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Essen in Neuburg

30.05.2020

Krisenküche: Eine Neuburger Hauswirtschaftsmeisterin gibt Tipps

So kann Krisenküche schmecken: Die Spargel-Küchlein von Karin Wurst.
Bild: K. Wurst

Plus In Zeiten von Corona fangen viele Menschen wieder an, selbst zu kochen – die einen freiwillig, die anderen gezwungenermaßen. Was ist bei der Ernährung von Kindern wichtig? Und wie kann man sie beim Kochen mit einbinden?

Wer seiner Familie jeden Tag ein leckeres Essen zaubern soll, kommt schnell an seine Grenzen. Seien es die Grenzen der Belastbarkeit oder die der Kreativität. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind aber viele Menschen genau dazu gezwungen. Dabei ist die Herausforderung neben Homeoffice und Home-Schooling sogar noch größer als vorher. Die Neuburger Hauswirtschaftsmeisterin Elfriede Müller gibt Tipps, wie man Kindern gesundes Essen schmackhaft machen und den Nachwuchs gleich beim Kochen mit einbinden kann.

Ernährung für Kinder: Essen sollte laut Elfriede Müller bunt gestaltet sein

Frische Zutaten seien natürlich immer besser, sagt Müller, aber wenn es schnell gehen muss, dürfe man schon mal zu einer Dose greifen. Wichtig sei, dass man das Gericht dann mit frischen Kräutern aufwertet. Die geben nicht nur Aroma und Geschmack, sondern enthalten auch viele Vitamine und Mineralstoffe, erklärt die Hauswirtschaftsmeisterin. Wenn die Kinder Kräuter nicht so gerne mögen, rät Müller dazu, sie ganz klein zu hacken, sodass sie optisch weniger auffallen im Gericht. Diesen Trick habe sie schon öfter bei ihren Enkeln angewandt, verrät die Neuburgerin.

Überhaupt legten Kinder viel Wert darauf, wie das Essen aussieht, sagt Elfriede Müller. „Man sollte das Essen bunt gestalten.“ Zum Beispiel mit roten, gelben und grünen Paprika oder orangen Karotten. Dazu ein Dipp, damit die fettlöslichen Vitamine des Gemüses auch vom Körper aufgenommen werden können. Weit weniger gut komme bei Kindern etwa ein grauer oder brauner Linseneintopf an.

Krisenküche: Eine Neuburger Hauswirtschaftsmeisterin gibt Tipps

Wer nicht jeden Tag mit seinen Kindern Nudeln essen will, dem rät die Hauswirtschaftsmeisterin als Abwechslung zu Bratkartoffeln. Die müsse man gar nicht unbedingt vorkochen, sondern einfach ganz fein schneiden, dann in die Bratpfanne, ein paar mal schütteln und nach 20 Minuten seien sie schon fertig und „wunderbar resch“. Oder, eines der Lieblingsrezepte von Müllers Enkeln: Spinatspatzen. Dazu mischt die Neuburgerin einfach passierten Spinat aus dem eigenen Garten in den Spätzleteig. Ins Schwärmen gerät die Hauswirtschaftsmeisterin bei fein gehobelter roter Beete mit Naturjoghurt, Zitronensaft, Salz und Pfeffer. „Das ist eine Vitaminbombe und gut für die Verdauung.“

Die Türkische Pizza von Elfriede Müller.
Bild: E. Müller

Elfriede Müller schwört auf eine ausgewogene Ernährung. Eine gesunde Mischkost, dann brauche man auch keine Nahrungsergänzungsmittel, ist sie sich sicher. Und noch etwas möchte sie den Familien ans Herz legen: mindestens eine gemeinsame Mahlzeit am Tag zu einer festen Uhrzeit. „Wir haben immer um 17.30 Uhr zu Abend gegessen.“ Wenn ihre inzwischen erwachsenen Kinder heute zum Essen kommen, sei das immer noch so, sagt Müller.

Auf was die langjährige Hauswirtschaftsleitung im Neuburger Krankenhaus Wert legt

Wer sich wegen der Kinderbetreuung derzeit schwertut, eine ruhige Minute zum Kochen zu finden, kann seinen Nachwuchs in den Kochprozess miteinbeziehen. „Es kommt natürlich immer darauf an, wie alt die Kinder sind. Man sollte sie spielend heranführen“, findet die Hauswirtschaftsmeisterin. Man könne die Kinder zum Beispiel Knödel formen lassen. Sie könnten Mehl und Zucker abwiegen und hinzugeben. „Wir haben ihnen immer einen Stuhl hingestellt und sie in die Küchenmaschine schauen lassen“, erzählt Müller. Es gebe auch kleine Schürzen zum Umbinden und ein kleines Nudelholz, mit dem die Kinder selber Teig ausrollen können. Weiter schlägt die Neuburgerin vor, die Kinder das Essen auftragen und abräumen zu lassen. Zu besonderen Anlässen, wie etwa an Pfingsten, können sie Servietten falten und für die Tischdeko sorgen.

Natürlich weiß Elfriede Müller, dass mit Kindern kochen auch immer eine Frage der Zeit ist, vor allem, wenn die Eltern berufstätig sind. „Man braucht Geduld. Es dauert alles ein bisschen länger. Aber Kinder mögen das. Man muss sie auch helfen lassen.“

Die Spargel-Torte von Karin Wurst.
Bild: K. Wurst

Als langjährige Hauswirtschaftsleitung im Neuburger Krankenhaus legt Müller auf einen Punkt in der Küche noch besonders viel Wert. Ein Punkt, der durch die Corona-Pandemie weiter an Bedeutung gewonnen hat und den man Kindern von Anfang an beibringen sollte: Hygiene – auch wenn Viren und Bakterien beim Kochen in der Regel abgetötet werden. „Händewaschen ist das A und O. Und zwar die ganze Hand!“, betont die Neuburgerin. Außerdem empfiehlt sie, Oberflächen zwischendurch immer wieder abzuwischen. Und wer Essen vom Vortag ein zweites Mal erwärmt, sollte darauf achten, dass das Gericht noch einmal richtig „durchkocht“.

Elfriede Müller steht jeden Tag in der Küche. Und sie kocht gerne. Ihr ist aber auch bewusst, dass es Menschen gibt, die das weniger gerne tun und nun dazu gezwungen sind. Denen rät sie, sich die Vorteile immer wieder vor Augen zu führen: Man weiß, was im Essen drin ist, kann abschmecken wie man möchte, Geschmacksverstärker weglassen und leichter auf Lebensmittelunverträglichkeiten reagieren. Und am schönsten sei die Wertschätzung, wenn die Familie nach dem Essen sagt: „Das hat heute aber gut geschmeckt!“ Ein Satz, den man den für den eigenen Haushalt systemrelevanten Köchinnen und Köchen nicht nur in der Krisen-Zeit durchaus etwas öfter sagen könnte.

Hauswirtschaftsmeisterin Elfriede Müller empfiehlt:

Türkische Pizza

Teig:
375 g Mehl
1 Päckchen Trockenhefe
200 bis 250 ml warmes Wasser
4 EL Öl
½ TL Salz

Belag:
400 g Rinderhackfleisch
Öl
Gewürze
1 Rote Zwiebel
Knoblauch
Rote, gelbe und grüne Paprika
Petersilie
Basilikum
Tomaten (frisch oder aus Dose)
Mozzarella

Zubereitung:
Aus den Zutaten einen Hefeteig herstellen: Mehl in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben, Trockenhefe dazu geben, dann warmes Wasser, Öl und Salz. Die Zutaten mit dem Knethaken verkneten. Zugedeckt circa 30 Minuten gehen lassen. der Teig sollte sich dann verdoppelt haben.

Inzwischen curca 400 g Rinderhackfleisch in der Pfanne mit Öl gut anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Pizzagewürz abschmecken. In Würfel geschnittene rote Zwiebel sowie gewürfelte rote, grüne und gelbe Paprika dazugeben und mit anbraten. Zum Schluss fein gehackte Petersilie dazugeben.

Tomatengrundbelag vorbereiten: Entweder frische Tomaten oder Tomaten aus der Dose mit etwas Knoblauch erhitzen, mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Basilikum gehackt dazugeben. Die Masse unter häufigem Rühren um etwa ein Drittel einkochen lassen.

Das Backblech fetten. Den Hefeteig ausrollen, den abgekühlten Tomatenbelag auf den Pizzateig geben sowie den abgekühlten Hackfleischbelag. Mozzarella in Scheiben schneiden und oben auf legen. Bei circa 190 ˚ C Heißluft für ungefähr 25 Minuten im Ofen backen.

Radieschen-Dip

Zubereitung:
150 g Schmand mit 150 g Naturjoghurt und mit einem Teelöffel mittelscharfen Senf verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Von 100 g Radieschen die Stiele entfernen, waschen und entweder sehr feinblättrig schneiden, hobeln oder raspeln.

Petersilie und Schnittlauch, waschen, trocken schütteln und sehr fein schneiden (zwei EL). Radieschen und Kräuter zur Schmand-Joghurt-Masse geben.

Die Masse in kleine Weckgläschen füllen, abdecken und bis zum Servieren im Kühlschrank aufbewahren. Schmeckt sehr gut zu Brot, Grillfleisch und Würstl oder auch zu Fisch.

Karin Wurst – Hauswirtschaftslehrerin, Fachberaterin für Ernährung und Autorin eines Spargelkochbuchs – empfiehlt:

Spargel-Küchlein

Füllung:
800 g Spargel
½ l Wasser
1 TL Salz
1 TL Zucker


Pfannkuchenteig:

125 g Mehl
100 ml Milch
50 ml Sahne
3 Eier
etwas Salz
2 EL Schnittlauch
Zum Ausbacken Butterschmalz
Zum Garnieren einige Salatblätter

Zubereitung:
Pfannkuchenteig herstellen: Mehl mit Milch glatt rühren, Sahne, Eier und Salz dazu geben und ebenfalls glatt rühren. 30 Minuten zugedeckt ruhen lassen. Schnittlauch waschen und schneiden, in den Pfannkuchenteig einrühren. Spargel waschen, schälen, die holzigen Enden abschneiden und in kleine Stücke schneiden. Wasser zum Kochen bringen, Zucker und Salz zugeben und die Spargelstücke zehn bis 15 Minuten garen. Anschließend auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen. Spargelstücke mit einem Löffel in den Pfannkuchenteig einrühren.

Ausbacken: Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen, jeweils einen Löffel voll in die Pfanne geben und nacheinander Spargelküchlein ausbacken.

Passt als Beilage zu Fisch oder Kurzgebratenem. Dazu schmeckt: Tatarensauce, Remouladensauce.

Spargel-Torte

Belag:
1 kg Spargel, weiß
1/2 l Wasser
1 TL Zucker
1 TL Salz
30 g Butter
200 g Frühstücksspeck
4 Eier
200 ml ahne
3 EL geriebenen Käse
Salz, Pfeffer

Boden:
250 g Toastbrot in Scheiben

Zubereitung:
Spargel waschen, schälen, die holzigen Enden abschneiden. Wasser zum Kochen bringen, Zucker und Salz zugeben und den Spargel darin circa 15 Minuten garen. Anschließend auf einem Sieb abtropfen lassen.

Spargeltorte: Vom Toastbrot die Rinde entfernen und eine flache Form oder eckige Backform/blech damit auslegen. Die gegarten Spargelstangen nebeneinander auf dem Toastbrot anordnen. Fein gewürfelten Frühstücksspeck in Butter anrösten und mit der Butter über den Spargel und das Toastbrot geben. Eier und Sahne verquirlen, geriebenen Käse darunter rühren, mit Salz und Pfeffer würzen und über den Spargel gießen.

Im vorgeheizten Backofen bei 200˚ C circa 20 Minuten backen. Heiß oder kalt servieren.

Die Spargel-Rezepte sind aus dem Kochbuch „Spargelzeit – 99 innovative Rezepte mit Spargel“ von Karin Wurst., erhältlich in der Bücherstube Neuburg oder im Internet unter www.karinwurst.de.

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