1563 Menschen, die grundsätzlich berechtigt sind, ihre Stimme abzugeben. In Rohrenfels sind es 1240. Stand Donnerstagmittag, 11.45 Uhr, haben in Bergheim 661 Bürger Briefwahlunterlagen beantragt, in Rohrenfels sind es aktuell 406 Bürger. 2014 lagen beide Zahlen noch niedriger: Während sich in Bergheim vor sechs Jahren 496 Personen zur Briefwahl gemeldet hatten, hatten in Rohrenfels 382 Bürger postalisch gewählt. Die damalige Wahlbeteiligung lag in Bergheim übrigens bei 75 Prozent (43 Prozent Briefwahl ) und in der Gemeinde Rohrenfels bei 66 Prozent (47 Prozent Briefwahl ).

Stadt Neuburg versendet noch bis Freitag Wahlunterlagen

In Rennertshofen – einer Gemeinde mit jeweils knapp 4050 Stimmberechtigten für Kreistag und Gemeinderat – haben bisher 1457 Menschen für den Gemeinderat und 1454 Personen für den Kreistag die postalische Wahl per Brief beantragt. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 hatte der Markt 1637 Briefwahlunterlagen ausgestellt, wovon 1586 wieder eingereicht worden sind.

Wer seine Kreuzchen lieber zu Hause auf dem Küchentisch macht als in der engen Wahlkabine, kann seine Unterlagen in der kommenden Woche noch beantragen. Die Online-Beantragung sowie die über den QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung ist nur noch bis Dienstag, 10. März, möglich. Wer danach noch kurz entschlossen ist, kann die Unterlagen per Brief, Fax oder E-Mail beantragen. Bis Freitag werden die Wahlunterlagen von der Stadt versendet. Jeder kann auch im Wahlamt persönlich vorstellig werden und bis Freitag die Unterlagen beantragen, weil sonst eine fristgerechte Zustellung per Post nicht mehr garantiert werden kann, erklärt Hammerer.

Briefwahlunterlagen dürfen in städtische Briefkästen in Neuburg

Wer seine Kreuzchen gemacht hat und den rosafarbenen Umschlag abgeben will, hat mehrere Möglichkeiten. Er kann das Kuvert in einen der städtischen Briefkästen einwerfen. Diese finden sich an der Harmonie in der Altstadt, am Rathaus sowie an der Markthalle am Schrannenplatz. Bis Sonntag, 15. März, um 18 Uhr ist das möglich. Dann leert ein Mitarbeiter der Stadt den Briefkasten und bringt alle Umschläge zur Auswertung ins Wahlamt.

Die zweite Möglichkeit ist, die Wahlunterlagen per Post zu schicken. Eine Briefmarke ist nicht nötig. Bis zum Freitag kann jeder Bürger seine Stimmzettel einwerfen – sofern die Leerung des Briefkastens noch nicht stattgefunden hat. Am Samstag werden Mitarbeiter der Stadt direkt in der Postfiliale die letzten Zustellungen in Empfang nehmen. Was nicht erlaubt ist, erklärt Hammerer , sei, die Briefwahlunterlagen am Wahlsonntag in die Urne eines Wahllokals zu werfen.

Lesen Sie dazu unseren Kommentar " Die Briefwahl ist nicht immer geheim. "

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren